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Rente wegen Erwerbsminderung: So funktioniert sie

Noch heute hört man oft den Begriff „Erwerbsunfähigkeit“. Seit dem Jahr 2001 wurde diese Bezeichnung jedoch durch den Begriff der „Erwerbsminderung“ ersetzt.

Diese Namensänderung scheint sich in der Umgangssprache noch nicht durchgesetzt zu haben. Trotzdem existiert die „Erwerbsunfähigkeit“ in der gesetzlichen Rentenversicherung nicht mehr.

Bei einem Rentenbeginn nach dem 01.01.2001 gibt es die gesetzliche Rentenzahlung nur noch aufgrund von teilweiser oder voller Erwerbsminderung.

Die gesetzliche Grundlage ist im § 43 SGB VI verankert.

Ab wann liegt eine Erwerbsminderung vor?

Eine Rente wegen Erwerbsminderung wird dann gezahlt, wenn die betroffene Person auf unbegrenzte Zeit nicht in der Lage ist 6 Stunden täglich erwerbstätig zu sein.

Zudem muss eine Wartezeit von 5 Jahren zwischen dem Ereignis der Arbeitsunfähigkeit und dem Eintritt in die Erwerbsminderungsrente erfüllt worden sein. Innerhalb dieses Zeitraums ist die betroffene Person dazu verpflichtet, mindestens 3 Jahre lang Pflichtbeiträge für ein sozialversicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis zu zahlen.

Gleichzeitig bedeutet diese Regelung also, dass Berufsanfänger kein Recht auf die Erwerbsminderungsrente haben, da ein Anspruch erst nach Ablauf der 5 Jahre gestellt werden kann.

Halbe und volle Erwerbsminderungsrente: Was Sie beachten müssen

Grundsätzlich ist zwischen halber und voller Erwerbsminderung zu unterscheiden. Eine volle Erwerbsminderung liegt dann vor, wenn jemand weniger als drei Stunden pro Tag arbeitsfähig ist. Anspruch auf die halbe Erwerbsminderungsrente haben Personen, die drei bis maximal sechs Stunden täglich arbeitsfähig sind.

Lässt der Arbeitsmarkt einen solchen Teilzeitarbeitsplatz jedoch nicht zu, können teilweise erwerbsgeminderte Personen ebenfalls die volle Erwerbsminderungsrente beantragen. Außerdem gilt die Arbeitsfähigkeit unabhängig vom Beruf, den die Person erlernt und ausgeübt hat.

Im Klartext bedeutet dies, dass alle Versicherten im Falle einer Erwerbsminderung den gleichen Rentensatz erhalten. Egal ob sie vorher einem handwerklichen Beruf nachgegangen sind oder Manager eines großen Wirtschaftskonzerns waren.

Rente wegen Erwerbsminderung: Oftmals widerspricht die Höhe den Erwartungen

Die Höhe der Rentenzahlung variiert, je nachdem wie viele Stunden am Tag die betroffene Person einer Erwerbstätigkeit nachgehen kann.

Bisherige Ausbildungsverhältnisse und Tätigkeiten bleiben dabei unberücksichtigt.

Allerdings ist zu beachten, dass Erwerbsminderungsrenten fast nur noch als Zeitrenten bewilligt werden. Die Zahlung ist in den meisten Fällen auf 3 Jahre befristet und muss danach neu beantragt werden.

Bezieht eine Person eine volle Erwerbsminderungsrente und verbessert sich ihr Gesundheitszustand während der Inanspruchnahme, wird ihr unter Umständen nur noch eine halbe Erwerbsminderungsrente gezahlt. Die Rente wird bis zur Regelaltersgrenze ausbezahlt.

Anschließend erfolgt eine Umwandlung in eine normale Altersrente. Die volle Erwerbsminderungsrente wird erst mit der Vollendung des 63. Lebensjahres gezahlt. Jüngere Personen müssen mit Abschlägen bei der Auszahlungshöhe rechnen.

Allgemein gilt:

  • eine halbe Erwerbsminderungsrente beschränkt sich ungefähr auf die Hälfte des Betrags einer vollen Rente wegen Erwerbsminderung
  • für jeden Monat früherer Inanspruchnahme einer Rente wird die Zahlung um minimal 0,3% und maximal 14,4% gesenkt.

Erwerbsminderungsrente und Nebenverdienst: Die magische 400 €-Grenze

Beziehen Sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen eine volle Rente wegen Erwerbsminderung und verdienen sich zusätzlich etwas Geld, darf dieser Nebenverdienst nicht mehr als 450 € monatlich abwerfen. Überschreiten Sie diesen Grenzwert, kann Ihnen Ihre Rente entweder gekürzt oder ganz gestrichen werden.

28. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.