MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Renteneintrittsalter – Deutschland und seine alternde Bevölkerung

Der Gesetzgeber hat 2006 beschlossen, dass die Altersgrenze für die Rente zwischen 2012 und 2029 angehoben wird. In diesem Zeitraum steigt das Renteneintrittsalter in Deutschland von 65 Jahren bis auf 67 Jahre an, zunächst um jeweils einen Monat, ab 2024 um 2 Monate.

Damit wird auf die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland reagiert. Die Menschen leben immer länger und beziehen dadurch auch immer länger ihre Rente. Gleichzeitig ist die Zahl der Geburten stetig zurückgegangen, so dass immer weniger junge Menschen für die Rente der älteren Generationen aufkommen müssen.

Aus diesem Grunde sei die Rente mit 67 alternativlos, so die Befürworter. Ein Blick auf die Zahlen und Fakten zeigt, ob diese Einschätzung richtig ist.

Die Deutschen werden älter

Die Lebenserwartung der Menschen hat in der Vergangenheit immer weiter zugenommen. Im Jahr 2010 lag sie für Neugeborene in Deutschland bei über 77 Jahren für Jungen und bei rund 82,5 Jahren für Mädchen.

Im Zusammenhang mit der Rente ist jedoch auch die sogenannte fernere Lebenserwartung interessant. Diese beschreibt, welche Lebenserwartung Menschen im Alter von 60 Jahren noch haben.

Für das Jahr 2010 wurde davon ausgegangen, dass 60-jährige Männer noch gut 21 Jahre zu leben haben, 60-jährige Frauen knapp 25 Jahre. Dieser Wert hat sich in den vergangenen 100 Jahren nahezu verdoppelt.

Zeitgleich sinkt seit Jahrzehnten die Zahl an Geburten. Allgemein wird davon ausgegangen, dass die Reproduktion einer Bevölkerung dann gewährleistet ist, wenn eine Frau im Schnitt in ihrem Leben 2,1 Kinder zur Welt bringt.

Dieser Wert wurde in Deutschland zuletzt in den 1960er Jahren erreicht. 2011 lag die Geburtenrate bei 1,36 Kindern pro Frau.

Renteneintrittsalter in Deutschland: Argumente gegen die Anhebung

Ein Hauptargument der Kritiker der Rente mit 67 ist, dass der Arbeitsmarkt für ältere Beschäftigte bislang keine ausreichenden Arbeitsplätze bieten würde.

Demnach müssten zunächst die Beschäftigungsmöglichkeiten für Arbeitnehmer von über 50 Jahren deutlich verbessert werden. Arbeitgeber müssten sich auf ältere Arbeitnehmer einstellen und ihnen die nötigen Chancen bieten.

Andernfalls würde es sich bei der Anhebung des Renteneintrittsalters in Deutschland letztlich um eine reine Rentenkürzung handeln, da die Arbeitnehmer nun höhere Abzüge zu verschmerzen hätten.

Zudem wird immer wieder angeführt, dass eine höhere Lebenserwartung nicht bei allen Menschen auch zu einem besseren Gesundheitszustand führen würde. Gerade bei körperlich anspruchsvollen Jobs sei deshalb nicht damit zu rechnen, dass ältere Menschen wirklich bis zum 67. Lebensjahr arbeiten könnten.

Und wer ab 2029 vor dem 67. Lebensjahr in Rente geht, muss einkalkulieren, dass es teilweise zu gewaltigen Abschlägen kommen kann.

Renteneintrittsalter könnte weiter erhöht werden

Trotz der Gegenargumente werden immer wieder Stimmen laut, die eine weitere Anhebung der Altersgrenze fordern. Sogar an eine Rente ab 69 Jahren wurde schon gedacht.

Aufgrund der Bevölkerungsentwicklung scheint zumindest klar zu sein, dass sich bei der gesetzlichen Rente etwas tun wird und auch tun muss.

Doch unsicher bleibt, wie viele Menschen tatsächlich die Altersgrenze zum Renteneintritt erreichen werden. Nicht zuletzt wegen der drohenden Abzüge wächst die Angst vor Altersarmut.

Ob die eingeleiteten Maßnahmen reichen werden, wird erst die Zukunft zeigen. Es scheint jedoch offensichtlich, dass die gesetzliche Rente mit steigender Lebenserwartung eine immer größere Herausforderung werden wird.

7. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.