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Rentenbeitrag 2012: Rechnen Sie mit höheren Pflichten und weniger Geld

Die Konjunktur wird sich 2012 aller Voraussicht nach schlechter entwickeln. Das bedeutet: konjunkturabhängige Kassen werden weniger Geld einnehmen. Daher rechnen wir für das kommende Jahr etwa mit weniger Einnahmen, die Rentenkassen verbuchen können. Weder die Zahl der Leistungsnehmer noch die Höhe der Zahlungen aus den Kassen aber wird sich ändern.

Das heißt, dass der Staat auf anderem Wege die fehlenden Einnahmen ausgleichen muss. Die Wahrscheinlichkeit für steigende Rentenbeiträge 2012 ist daher vergleichsweise hoch. Sicher wird die böse Überraschung nicht zum Jahresanfang die Stimmung beeinflussen (sollen). Aber: Zumindest wird im kommenden Jahr der Beschluss folgen, die Rentenbeiträge steigen zu lassen.

Alternativ-Modelle möglich

Die Rentenbeiträge können auch 2012 direkt erhoben werden oder indirekt auf anderem Wege in die Rentenkassen fließen. Ein Modell hat vor mehr als einem Jahrzehnt für Furore gesorgt.

Die damalige Ökosteuer auf das Benzin bei Tankstellen. Schnell vergessen, aber die damalige Opposition von CDU und FDP hat die Ökosteuer bis heute nicht gekippt. Diese sollte die Rentenkassen unterstützen.

Ein ähnliches Modell ist auch 2012 und in den Folgejahren möglich. Denn: die Regierung kann die Rentenbeiträge nicht in dem Ausmaß erhöhen, wie dies künftig erforderlich wäre.

Deshalb wird die Belastung verteilt:

  • Rechnen Sie damit, dass die Steuerunterstützung für Sozialkassen wie die Rentenversicherung steigt.
  • Rechnen Sie damit, dass Steuerarten wie die Solidaritätszuschläge in absehbarer Zeit gegen alle Versprechen nicht vom Markt genommen werden.
  • Rechnen Sie unter Stichworten wie „Vermögensabgaben“ mit Steuererhöhungen bei den so genannten Reichen. Die bislang diskutierten Vermögensgrenzen aber zeigen genau, dass auch der gut verdienende Mittelstand betroffen wäre.
  • Auch für Geldanleger wird der steigende Rentenbedarf teurer. Die viel diskutierte Transaktionssteuer wird kommen – 2012 oder 2013. Die erhebt der Staat zwar nur bei Banken direkt, diese aber werden über die Gebühren die Mehrabgaben wieder hereinholen.
  • Selbst vor der Abgeltungssteuer wird die Politik – unter anderem zugunsten der Rentenkassen – nicht zurück schrecken. Besser bei Anlegern kassieren als bei Unternehmen, die Arbeitsplätze schaffen müssen, so das Kalkül.
  • Rechnen Sie aber auch mit direkt steigenden Rentenbeiträgen. Das bedeutet: tendenziell werden die Nettolöhne 2012 und in den Folgejahren sinken. Zudem werden Arbeitsplätze aus Unternehmenssicht teurer.

Falls Sie Unternehmer sind, richten Sie sich auf steigende Sozialkosten ein. Kalkulieren Sie diesen Faktor für die nächsten Jahre ein, wenn Sie investieren.

Als Geldanleger können Sie sich gegen die indirekten Folgen schützen, indem Sie möglichst frühzeitig investieren. Denn: versteuert werden nach neuen Steuersätzen nur die Gewinne, die Sie bei späteren Investments einfahren.

Dasselbe Prinzip gilt für Immobilien und deren späteren Verkauf: frühzeitige Investitionen lohnen sich auch aus steuerlicher Sicht.

29. November 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Jan Aalto
Von: Jan Aalto. Über den Autor

Jan Aalto ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.