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Renten – Erhöhung 2015 fällt mager aus

Die Rentenerhöhung für 2015 ist deutlich niedriger als angekündigt, liegt aber zumindest über der Inflationsrate. Nächstes Jahr fällt sie dafür angeblich umso höher aus. Insgesamt jedoch sinkt das Rentenniveau weiter. Zusatzvorsorge tut also Not.

Renten: Erhöhung 2015 nur halb so hoch wie angekündigt?

Angekündigt hatte die Regierung 3,76% für Westrentner. Doch jetzt sind es nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung nur zwischen 1% und 2%. Genaue Zahlen zur Erhöhung ab Juli liegen erst im Frühjahr vor. Derweil geht die Modellrechnung im Rentenbericht der Bundesregierung von einem Plus um 1,57% (West) und 1,71% (Ost) aus.

Die ursprünglich optimistische Ankündigung war auf die letzte Erhöhung von 1,67% (West) und 2,53% (Ost) gefolgt. Immerhin hinkten diese Werte hinter der absehbaren Lohnsteigerung von 2,8% (West) bzw. 2,9% (Ost) her. Glücklicherweise liegt die anstehende Anhebung wenigstens über der Inflationsrate von nur 0,8% Ende letzten Jahres. Rechnerisch bleibt den 20,5 Mio. Rentnern also etwas übrig.

Nächstes Jahr wird´s angeblich besser

Dennoch: Anders als versprochen gibt es jetzt nur die Hälfte. Der Unterschied wird mit einem einmaligen statistischen Effekt begründet. Entsprechend einer EU-Vorgabe werden nun ca. 500.000 Geringverdiener in die Lohn- und damit die Rentenberechnung mit eingerechnet. Verwunderlich ist nur, warum das nicht schon vor einem halben Jahr bekannt war.

Und schon hält die Modellrechnung ein Trostpflaster für 2016 bereit. Gesprochen wird von einer Erhöhung um 4,51% (West) und 4,62% (Ost). Damit wäre das magere Plus für 2015 ausgeglichen – sofern es dabei bleibt.

Was die Erhöhung ausmacht

Demnach bekäme ein Westruheständler mit bisher 1.000 € Rente im Monat ab Juli 15,70 € mehr. 2016 könnten dann 45,81 € hinzukommen. Im Osten wären es dieses Jahr 17,10 € und 46,99 € ab Juli nächsten Jahres.

Diese Regierungszahlen sind jedoch mit Vorbehalt zu genießen, denn es handelt sich um rein rechnerische Werte, die auf Prognosen beruhen. Sie sind keine amtliche Zusage. Die gibt es nicht vor April.

Tatsache ist indes, dass bereits zu Anfang des Jahres der Rentenbeitrag auf 18,7% gesenkt wurde. Ein Durchschnittsverdiener zahlt damit jährlich 35 € weniger. Bis 2018 soll der Satz beibehalten werden, um dann schrittweise auf 21,4% im Jahr 2028 anzusteigen.

Dies ist auch notwendig, um künftige Finanzierungsprobleme zu vermeiden. Und das bei einer Absenkung des Rentenniveaus auf bis dahin 43%. Derzeit liegt das Niveau bei 48%.

Dass die Rentenlücke mit einer alternden Gesellschaft größer wird, ist längst absehbar. Schon derzeit machen die Rentenbezieher ein Viertel der Gesamtbevölkerung aus. Private Zusatzvorsorge ist also unvermeidlich.

Möglichkeiten privater Zusatzvorsorge

Obwohl pauschale Empfehlungen schwierig sind, da sie vom individuellen Fall wie Alter oder Einkommen abhängen, gibt es einige Anhaltspunkte.

Grundsätzlich zählen bei der Altersvorsorge die lange Zeit und der Zinseffekt, der wichtiger ist als der Sparbeitrag selbst.

So kann man mit einem Sparplan Schritt für Schritt Rücklagen fürs Alter aufbauen. Eine sorgfältige Auswahl ist jedoch unerlässlich, denn es gibt Sparpläne in den unterschiedlichsten Varianten für verschiedene Anlegertypen.

Aber auch für spätberufene Sparer im fortgeschrittenen Alter gibt es Möglichkeiten wie etwa ein Riester-Banksparplan mit staatlicher Förderung. Die Rürup-Rente indes ist vor allem ein Steuersparmodell und eignet sich nur unter bestimmten Voraussetzungen.

Nicht zu vergessen: Aktien sind eine ideale Beimischung zur Vorsorge. Die Renditemöglichkeiten liegen weit über denen von klassischen Rentenversicherungen. Hier wurde im Januar der Garantiezins von 1,75% auf 1,25% gesenkt. Lebensversicherungen dienen allenfalls im Todesfall oder zur Absicherung von Krediten.

Update vom 20. März 2015

Inzwischen hat die Bundesregierung die offiziellen Zahlen zur Rentenerhöhung 2015 bekannt gegeben. Diese liegen mit 2,5 % in den neuen Bundesländern und 2,1 % in den alten Bundesländern zwar über den Angaben der Deutschen Rentenversicherung, aber weiter deutlich unter den ehemaligen Prognosen der Bundesregierung.

Somit wird ein Westruheständler mit bisher 1.000 € Rente im Monat ab Juli 21,00 € mehr in der Geldbörse haben, ein Ostruheständler ab dem gleichen Zeitpunkt 25,00 € monatlich. Eine private Zusatzvorsorge ist aber auch bei diesen leicht höheren Zahlen unumgänglich.

2. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.