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Rente im Ausland: Was Sie beachten müssen

Es klingt so verlockend: die Rente im Ausland genießen. Doch dabei hat sich der deutsche Staat einige Stolperfallen ausgedacht, die jeder Pensionär beachten sollte.

Zunächst einmal zur Beruhigung: Die Überweisung der gesetzlichen Rente sollte in der Regel ohne Probleme funktionieren, egal ob der Rentner nun in der Schweiz oder Übersee seinen Lebensabend verbringen möchte. Dies gilt auch für sämtliche Pensionskassen, Versorgungswerke und andere Versicherungen.

Rente im Ausland: Staatangehörigkeit beachten

Wichtig ist nur, dass die Versicherung im Vorfeld über die Auswanderungspläne informiert werden und dass der Rentner weiterhin als deutscher Staatsbürger geführt wird.

Wechselt ein Pensionär hingegen seine Nationalität, drohen Abschläge von 30%, sofern sich die neue Heimat nicht in der EU bzw. in Staaten mit Sozialversicherungsabkommen befindet. Dies kann beispielsweise in Thailand oder Afrika der Fall sein.

Probleme mit Riester und Steuerbescheiden

Rentner, die von der Riester-Förderung profitieren möchten, bekommen jedoch Probleme. Ziehen sie ins Ausland, müssen sie bereits erhaltene Zulagen und Steuervorteile zurückerstatten.

Aber auch mit der normalen Rente kann es im Ausland schnell dazu kommen, dass Post aus Neubrandenburg im Briefkasten landet. Im Gerichtsbezirk Greifwald liegt nämlich das Finanzamt, das für ausgewanderte Pensionäre zuständig ist – und oftmals fordert es saftige Steuernachzahlungen.

Denn für viele Rentner gilt auch nach dem Verlassen der Bundesrepublik das in Deutschland geltende Steuergesetz, inklusive aller Änderungen. Dies bedeutet, dass auch bei der Rente im Ausland jedes Jahr eine neue Steuererklärung abgegeben werden muss, sofern eine Steuerpflicht besteht.

Und darin müssen dann natürlich auch alle Neuerungen des Steuerrechts beachtet werden, die sich die Bundesregierung Jahr für Jahr ausdenken.

Rente im Ausland: Das Doppelbesteuerungsabkommen

Die Steuererklärungs-Pflicht gilt jedoch nicht in allen Ländern. Mit einzelnen Staaten wie beispielsweise Spanien und den USA hat Deutschland ein Doppelbesteuerungsabkommen geschlossen.

Pensionäre, die ihre Rente in diesen Ländern erhalten, müssen diese nach dem dort gültigen Steuerrecht geltend machen. Auswanderer sollten sich also über die Regelungen in ihrem neuen Wunschland bereits vor dem Abflug Gedanken machen.

Weitere Länder, die von diesem Abkommen betroffen sind, werden auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums aufgelistet. Dennoch kann es passieren, dass die Abkommen in den kommenden Jahren wieder rückgängig gemacht werden, da sie ständig neu verhandelt werden. Man sollte sich also in jedem Fall stets auf dem Laufenden halten.

Beschränkte Steuerpflicht und ihre Folgen

Schlimmer als eine komplette Steuerpflicht ist übrigens der Status als in Deutschland „beschränkt steuerpflichtig“. Rentner, die in diese Kategorie fallen, können nicht mehr von Steuervorteilen wie dem Grundfreibetrag profitieren und zahlen am Ende mehr als voll steuerpflichtige Personen.

Eine Möglichkeit ist es jedoch, die volle Steuerpflicht zu beantragen. Dies kann geschehen, wenn mindestens 90% der Einkünfte der deutschen Steuer unterliegen, was beispielsweise durch die gesetzliche Rente gewährleistet wäre.

Außerdem ist ein Wechsel möglich, wenn die im Ausland steuerpflichtigen Einkünfte unter der Grenze von 8.004 € liegen. Rentner mit höheren Einkünften im Ausland schauen hingegen in die Röhre und können nur noch auf ein Gnadengesuch setzen. Dem wird meist aber nur stattgegeben, wenn die Steuerpflicht durch Alter oder Krankheit nicht mehr erfüllt werden kann.

Zahlungseinstellung keine Lösung

Die Rente einfach nicht zu zahlen, ist übrigens kein Ausweg. Zwar streben die Finanzämtern bei Rentnern im Normalfall kein Steuerstrafverfahren an, aber in vielen Fällen wird die Rente einfach gepfändet.

Und die Rente im Ausland will schließlich genossen werden – ganz ohne Ärger mit der deutschen Bürokratie.

8. März 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Lisa Louis
Von: Lisa Louis. Über den Autor

Lisa Louis ist freie Journalistin in Paris. Sie hat internationale Volkswirtschaftslehre in Deutschland und Frankreich studiert. Mit ihrem Wissen hilft Sie Lesern bei grundsätzlichen Fragen der Geldanlage und der Privaten Vorsorge.