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Rentenbesteuerung: Alterseinkünftegesetz bringt Neuerung

Die Rentenbesteuerung fällt unter die Kategorie der „Sonstigen Einkünfte“ und richtet sich demnach nach § 22 EStG. Sowohl gesetzliche Renten als auch Privatrenten sind von der Rentenbesteuerung betroffen.

Bis 2005 fielen Beamtenpensionen nicht unter diese Kategorie und blieben somit steuerfrei. Mit dem Alterseinkünftegesetz wurde die Besteuerung der Rente ab 2005 geändert.

Rentenbesteuerung vor 2005: Nur der Ertragsanteil war steuerpflichtig

Vor dem Alterseinkünftegesetz (in Kraft getreten am 1. Januar 2005) musste lediglich der Ertragsanteil der gesetzlichen Rente versteuert werden. Bis zum 60. Lebensjahr betrug dieser Anteil 32% des Einkommens.

War der Bezugsberechtigte älter als 60 Jahre musste er 27% seiner Renteneinkünfte oder Pensionen versteuern.

Alterseinkünftegesetz: Bundesverfassungsgericht forderte Änderung

Vor der Neuregelung der Rentenbesteuerung blieben Beamtenpensionen von einer Besteuerung unbehelligt. Am 6. März 2002 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass die unterschiedliche steuerliche Behandlung von Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung und Beamtenpensionen gegen den Gleichheitsgrundsatz des Art. 3 Abs. 1 GG verstoße.

Aufgrund dieser Verfassungswidrigkeit forderte das Gericht den Gesetzgeber dazu auf, die gesetzliche Regelung der Rentenbesteuerung den Grundsätzen der Verfassung anzupassen. Spätestens bis zum 1. Januar 2005 sollte die gesetzliche Neuregelung vollzogen sein.

Auf Drängen des Gerichts wurde eine Sachverständigenkommission, die sogenannte „Rürup-Kommission“, eingerichtet. Diese übernahm die Neuordnung der steuerlichen Behandlung von Alterseinkünften. Pünktlich zum Jahresbeginn 2005 trat das Alterseinkünftegesetz dann in Kraft.

Rentenbesteuerung seit 2005: 100% Besteuerung im Jahr 2040

Ab 2005 wird für Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, aus landwirtschaftlichen Alterskassen, aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen und für die Basis- beziehungsweise Rüruprente die nachgelagerte Besteuerung Schritt für Schritt realisiert.

Alle Renten mit Rentenbeginn vor 2005 werden mit 50% besteuert. Der Systemwechsel wird in einer Übergangsphase von 35 Jahren durchgeführt. Das bedeutet im Klartext: Ab dem Jahr 2040 muss die Rente voll versteuert werden. Die Anhebung des steuerpflichtigen Rentenanteils staffelt sich wie folgt:

  • in Schritten von zwei Prozentpunkten steigt die Besteuerung von 50% im Jahre 2005 auf 80% im Jahr 2020
  • ab dem Jahr 2021 steigt der steuerpflichtige Rentenanteil um jeweils einen Prozentpunkt bis 100% im Jahr 2040

Der nicht zu versteuernde Rentenanteil wird im zweiten Jahr des Rentenbezugs festgelegt. Außerdem bleibt der steuerfreie Betrag bei zukünftigen Rentenerhöhungen gleich. Nur der steuerpflichtige Teil erhöht sich dementsprechend.

Versorgungs- und Entschädigungsrenten weiterhin steuerfrei

Von der Neuregelung durch das Alterseinkünftegesetz sind jedoch nur die gesetzliche Rente und die neu eingeführte Rürup-Rente betroffen. Versorgungs- und Entschädigungsrenten bleiben auch nach 2012 weiterhin steuerfrei. Dazu zählen beispielsweise Unfallrenten der Berufsgenossenschaft oder Kriegsbeschädigtenrenten.

Renten, bei denen es sich weder um Basis- noch um Riesterrenten handelt, wie etwa solche aus privaten Rentenversicherungsverträgen, werden nach wie vor mit dem Ertragsanteil besteuert. Genauso verhält es sich mit Renten aus Direktversicherungen.

5. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.