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Rentenzahlung ins Ausland: Den Ruhestand genießen

Wer seinen Ruhestand im Ausland verbringen möchte, sollte sich schon vor seinem Wegzug mit den Möglichkeiten – aber auch Fallstricken und Einschränkungen – der Rentenzahlung ins Ausland vertraut machen. Nach einer umfassenden Aufklärung, welche Änderungen sich bei der Rentenvorsorge ergeben, können Rentner den Ruhestand im Ausland in vollen Zügen genießen.

Regelungen der Rentenzahlung ins Ausland

Die Höhe von gesetzlichen Rentenzahlungen ins Ausland richtet sich vorrangig nach der Wohnsituation. Liegt der Wohnsitz nur vorübergehend im Ausland, also weniger als 6 Monate lang, werden die Bezüge weiterhin in voller Höhe ausgezahlt. Anders sieht es bei einem dauerhaften, auch „gewöhnlich“ genannten Wohnsitz im Ausland aus. Dies ist der Fall, wenn der Wohnsitz mehr als 6 Monate im Jahr ins Ausland verlagert wurde.

Hierbei hat der Versicherungsträger das Recht, die Höhe der Bezüge oder den Rentenanspruch zu kürzen. Dies geschieht jedoch nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei der Rente wegen verminderter Erwerbstätigkeit. Zu den weiteren Einschränkungsmöglichkeiten für Rentenzahlungen ins Ausland gehören die Staatsangehörigkeit, Dauer der Versicherungsmitgliedschaft, Höhe der Entgeltpunkte, Geburtsdatum, Zeitpunkt der Auswanderung sowie das Land, in das ausgewandert wird.

Einschränkungen bei verminderter Erwerbstätigkeit

Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit unterliegen im Ausland Einschränkungen. Diese Einschränkungen betreffen eingeschränkt Erwerbsfähige, für die in  Deutschland kein geeigneter Arbeitsplatz gefunden werden konnte. Leben die Rentenempfänger im Ausland, werden diese Renten nicht gewährt. Der Grund hierfür ist einfach: Der Arbeitsmarkt im Ausland kann zur Prüfung des Anspruchs nicht berücksichtigt werden.

Jedoch sind nicht grundsätzlich alle Berechtigten dieser Rente im Ausland ausgeschlossen. Bei den Berechtigten, deren Gesundheitszustand als Voraussetzung für den Rentenanspruch angesehen wird, wird die Rente wegen verminderter Erwerbstätigkeit auch im Ausland ausgezahlt.

Einige Länder (hierzu gehören die Staaten der Europäischen Union sowie Island, Norwegen, die Schweiz und Liechtenstein), deren Verordnungen und Sozialversicherungsabkommen entsprechende Gleichstellungsregelungen beinhalten, sind prinzipiell von den Einschränkungen ausgenommen.

Steuerzahlung auch für Auslandsrenten

Viele Rentner genießen zwar die Rentenzahlungen, die ihnen im Ausland zufließen, vergessen jedoch ihre eigene Pflicht der Steuerabgabe. Diese Rentenbesteuerung besteht nämlich oftmals auch im Ausland. Seit 2005 gilt die „nachgelagerte Besteuerung“. Dies bedeutet eine zunehmende Minderung der Besteuerung der Vorsorgeaufwendungen während des Berufslebens. Im Gegenzug kommt es zu einer erhöhten Besteuerung der Renteneinkünfte.

Eine ungeschränkte Steuerpflicht besteht bei denjenigen Rentnern, die weiterhin einen Wohnsitz in Deutschland besitzen und weniger als 6 Monate im Ausland verbringen. Bei einem gewöhnlichen Aufenthalt im Ausland liegt eine beschränkte Steuerpflicht vor, auch wenn Einkünfte in Deutschland bezogen werden.

Durch ein Doppelbesteuerungsabkommen kann vermieden werden, dass eine doppelte Besteuerung vorgenommen wird. Allerdings muss vorher geklärt sein, ob das jeweilige Auswanderland auch an dem Doppelbesteuerungsabkommen teilnimmt.

Fallstrick der beschränkten Steuerpflicht

Eine beschränkte Steuerpflicht hört sich für jeden Steuerzahler erst einmal gut an. Allerdings sollte beachtet werden, dass in diesen Fällen der Freibetrag von 8.004 € nicht angerechnet werden darf. Das bedeutet die Besteuerung des steuerpflichtigen Teils der Rente ab dem 1. Euro.

Dies kann zu einer hohen Steuerlast führen, die mit kleineren Rentenbezügen schwer zu bewältigen ist. Allerdings gibt es einen Ausweg aus der Misere: der Antrag auf unbeschränkte Steuerpflicht. Voraussetzung hierfür ist, dass das Welteinkommen mindestens zu 90% der deutschen Einkommensteuer unterliegt oder aber die Einkünfte, die nicht der deutschen Einkommensteuer unterliegen, weniger als 8.004 € betragen.

Individuelle Beratung unverzichtbar

Den Ruhestand im Ausland zu verwirklichen, kann die Erfüllung aller Rentnerträume darstellen, jedoch auch in einem finanziellen Fiasko enden. Um dies zu vermeiden, sollte möglichst schon vor dem Renteneintritt eine individuelle Beratung seitens des zuständigen Versicherungsträgers stattgefunden haben. Das Thema Rentenzahlungen ins Ausland ist teilweise sehr komplex und auch länderspezifisch. Das Einholen ausführlicher Informationen ist somit unabdingbar.

18. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.