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In Sachen Rente: Arbeitsvertrag neu aufsetzen

Die neuen Regelungen zur Rente 2016 haben natürlich auch Auswirkungen auf Ihren Arbeitsvertrag.

Unbefristete Verträge, die bisher mit dem 65. Geburtstag enden würden, verlängern sich nun im Regelfall bis zur neuen Grenze von 67 Jahren (beziehungsweise dem im auslaufenden Jahr gültigen Zeitrahmen).

Individueller Vertrag muss individuell verlängert werden

Besitzen Sie jedoch einen individuellen Arbeitsvertrag, in dem bereits eine bestimmte Vertragslaufzeit festgelegt ist, muss diese individuell verändert werden.

Das Ausscheiden aus dem Beruf wird in diesem Fall durch das Datum im entsprechenden Absatz des Vertrages festgelegt.

Dies bedeutet, dass die meisten Tarifverträge momentan ein Ausscheiden mit 65 Jahren vorsehen. Dies gilt beispielsweise für die Industrie, Banken und den öffentlichen Dienst. Hier muss eine Änderung des Vertrages individuell vorgenommen werden.

Rente 2016: 67 Jahre nicht unbedingt festgeschrieben

Theoretisch müssen sich die Vertragsparteien hierbei aber nicht nach der neuen Rente mit 67 Jahren richten.

Die Tarifparteien können stattdessen im Extremfall für jede Branche eine andere Regelung beschließen. Finale Ergebnisse dieser Verhandlungen gibt es bislang noch nicht.

Einige Branchenvertreter, die der Rente mit 67 kritisch gegenüber standen, haben jedoch schon harte Verhandlungen angekündigt.

Beide Seiten müssen Änderungen zustimmen

Ganz klar sollte aber sein: Beide Vertragsparteien müssen mit der Änderung der Papiere einverstanden sein.

Ein Arbeitgeber kann nicht einfach den Inhalt der Verträge ändern, ohne den Arbeitnehmer darüber zu informieren. Stimmt dieser nicht zu, gilt der alte Vertrag jedoch weiterhin. Dies bedeutet, dass die Zustimmung des Arbeitnehmers jederzeit nötig ist, falls der Betrieb keine Tarifbindung vorschreibt.

In letzterem Fall würden Änderungen des Tarifvertrages sofort in die einzelnen Arbeitsverträge übernommen. Dies ist jedoch nur bei größeren Betrieben der Fall.

Anpassung nicht vorgeschrieben

Ein Arbeitnehmer hat jedoch keinerlei Anspruch darauf, dass sein Arbeitgeber die Verträge anpasst.

Entscheidet sich der Arbeitgeber, beispielsweise zum Personalabbau, gegen eine Verlängerung des Arbeitsverhältnisses, kann der Arbeitnehmer dagegen nicht rechtlich vorgehen.

Im Normalfall sollte dies jedoch nicht geschehen.

Neue Altersgrenze auch für Hinzuverdienst

Daneben sollte beachtet werden, dass mit der Rente mit 67 auch die Fristen für den unbegrenzten Hinzuverdienst nach hinten verschoben werden. War es bislang möglich, ab 65 Jahren unbegrenzt zu seiner Rente hinzuzuverdienen, wird dieser Zeitraum nun ebenfalls stufenlos angehoben.

Viele Firmen bieten beispielsweise an, weiterhin im Unternehmen beschäftigt zu bleiben und somit einen ertragreichen Nebenjob anzunehmen.

Dies kann vor allem für Frührentner zur Stolperfalle werden. Hier sollte genau berechnet werden, ob sich der neue Nebenjob wirklich rentiert und nicht am Ende zu Einbußen der Rente führt.

13. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.