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So funktioniert das Rentensystem 2016

2016 bleibt das Grundkonzept unserer Rente im Prinzip weiter erhalten.

Die Rentenkasse, also die gesetzliche Rentenversicherung, ist wie bei der Krankenversicherung nur ein Sammelbegriff für einzelne Versicherungsanbieter wie die LVA für staatliche Mitarbeiter und die BfA für Angestellte.

Rente 2016: Die große Geldmaschine

Diese Rentenkassen verteilen das Geld, das vorher von den Versicherten eingezahlt wurde, nach dem Erreichen bestimmter Voraussetzungen wieder zurück an die Versicherten. Einen Irrtum gibt es jedoch, der sich in den Köpfen der Bürger festgesetzt hat.

Die Versicherer bieten nicht, wie beispielsweise Banken, ein Konto an, auf dem die Beiträge gebucht werden und nach Erreichen des Rentenalters wieder zurück gezahlt werden.

Das Rentenkonto existiert demnach nur imaginär und wird für die Einzahlungen eigentlich gar nicht physisch, sondern nur zur Anrechnung genutzt.

Rente 2016 wird für andere Rentner genutzt

In Wahrheit werden die Einzahlungen jedoch direkt wieder genutzt, um fremde Renten zu bezahlen.

Da die Eingänge inzwischen nicht mehr ausreichen, um die aktuellen Gelder auszuzahlen, kam der Bund in 2012 mit mehr als 60 Milliarden Euro Unterstützungsgeldern zu Hilfe.

Im Rentenjahr 2016 zahlen Arbeitnehmer 9,35% ihres Bruttolohns in die Rentenkasse ein. Weitere 9,35% übernimmt der Arbeitgeber durch den Arbeitgeber-Anteil. Damit bleiben die Sätze unverändert im Vergleich zu 2015.

Beiträge werden jedoch nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze erhoben. Verdient ein Versicherter mehr, wirkt sich das nicht auf seine Rente aus. Dies bedeutet, dass ein Gutverdiener ebenfalls nur eine maximale Rente erhalten kann.

Fremdbeiträge und Ausfallzeiten werden angerechnet

Neben den Beiträgen vom Arbeitslohn werden auch Fremdbeiträge verbucht, beispielsweise bei Arbeitslosigkeit oder Kindererziehung.

Auch die Zeit, die ein Versicherter in der Ausbildung (also Schul-, Fachhochschul- und Hochschulausbildung) verbracht hat, wird für frühere Rentenjahrgänge noch angerechnet.

Selbst wenn in dieser Zeit keine Beiträge gezahlt wurden, können sie unter bestimmten Umständen als „beitragsfreie Zeit“ angerechnet werden. Wichtig ist einfach nur, dass zwischen den einzelnen Abschnitten keine Lücken entstehen.

Achtung bei privat Versicherten

Privat Krankenversicherte müssen hier jedoch aufpassen. Langzeit-Kranke, die kein Krankengeld erhalten, werden diese „beitragsfreien Zeiten“ nicht mehr angerechnet.

Diese können nur gegen hohe Zahlungen angerechnet werden, wenn sie innerhalb von drei Monaten beantragt wurden. Erst dann wird die Krankheitszeit wieder voll anerkannt.

Im Gegensatz zu privaten Versicherungen werden diese Beiträge jedoch nicht genutzt, um damit Gewinne, beispielsweise durch Zinsen, zu erzielen. Stattdessen werden hiermit die aktuellen Renten für andere Versicherte gezahlt.

Dies bedeutet auch, dass gesetzlich Versicherte darauf hoffen müssen, dass genug Einzahler vorhanden sind, wenn sie selber in Rente gehen.

Ein privates Vorsorge-Konzept wird daher heute immer wichtiger für staatliche Rentennehmer, wenn sie im Alter nicht völlig von der Willkür des Staats abhängig sein wollen.

4. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.