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Rente: Mit 67, mit 63 oder lieber mit 70? Es kommt darauf an!

Die Politik wird nicht müde zu betonen, dass die Rente sicher ist – was allerdings nicht vor Überraschungen bewahrt. Wurde 2007 die Rente mit 67 verkündet, gilt seit dem 1. Juli 2014 die Rente mit 63. Dabei sind die Zahlen keine absoluten Größen.

Die Rente mit 67 beinhaltet eine stufenweise Anhebung des regulären Rentenalters bis zum Jahr 2029, vorher gibt’s Rente nur mit Abschlägen. Und die neue Rente mit 63 ist ein Programm mit etlichen Abweichungen von diesem Prinzip, das aber nach wie vor gültig ist.

Rente mit 67 um die Rente mit 63 erweitert

Bei der Rente mit 63 geht es um Konstellationen, die eine frühere Rente ab 63 Jahren ohne Abschläge erlauben. Ausschlaggebend sind persönliche Daten wie Jahrgang oder Beitragsjahre.

Eines vorab: Wer bereits vor 1. Juli 2014 Rente eingereicht und einen Bescheid mit abgelaufener Widerspruchsfrist vorliegen hat, kann vom neuen Rentenpaket leider nicht mehr profitieren. Liegt noch kein Bescheid vor, kann er den alten Antrag zurückziehen und die abschlagfreie Frührente mit 63 beantragen.

Wer will und kann, darf übrigens auch später Rente beantragen, egal ob mit 67 oder mit 70. Vorteil: Die Rente erhöht sich monatlich um 0,5%. Hinzu kommen dann noch laufende Einzahlungen in die Rentenkasse. So können 2 Jahre Mehrarbeit eine Rente von 1.000 € um 200 € erhöhen.

Entscheidend für früher oder später ist das jeweils gültige reguläre Rentenalter. Aktuell liegt diese Regelaltersgrenze bei 65 Jahren und 3 Monaten, und zwar auf der aufsteigenden Stufenskala, die 2029 mit 67 endet. Erst dann bedeutet Rente mit 67, dass man auch genauso alt sein muss.

Für wen gilt die Rente mit 63?

Die neue abschlagfreie Rente mit 63 gilt für die Jahrgänge 1951 und 1952. Danach erhöht sich der Renteneintritt um je 2 Monate – also parallel zur Rente mit 67. Entsprechend müssen diejenigen, die ab 1964 geboren sind, für die Rente mit 63 mindestens 65 Jahre alt sein. Alle anderen warten bis sie 67 sind.

Ausnahme: Wer nachweislich 45 Jahre lang Beiträge gezahlt hat, kann auch ab Jahrgang 1964 die Rente mit 63 ohne Abschläge beantragen. Auch für Selbständige gelten die 45 Beitragsjahre. Vorausgesetzt jedoch, sie haben die ersten 18 Jahre Pflichtbeiträge und danach freiwillig in die Rentenkasse gezahlt.

Was als Beitragszeit zählt

Zeiten, in denen Antragsteller arbeitslos waren, werden nur angerechnet, wenn sie nicht in den 2 Jahren direkt vor Rentenbeginn liegen. Die Einschränkung gilt nicht, wenn jemand durch Insolvenz oder Geschäftsaufgabe arbeitslos wurde.

Langzeitarbeitslosigkeit, Hartz-IV- und Ausbildungszeiten wiederum werden nicht angerechnet. Mit den Beschränkungen soll eine Frühverrentungswelle verhindert werden.

Wer die genannten Bedingungen zur Frührente nicht erfüllt, nimmt Abschläge von monatlich 0,3 % in Kauf.

Flexirente als gleitender Übergang

Einigt man sich rechtzeitig mit seinem Arbeitgeber, kann man nun auch über die Regelaltersgrenze hinaus weiterarbeiten. Und zwar mit befristeten Verträgen, die mehrfach verlängert werden können – dies jedoch nur während des Arbeitsverhältnisses. Damit soll der Übergang in die Rente flexibler gestaltet werden.

Frührentner dürfen nach wie vor bis zu 450 € dazuverdienen, ohne Abschläge zu kassieren. Ab Herbst soll es auch hier flexiblere Lösungen geben.

Mütter- und Erwerbsminderungsrente

Dann gibt es noch die Rente für Mütter mit Kindern, die vor 1992 geboren sind. Ihnen wird zum bisherigen Jahr eines zusätzlich angerechnet. Voraussetzung: der Nachweis von mindestens 5 Beitragsjahren.

Eine Änderung gibt es auch bei der Erwerbsminderungsrente. Die fiktive Grenze liegt nun beim 62. Lebensjahr. Ein Rentenbezieher wird so behandelt, als habe er bis dahin voll gearbeitet. Damit bekommt er mehr Geld.

So erfreulich das alles klingt, den Preis für dieses Programm zahlen die Rentner dann, wenn die Rücklagen der Kasse aufgebraucht sind. In 5 Jahren werden die Beiträge wohl steigen und der Rentenanstieg dürfte ab nächstem Jahr geringer ausfallen.

4. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.