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Rentenbesteuerung: Freibetrag sinkt je nach Renteneintritt

Das Gesetz zur Besteuerung der Renten, das so genannte Alterseinkünftegesetz, trat am 01.01.2005 in Kraft.

Auch heute herrschen noch zahlreiche Verunsicherungen hinsichtlich der neuen Rentenbesteuerung. Freibeträge werden gesenkt und die Besteuerung nimmt zu. Das Renteneintrittsalter kann nun erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Steuerlast haben.

Rentenbesteuerung: Freibeträge im Auge behalten

Das Alterseinkünftegesetz regelte die Rentenbesteuerung grundlegend neu.

Mehr dazu: Rentenbesteuerung: Alterseinkünftegesetz bringt Neuerung

Dabei kommt es zu einer schrittweisen Besteuerung der Renten, der sogenannten nachgelagerten Besteuerung. Bis zum Jahr 2040 sollen dann alle Alterseinkünfte voll steuerlich geltend gemacht werden.

Im Gegenzug sorgen Altersvorsorgeaufwendungen während des aktiven Erwerbslebens für eine verminderte Steuerbelastung durch erhöhte Abzugsmöglichkeiten. Auch der niedrigere Steuersatz im Rentenalter trägt im Endeffekt zur Entlastung bei.

Bei Eintritt ins Rentenalter werden die Renteneinnahmen der Einkommenssteuer unterworfen. Hierbei sind jedoch die Freibeträge von Bedeutung, die von den Einnahmen abgezogen werden können.

Steuerfreibetrag bis 2040

Der Steuerfreibetrag wird zu Beginn des Rentenalters festgelegt und ist dann unabänderlich. Dieser Steuerfreibetrag gilt auch über die Lebenszeit hinaus für eventuelle Witwen- und Waisenrenten.

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Mehr dazu: Die Witwenrente – wie hoch ist sie?

Die Renteneinkünfte waren bis zum Jahr 2005 noch zu 50% steuerfrei. Im Jahr 2006 betrug der Steuerfreibetrag dann noch 48 %. 2020 werden nur noch 20% der Renteneinkünfte steuerfrei sein.

Diese schrittweise Erhöhung der Rentenbesteuerung lässt den Steuerfreibetrag immer geringer ausfallen, bis zu seinem vollständigen Wegfall.

Auch der sogenannte Altersentlastungsbetrag mit maximal 1.900 Euro im Jahr wird bis 2040 gänzlich dahin geschmolzen sein. Bitte beachten Sie: Rentenerhöhungen sind voll steuerpflichtig.

Ein Beispiel: Der Rentner Herr Jung bezieht seit dem Jahr 2005 2.000 Euro Rente. Davon sind 50%, also 1.000 Euro, von der Steuer befreit.

Kommt es zu einer Erhöhung der Rente um 100 Euro, werden jedoch die gesamten 1.100 Euro besteuert.

Ab wann es zur Steuerpflicht kommt

Steuerpflichtig ist nicht automatisch jeder Rentner. Der Grundfreibetrag und verschiedene steuerliche Abzugsbeträge können die Renteneinkünfte noch nach unten korrigieren und eine Steuererklärung dadurch überflüssig machen.

Dazu gehören unter anderem auch die Werbungskostenpauschale von 55 Euro bei Alleinstehenden oder 102 Euro bei Zusammenveranlagung von Ehegatten, der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 bzw. 72 Euro sowie diverse Versicherungsbeiträge und etwaige außergewöhnliche Belastungen.

Übersteigen die monatlichen Renteneinkünfte jedoch den Grenzwert von derzeit 8.004 Euro bei Alleinstehenden oder 16.008 Euro bei Eheleuten, ist die Abgabe einer Steuererklärung unumgänglich.

Mehr dazu: Rentner, Steuererklärung und neue Steuernummer

Grundsätzlich kann folgende Regel angewandt werden: Überschreitet die Jahresbruttorente nicht einen Betrag von 19 000 Euro, muss ein alleinstehender Rentner aller Wahrscheinlichkeit nach keine Steuern zahlen. Bei Eheleuten verdoppelt sich dieser Wert.

Die Steuerlast im Rentenalter steigt

Lag der Beginn des Rentenalters vor 2005, ändert sich grundsätzlich nichts an dem 50%igen-Steuerfreibetrag. Diese Rentner profitieren noch von den alten Gesetzen zur Rentenbeteuerung.

Das Absinken des persönlichen Freibetrages um 2 Prozentpunkte pro Jahr (1 Prozentpunkt ab 2020) und das stufenweise Wegfallen des Altersentlastungsbetrages bedeuten für Neurentner eine erhöhte Steuerlast.

Jedoch sollte die verminderte Steuerbelastung während des aktiven Erwerbslebens nicht vergessen werden. Die Entlastung der Berufstätigen und die nachgelagerte Besteuerung zu einem niedrigeren Steuersatz wirken sich auf Dauer günstig für den Steuerzahler aus.

Die gesetzliche Rente verliert nichtsdestotrotz immer weiter an Attraktivität. Eine private Rentenvorsorge sollte stets zusätzlich bedacht werden und ist schon jedem Berufsanfänger ans Herz zu legen.

5. Dezember 2012

Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.