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Rente: Versteuerung je nach Rentenart unterschiedlich

Jede Rentenart hat ihre eigene Versteuerung. Wer wissen möchte. wie viel Geld er im Alter noch zur freien Verfügung hat, sollte diese Steuersätze kennen.

Steuerpflicht von Leibrenten

Besonderheiten gibt es für Leibrenten, die auf Altersvorsorgebeiträgen beruhen. Diese unterliegen ab dem 1. Januar 2005 mit 50% der Besteuerung. Dies gilt auch für alle Bestandsrenten. Nach Angaben des Finanzministeriums bleiben ab 2005 nur noch Monatsrenten bis 1.574 € steuerfrei, vorausgesetzt, dass neben der Rente keine anderen Einkünfte zu versteuern sind.

Der steuerpflichtige Anteil der Rente wird für jeden neu hinzugekommenen Rentnerjahrgang ab dem 1. Januar 2005 bis zum Jahr 2020 in Schritten von 2% auf 80% und anschließend in Schritten von 1% bis zum Jahr 2040 auf 100% angehoben.

Den für Sie maßgeblichen Steuersatz entnehmen Sie bitte der Tabelle auf der folgenden Seite. Der sich nach Maßgabe dieser Prozentsätze ergebende steuerfrei bleibende Teil der Jahresbruttorente wird für jeden Rentnerjahrgang auf Dauer festgeschrieben.

Welche Renten gehören zu den Leibrenten?

Zu den Leibrenten, die nachgelagert besteuert werden, gehören:

  • Renten aus den gesetzlichen Rentenversicherungen
  • Renten aus den landwirtschaftlichen Alterskassen
  • Renten aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen und
  • Renten aus Leibrentenversicherungen, die nach dem 31.12.2004 abgeschlossen worden sind, vorausgesetzt, dass diese Leibrentenversicherungen die Zahlung einer monatlichen lebenslangen Leibrente vorsehen und die Rentenzahlungen nicht vor Vollendung des 60. Lebensjahres beginnen.

Diesen Anteil Ihrer Leibrente müssen Sie verteuern

RentenbeginnBesteuerungsanteil in %

bis 200550
ab 200652
200754
200856
200958
201060
201162
201264
201366
201468
201570
201672
201774
201876
201978
RentenbeginnBesteuerungsanteil in %

202080
202181
202282
202383
202484
202585
202686
202787
202888
202989
203090
203191
203292
203393
203494

Beispiel: Sie bekommen ab dem 1.1.2008 eine Leibrente von 1.000 € monatlich. Anhand der Tabelle können Sie ermitteln, dass Sie dann

  • 56% Ihrer Rente versteuern müssen, wobei hiervon noch
  • Ihre Gesamteinkünfte (Freibetrag) betrachtet werden müssen und
  • Werbungskosten-Pauschbeträge abgezogen werden können.

Checklisten für Ihre Ruhestandsplanung

Ermitteln Sie, was Ihnen im Alter zur Verfügung steht. Gehen Sie dabei anhand dieser Checkliste vor:

  • 1. Kassensturz
    • gesetzlicher Rente
    • betrieblichen Renten
    • privaten Renten- und Lebensversicherungen
    • Zinseinkünften
    • Einkünften aus Vermietung/Verpachtung
    • Sonstigem (vorhandenes Vermögen, Erbschaften)
  • 2. Absicherung der Existenzrisiken
    • Schließen Sie mindestens eine Privathaftpflicht- und eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung ab
    • Sorgen Sie durch Zusatzpolicen für eine umfassende private Absicherung von Krankheit und Pflegefall
  • 3. Ermittlung des Geldbedarfs
    •  Aufschreiben der künftigen Lebenshaltungskosten
    • Besondere Wünsche (Hobby, Reisen)
    • Schuldentilgung (Kreditraten)
    • Versorgung von Angehörigen (Studium der Kinder)
    • Einplanung von Inflation und Sicherheitszuschlägen
    • Berücksichtigung der Einkommensteuer
  • 4. Versorgungslücke berechnen
    • Geldbedarf abzüglich Einkommen im Ruhestand = Versorgungslücke
    • frühzeitige Absicherung der Versorgungslücke durch Ausnutzung staatlicher Förderung (Riester/Rürup/Vermögenswirksame Leistungen) und privater Vorsorgemöglichkeiten

6 Schritte für den Vermögensaufbau im Ruhestand

  • Sparen Sie monatlich einen festen Betrag an.
  • Nutzen Sie jede Möglichkeit, Vermögen aufzubauen. Legen Sie Teile von Weihnachts- und Urlaubgeld beiseite, kaufen Sie vergünstigte Belegschaftsaktien, verzichten Sie auf unnötigen Konsum.
  • Tilgen Sie bis zum Ruhestand alle Schulden. Sie entgehen so Zinserhöhungen und ungeplanten Budgetbelastungen.
  • Stoßen Sie unrentable oder aufwendige Kapitalanlagen ab. So können Sie Immobilien, die Sie nicht selbst nutzen, „verrenten“ und so eine lebenslange Einnahme erzielen.
  • Schaffen Sie sich Wohneigentum. So können Sie steigenden Mietpreisen entgehen und haben zugleich eine inflationsgeschützte Sachwertanlage.
  • Legen Sie Ihr Vermögen sicher an. Je dichter Sie am Ruhestand sind, umso geringer sollte Ihr Aktienanteil am Gesamtdepotsein. Legen Sie Erträge stets wieder an, um vom Zinseszinseffekt zu profitieren.

15. September 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.