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Rente mit 63 und Folgen für die Altersvorsorge

Am 23. Mai 2014 beschloss der Bundestag den Gesetzesentwurf u.a. zur abschlagsfreien Rente ab 63 Jahren. Daneben umfasst das Gesetz weitere Themen wie die Mütterrente, die Erwerbsminderungsrente sowie das Reha-Budget.

Für weitgehend mehr Furore sorgte allerdings der Beschluss, dass Menschen ab einem Alter von 63 Jahren in die Rente gehen können. Kritiker sehen im Besonderen das allgemeine Altern der Gesamtbevölkerung als drastisches Problem in Bezug zur frühzeitigen Rente.

Immerhin sinkt dadurch die Anzahl der Steuerzahler um einen weiteren, nicht unerheblichen Anteil.

Hintergrund zur abschlagsfreien Rente mit 63

Ziel ist es, dass Menschen, die bis zum 63. Lebensjahr 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben, die Möglichkeit besitzen, in den Ruhestand zu gehen. Diese Option gab es seit 2012 bereits ab dem 65. Lebensjahr.

Eingeführt wird das neue Gesetz zum 1. Juli diesen Jahres. Dabei sollen aber auch unterschiedliche Beitragszeiten mit einbezogen werden, wie zum Beispiel:

  • Zeiten, in denen die gesetzliche Rentenversicherung zu den Pflichtbeiträgen aus einer Beschäftigung hervorgeht.
  • Zeiten, in denen die gesetzliche Rentenversicherung zu den Nicht-Pflichtbeiträgen aus einer geringfügigen Beschäftigung hervorgeht.
  • Zeiten, in denen die gesetzliche Rentenversicherung zu den Pflichtbeiträgen aus einer selbstständigen Beschäftigung hervorgeht.
  • Zeiten, in denen die gesetzliche Rentenversicherung zu den freiwilligen Beiträgen aus einer Beschäftigung oder selbstständigen Tätigkeit hervorgeht.
  • Weitere Zeiten wie Zivildienst, Pflege von Familienangehörigen, Kindererziehung, Weiterbildungszeiten, Ersatzzeiten und anderes.

Dieses Gesetz soll dementsprechend vor allem den Langzeitversicherten zu Gute kommen, also für jene, die vor 1953 geboren wurden.

Ähnlich wie auch bei der frühzeitigen abschlagsfreien Rente mit 65, bei Einzahlung von mindestens 45 Beitragsjahren, wird je nach Geburtsjahr dieses Renteneintrittsalter allerdings stetig auf 65 Jahre angehoben.

Das heißt beispielsweise, dass eine Person, die 45 Jahre lang in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt hat und vor 1953 geboren wurde, mit 63 Jahren in Rente gehen kann. Eine Person mit dem Geburtsjahr 1957 beispielsweise, kann sich erst mit 63 Jahren plus acht Monaten zur Ruhe setzen.

Warum wird dieses neue Gesetz eingeführt?

Laut Gesetzgebung sollen jene Menschen belohnt werden, die ihr Leben lang bzw. 45 Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben. Im Grunde handelt es sich um Arbeitnehmer oder auch Selbstständige, die bereits in frühen Jahren mit dem Arbeiten und damit auch Einzahlen begonnen haben.

Laut aktuellen Berechnungen der Bundesregierung können nach der neuen Gesetzeslage mehr als 200.000 Menschen jährlich in Deutschland so früher in Rente gehen.

Dass dies auch aus finanzieller Sicht möglich ist, argumentiert Initiatorin und Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles unter anderem mit dem Argument, dass Langzeitarbeiter oftmals ohnehin frühzeitig aus dem Beruf aus gesundheitlichen Gründen austreten.

So wäre es unfair, diesen Menschen eine abschlagsfreie Rente nicht zu gewähren. Kritiker hingegen sehen folgende Aspekte als Probleme:

  • Hohe Kosten entstehen
  • Zu viele Frührentner auf einen Schlag
  • Nachteile für die jungen Menschen
  • Schwarzarbeit wird attraktiver
  • Bürokratische Kosten und Aufwand steigen
  • Wenig Frauen erfüllen die 45 Jahre

Das dieses junge Thema nicht nur in den Medien und in der Politik große Fragen aufwirft, sondern auch in der breiten Bevölkerung, lässt sich in verschiedenen Foren und Portalen im Internet gut erkennen. Allein auf gutefrage.net gibt es rund 20 verschiedene Fragen, die um dieses Thema kursieren.

Bei näherer Betrachtung dieser wird deutlich, dass bereits Unsicherheiten darüber bestehen, wann der Arbeitgeber zu informieren ist oder ab wann überhaupt sicher ist, dass ein Bürger unter diese Gesetzgebung fällt.

Ein weiteres hochbrisantes Thema ist zudem die Frage nach der richtigen Altersvorsorge. Was ändert sich mit der Rente ab 63 und was sollte aus privater Sicht getan werden?

Die Frage nach der richtigen Altersvorsorge wird noch wichtiger

Hintergrund zu dieser Frage ist sicherlich bereits in einer der angegebenen Kritiken zu finden. Nämlich jene, die die Nachteile der jungen Menschen durch die Rente mit 63 betreffen.

Die Angst ist groß, dass durch die geringere Anzahl an Steuer- bzw. Rentenversicherungszahler, die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass eine Rente mit 70 überhaupt für junge Menschen später mal möglich ist oder auch dass die Beiträge nach einiger Zeit für die gesetzliche Rentenversicherung steigen werden.

Diese Unsicherheit bedingt bereits seit Jahren ein gravierendes Umdenken in Bezug auf die private Altersvorsorge. So entscheiden sich immer mehr Menschen für den Abschluss einer privaten Rentenversicherung.

Dieser Aspekt wird von der Politik befürwortet und sie fördert ihn beispielsweise durch die 2002 eingeführte Riester-Rente. Der wohl wichtigste Faktor für die zukünftige Absicherung dürfte demnach der Aspekt der Sicherheit sein.

Dementsprechend kann hier von unsicheren Geldanlagen in Form von Aktien oder Fonds abgeraten werden. Sicherer sind Festgeldanlagen oder aber auch die Investition in eine oder mehrere Immobilien.

1. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Markus Müller
Von: Markus Müller. Über den Autor

Markus Müller ist Experte für Vermögenaufbau und –absicherung und großem Interesse an genereller Finanzthematik.