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Rentenversicherungspflicht: Rentenbezug vor der Regelaltersgrenze

Wer in Deutschland eine abhängige Beschäftigung ausübt, unterliegt während dieser Zeit bis zum Eintritt in den Ruhestand der Rentenversicherungspflicht.

Rentner können erst nach Erreichen der Regelaltersgrenze grundsätzlich unbegrenzt hinzuverdienen, vorher dürfen sie nur begrenzt erwerbstätig sein. Damit sie ihren Rentenanspruch einer vorgezogenen Altersrente nicht gefährden, darf das monatliche Einkommen bestimmte Hinzuverdienstgrenzen nicht übersteigen.

Rentenversicherungspflicht für Rentner bei Hauptbeschäftigung

Generell gilt die Sozialversicherungspflicht – außer beim Minijob – auch für Altersrentner. Arbeitende Altersrentner sind somit anderen Beschäftigten gleichgestellt. Laut Gesetz üben Rentnerinnen und Rentner dann eine Hauptbeschäftigung aus, wenn ihr Einkommen über 450 € im Monat liegt. Ab diesem Verdienst werden sie zu den versicherungspflichtigen Arbeitnehmern gezählt.

Weitaus häufiger werden Altersrentner als Minijobber (geringfügig entlohnter Beschäftigter) tätig. Aufgrund der Rentenreform wird die Altersgrenze für die Regelaltersrente von ehemals 65  Jahren auf 67 Jahre stufenweise angehoben. Versicherte ab Jahrgang 1958 erreichen die Altersgrenze mit 66 Jahren.

Altersrente beendet versicherungstechnisch Arbeitsleben von Rentnern

Mit der Zahlung einer Vollrente wegen Alters endet aus versicherungstechnischer Sicht das Erwerbsleben von Rentnern. Wer eine Altersvollrente überwiesen bekommt, kann sich kraft Gesetzes auf die Versicherungsfreiheit in der gesetzlichen Rentenversicherung berufen.

Die Ausübung einer versicherungspflichtigen Beschäftigung hat daher keine Auswirkungen auf die Höhe einer Rentenleistung. Vom Rentner selbst sind keine Arbeitnehmerbeiträge zu zahlen, allerdings zahlt der Arbeitgeber Beiträge in Form des Arbeitgeberanteils zur Rentenversicherung (50% des Beitragssatzes) ein.

Rentner in Minijobs: Rentenversicherungspflicht

Bei einem Minijob entsteht eine Rentenversicherungspflicht nicht für den Bezieher einer Vollrente wegen Alters, sondern für den Arbeitgeber. Dieser muss einen Pauschalbeitrag, nämlich 15%, zur Rentenversicherung abführen. Bei Privathaushalten sind es 5%. Diese Einzahlungen haben keinen Einfluss auf die Höhe der eigenen Rente, falls diese als Vollrente wegen Alters bezogen wird.

Wenn ein Rentenempfänger mehrere Minijobs ausübt und im Monat mehr als 450 € verdient, entrichten Arbeitgeber keinen Pauschalbeitrag zur gesetzlichen Rentenversicherung mehr. In diesem Fall besteht für alle Minijobs die Rentenversicherungspflicht. Die jeweiligen Arbeitgeber zahlen zu jedem Minijob einen Beitrag in der bei versicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnissen üblichen Höhe.

In Zahlen ausgedrückt, beläuft sich der Arbeitgeberanteil bei allgemeiner Versicherungspflicht bei 9,45% (2013). Zu einer Rentenerhöhung kommt es auch in einem solchen Fall nicht.

Sozialversicherungspflichtiges Arbeiten über Renteneintrittsalter hinaus lohnt sich

Das Arbeitsleben endet keineswegs immer automatisch. Im Jahr 2013 wird die Regelaltersgrenze mit 65 Jahren und zwei Monaten erreicht. Denn das Alter an sich ist in Deutschland kein Kündigungsgrund.

Um Rente zu erhalten, muss man zudem einen Rentenantrag stellen. Die Antragstellung lässt sich aufschieben. Wer über das gesetzliche Renteneintrittsalter hinaus arbeitet, ist meist weiterhin rentenversicherungspflichtig.

Gezahlte Beiträge sorgen gleichfalls für eine Rentenerhöhung. Zwei Jahre Mehrarbeit können im günstigsten Fall bis zu 20% mehr Rente lebenslang bringen.

29. Mai 2013

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Thomas Detlef Bär
Von: Thomas Detlef Bär. Über den Autor

Thomas Detlef Bär ist diplomierter Ökonom. Seit einigen Jahren ist er als Autor rund um den Bereich Finanzen aktiv. Dabei hat er sich auf Ratgeber- und Wissensbeiträge spezialisiert. Lesern möchte er Fakten zur Vertiefung des eigenes Wissen vermitteln und gleichzeitig zu neuen Überlegungen anregen.