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Renteneintrittsalter Frauen: Wann man als Frau in Rente gehen kann

Seit dem 1. Januar 2012 hat der Einstieg in die Rente mit 67 begonnen. Die Erhöhung des Renteneintrittsalters war nach Ansicht der Regierung vor dem Hintergrund einer steigenden Lebenserwartung und sinkender Geburtenzahlen unvermeidlich. Denn durch diese demografische Entwicklung verändert sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern drastisch.

Die Rente mit 67 soll eine generationengerechte Alterssicherung gewährleisten. Das tatsächliche Renteneintrittsalter liegt in Deutschland jedoch unter 65 Jahren, da viele Menschen eine andere Rentenart beziehen müssen. Wer beispielsweise aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten kann, bezieht eine Erwerbsminderungsrente.

Welche Voraussetzungen müssen für die Regelaltersrente erfüllt werden?

Der Bezug der Regelaltersrente kann erst erfolgen, wenn ein Rentenantrag gestellt wurde und die erforderlichen Voraussetzungen vorliegen. Zunächst muss der Versicherte mindestens fünf Jahre in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt haben.

Die Höhe der Ruhestandsvergütung richtet sich natürlich danach, wie viel man in der Zeit seines Lebens verdient hat. Besonders Frauen sind dabei aufgrund ihrer Erwerbsbiografien oft im Nachteil.

Renteneintrittsalter bei Frauen: Kein Nachteil durch Unterbrechungen

Statistiken besagen, dass sie knapp ein Viertel weniger verdienen als Männer, was sich im Lebenslauf unter anderem durch Unterbrechungen wegen Schwangerschaft und Kindererziehungszeiten erklären lässt.

Trotz der neuen Regelung zur Rente mit 67 Jahren können besonders langjährig Versicherte weiter ohne Abschlag mit 65 in Rente gehen. Dazu müssen diese eine Wartezeit von 45 Jahren erfüllen. Zur Erfüllung dieser Wartezeit werden lediglich Pflichtbeitragszeiten aus einer versicherungspflichtigen Beschäftigung oder Zeiten der Kindererziehung und Pflege herangezogen.

Frauen haben also keinen Nachteil, wenn sie ihren Beruf zeitweise ausgesetzt und sich um die Kindererziehung gekümmert haben. Anders sieht es natürlich aus, wenn sie eine Weile lang arbeitslos sind. Diese Zeit wird bei der Berechnung der Pflichtbeitragszeit nicht eingerechnet.

Nach 35 Versicherungsjahren ist die vorzeitige Inanspruchnahme der Rente mit dem 63. Lebensjahr möglich. Dafür müssen allerdings Abschläge von 0,3% pro Monat des vorzeitigen Rentenbezugs in Kauf genommen werden. Wer also mit 63 Jahren in Rente geht, erhält einen Abschlag von 14,4%.

Männer und Frauen, die vor dem 1. Januar 1962 geboren sind, die Wartezeit von mindestens 15 Jahren erfüllen und nach dem 40. Lebensjahr mehr als 10 Jahre gearbeitet haben, können weiterhin mit 65 Jahren in Rente gehen.

Renteneintrittsalter im internationalen Vergleich

Das tatsächliche Rentenalter von Frauen in Deutschland liegt bei 60,5 Jahren. Männer gehen durchschnittlich mit 61,8 Jahren in Deutschland in Rente. Wenn man das Renteneintrittsalter von Frauen und Männern im internationalen Vergleich betrachtet, fällt auf, dass in den meisten Ländern die Frauen früher in Rente gehen als die Männer.

Es gibt nur wenige Länder, in denen die Frauen länger arbeiten. In Frankreich liegt das Renteneintrittsalter von Frauen bei durchschnittlich 59,7 Jahren, das von Männern bei 59,1 Jahren. In Spanien ist die Altersdifferenz noch größer: Frauen arbeiten, bis sie im Schnitt 63.4 Jahre alt sind, Männer nur bis 61,8 Jahre.

Gleichberechtigung: Renteneintrittsalter bei Frauen und Männern

Bereits 1992 wurde das Renteneintrittsalter von Frauen und Männern in Deutschland auf damals 65 Jahre angeglichen. Auch die Rente mit 67 Jahren gilt für beide Geschlechter. Der Europäische Gerichtshof hatte erstmals 1990 klargestellt, dass eine Ungleichbehandlung beim Rentenalter unzulässig sei und diese Auffassung zuletzt 2002 bestätigt. Es ist jedoch zu erwähnen, dass die Lebenserwartung von Frauen steigt.

20. Juli 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.