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Renteneintrittsalter in Europa: Droht die EU-weite Anhebung?

Die Menschen werden immer älter. Die Geburtenrate sinkt. Mit diesem Problem sieht sich längst nicht mehr nur Deutschland konfrontiert. Die durchschnittliche Lebenserwartung der Europäer steigt kontinuierlich um zwei bis drei Monate jährlich.

Und gerade einmal 1,6 Kinder bekommt eine europäische Frau im Schnitt. Dies stellt auch ein Problem für die Rentensysteme dar. Denn immer weniger Erwerbstätige müssen für eine stetig wachsende Zahl an Rentnern finanziell aufkommen.

Renteneintrittsalters: Europaweiter Trend zur Anhebung

Die Anhebung des Renteneintrittsalters erscheint da vielen europäischen Ländern als beste Lösung. Über die Hälfte der EU-Mitgliedstaaten hat diesen Schritt in den vergangenen fünf Jahren bereits getan.

Auch zum jetzigen Zeitpunkt sind zahlreiche Reformen in Gang oder für die nahe Zukunft in Planung. Doch diese Maßnahmen scheinen der EU-Kommission und dem Europaparlament nicht genug. Momentan schwankt das reguläre Renteneintrittsalter in der Europäischen Union zwischen 58 Jahren in Slowenien und 68 Jahren in Finnland.

Der demographische Wandel: Herausfordernde Zahlen für ganz Europa

Laut dem Statistischen Bundesamt wird die Anzahl der Personen im erwerbsfähigen Alter von circa 50 Millionen auf rund 33 Millionen sinken. Diese Zahlen gelten für das Jahr 2060 und beschränken sich nach den vorliegenden Berechnungen nur auf die Bundesrepublik.

Jedoch sehen sich auch andere europäische Länder mit ähnlichen Zahlen konfrontiert.

Im Jahr 2013 lag das durchschnittliche Bevölkerungsalter der Europäer noch bei 41,9 Jahren. Hochrechnungen zufolge wird es im Jahr 2060 auf 48 Jahre angestiegen sein.

Noch im Jahr 2008 kamen vier Menschen im erwerbsfähigen Alter (15 bis 64 Jahre) auf einen EU-Bürger im Alter von 65 oder älter. Prognosen zufolge wird sich dieses Verhältnis im Jahr 2060 auf zwei zu eins geändert haben.

Renteneintrittsalter Europa: Ist die Armut vorprogrammiert?

Zwar kann die EU den Mitgliedsstaaten bezüglich ihrer Rentengesetze nichts vorschreiben, dennoch rät die Europäische Kommission den Ländern dringend zu einer allgemeinen Anhebung des Renteneintrittsalters.

Bereits 2010 begann die Kommission Debatten um die Rentensysteme in Europa anzustoßen.

Im Juli 2010 wurde den Staaten erstmals das Grünbuch „Angemessene, nachhaltige und sichere europäische Pensions- und Rentensysteme“ vorgelegt, um ihnen somit die Forderung nach einer Verlängerung der Lebensarbeitszeit zu verdeutlichen.

Zwar erntete diese erste Maßnahme noch zahlreiche Entrüstung seitens der Mitgliedsstaaten, doch bereits ein Jahr später folgten weitere europäische Versuche, die Bemühungen der einzelnen Länder in Einklang miteinander zu bringen.

EU-Sozialkommissar Laszlo Andor zur Rentenproblematik Europas:

„Jeder Mitgliedsstaat muss seine eigene Situation berücksichtigen. Aber es gibt ganz klar übergreifende Prinzipien für die ganze EU, und dazu gehört, das Rentenalter an die Lebenserwartung zu koppeln.“

Laut der Kommission werden in naher Zukunft Millionen Menschen im Alter in Armut leben, wenn die europäischen Staaten ihre Rentensysteme nicht reformieren. Einen konkreten Vorschlag für das exakte Renteneintrittsalter wurde jedoch noch nicht unterbreitet.

7. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.