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Satte Rentenerhöhung 2016, doch Neurentner in Bedrängnis

Deutsche Ruheständler können sich ab dem 1. Juli 2016 auf mehr Geld freuen. Die Bundesregierung hat nun bekanntgegeben, wie hoch die Rentenerhöhung in diesem Jahr ausfallen wird – und die Werte übersteigen die letzten Spekulationen recht deutlich.

Rentner im Westen freuen sich ab dem Sommer über eine Bezugssteigerung von 4,35 %, während Ruheständler in den neuen Bundesländern sogar ein Plus von 5,03 % verzeichnen können. Damit passen sich die Renten der Entwicklung der Löhne in den westlichen und östlichen Bundesländern an.

Rentenerhöhung 2016 fällt höher aus als erwartet

Bereits im vergangenen November sprach die Regierung von möglichen Erhöhungen von 4,62 % für Ost-Rentner und 4,51 % in Westdeutschland – bei einer anhaltend guten Wirtschaftslage. Damit tritt die erwartete, im Vergleich zu 2015 noch größere Rentensteigung in Kraft. Im  Vorjahr waren die Renten im Westen um knapp 2,1 %, im Osten um 2,5 % gestiegen.

Rentenerhöhungen seit 2002
WestdeutschlandOstdeutschland
20022,16 %2,89
20031,04 %1,19 %
20040,00 %0,00 %
20050,00 %0,00 %
20060,00 %0,00 %
20070,54 %0,54 %
20081,10 %1,10 %
20092,41 %3,38 %
20100,00 %0,00 %
20110,99 %0,99 %
20122,18 %2,26 %
20130,25 %3,29 %
20141,67 %2,53 %
20152,10 %2,50 %
20164,35 %5,03 %

So dürfte sich das Plus in diesem Jahr im Geldbeutel für viele Senioren deutlich bemerkbar machen. Die Rentenerhöhung 2016 fällt nämlich deutlich höher aus als die aktuelle Inflationsrate, welche für den Januar bei 0,3 % lag.

Neurentner langfristig in Bedrängnis

Auf längere Sicht wird sich die Situation für Neurentner jedoch weiter verschärfen. Bis zum Jahr 2030 soll das Rentenniveau nach den Vorgaben des Nachhaltigkeitsgesetzes auf 43 % sinken. Ein solch niedriges Niveau würde bedeuten, dass ein normaler Arbeitnehmer mehr als 30 Jahre einzahlen müsste, um zumindest eine Altersrente von 700 € im Monat zu erhalten.

Somit dürfte der privaten Altersvorsorge in den kommenden Jahren eine noch größere Rolle zuteilwerden als bisher. Darunter fallen beispielsweise private Vorsorgemodelle mit staatlichen Zulagen wie die Riester-Rente, aber auch die Möglichkeit der Investition in Aktien, Fonds und andere Anlageprodukte.

Die zunehmende Abhängigkeit von privaten Formen der Altersvorsorge hat jedoch nicht nur Auswirkungen auf spätere Rentner-Generationen. Um die Bürger, die sich bereits heute im Ruhestand befinden, ebenfalls an den Mehrbelastungen zu beteiligen, fällt die jährliche Rentenerhöhung seit der Einführung der Riester-Rente im Jahre 2003 um knapp 0,6 % geringer aus als zuvor.

Auch der Nachhaltigkeitsfaktor spielt bei der Berechnung der Rentenerhöhungen eine Rolle. Da sich das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenbeziehung in den vergangenen Jahren deutlich zu Lasten der Arbeitnehmer verschoben hat, wird die Rentenerhöhung in jedem Jahr entsprechend nach unten angepasst.

Doch nicht jede Neuerung benachteiligt die deutschen Ruheständler. Seit 2009 besteht die „erweiterte Rentengarantie“, die eine Rentenkürzung auch dann ausschließt, wenn das Lohnniveau sinkt. Dies bedeutet, dass auch wirtschaftlich schlechte Jahre keine negativen Auswirkungen auf die Rentenbezüge haben.

Dennoch: Arbeitnehmer sollten sich frühzeitig Gedanken über ihre Altersvorsorge machen und wenn möglich auf private Wege der Vorsorge zurückgreifen.

3. Februar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.