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Rentenerhöhung: Neue Steuerpflicht für viele Rentner

Zum 01. Juli 2016 gibt es für rund 20 Mio. Ruheständler eine Rentenerhöhung, die bei vielen für Veränderungen hinsichtlich der Steuerpflicht sorgt. 4,25 % mehr Bezüge erhalten Rentner in den westlichen Bundesländern, 5,95 % sind es in den östlichen Bundesländern.

Somit müssen rund 160.000 Rentner erstmals Steuern auf ihre Rente zahlen, insgesamt 4,4 Mio. Rentner sind dadurch steuerpflichtig. Von der Steuerpflicht befreit sind Rentner dann, wenn ihre Bezüge den Steuerfreibetrag nicht überschreiten. 2016 beträgt er für Alleinstehende 8.652 € und für Verheiratete 17.304 €.

Durch Rentenerhöhung zur Steuerpflicht: Umstellung für Rentner

Durch die Rentenerhöhung kommen viele Rentner in eine für sie im Ruhestand neue Situation – sie müssen nun eine Steuererklärung abgeben. Eine höhere Rente und die damit verbundene Steuerpflicht beim Überschreiten des Steuerfreibetrags führen aber nicht grundsätzlich auch zur Steuerzahlung. Schließlich haben auch Rentner die Möglichkeit, verschiedene Kosten abzusetzen und auf diese Weise die Steuerlast wieder auf 0 zu bringen.

Beiträge zur Krankenversicherung, Gesundheitskosten, von der Bank einbehaltene Kapitalerträge Spenden, Handwerkerkosten, Mitgliedsbeiträge und weitere Ausgaben können von Rentnern geltend gemacht werden und mindern die Steuerlast.

Keine Steuerlast trotz neuer Rentenhöhe

So kann es passieren, dass der Betrag, den ein Rentner nach der Rentenerhöhung über den Freibetrag kommt, geltend gemacht werden kann und für ihn trotz höherer Rente keine Steuerzahlung fällig wird. Der einzige Unterschied ist für ihn dann der höhere Aufwand, da eine Steuererklärung abgegeben werden muss, in der alle Angaben belegt werden.

Wer nach der Rentenerhöhung nicht die Möglichkeit hat, verschiedene Beiträge abzusetzen und somit die Steuerlast wieder auf null zu reduzieren, der muss trotzdem nicht das gesamte Rentenplus versteuern. Die Rente wird nachgelagert besteuert, wodurch nur ein Teil des Geldes über dem Freibetrag berücksichtigt wird. Wie hoch dieser persönliche Freibetrag ist, hängt vom Renteneintrittsjahr ab und ist somit von Rentner zu Rentner verschieden.

Ein Beispiel: Herr Meier erhält nach der Rentenerhöhung zum 01. Juli 2016 15.000 €. 40 % davon, also 6.000 €, erhält er steuerfrei, da er im Jahr 2010 in Rente gegangen ist. Die restlichen 9.000 € muss er versteuern und liegt somit um 348 € über dem Steuerfreibetrag. Hat aber seine Bank nun zu viel Abgeltungsteuer einbehalten und er hat zudem noch etwas Geld gespendet, muss er trotzdem keine Steuern entrichten, da er diesen Betrag absetzen kann.

Viele Rentner können sich also über die Rentenerhöhung ausschließlich freuen und müssen nicht mit zusätzlichen Abgaben rechnen – dank verschiedener Möglichkeiten, die Steuerlast zu reduzieren.

9. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.