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Rentenzahlung: Versorgungsausgleich bei Scheidung

Ehescheidungen bedeuten nicht nur emotionale Belastungen, sondern haben auch Auswirkungen auf Versorgungsansprüche im Rentenalter. Um keine wirtschaftliche Schieflage für einen der Ehepartner aufkommen zu lassen, wurden 2009 die Regeln zum Versorgungsausgleich im Scheidungsfall gesetzlich neu festgelegt. Rentenzahlungen werden demnach gleichwertig unter den Ehepartnern aufgeteilt.

Rentenzahlung bei Scheidung: So funktioniert’s

Um eine finanzielle Gerechtigkeit für beide Partner im Ruhestand gewährleisten zu können, erfolgt ein sogenannter Versorgungsausgleich. Dieser Ausgleich wird direkt vom Familiengericht durchgeführt. Der Versorgungsausgleich wurde im September 2009 reformiert.

Mehr zum Thema: Versorgungsausgleich Rente: das passiert bei Scheidung

Grundsätzlich besagt diese Reform, dass alle während der Ehezeit erworbenen Anwartschaften und Versorgungsanrechte gleichwertig unter den Ehepartnern aufgeteilt werden. Jeder Ehepartner bekommt hierfür ein eigenes Rentenkonto beim jeweiligen Versicherungsträger.

Die Regelungen betreffen dabei sowohl die private und gesetzliche Altersvorsorge als auch die betriebliche Rente, Ansprüche aus berufsständischen Versorgungswerken und die Beamtenversorgung des Bundes. Diese Rentenzahlungen bei Scheidung können für den einen Partner eine Minderung seiner Rente bedeuten, während sie für den anderen Partner eine Rentenerhöhung darstellen.

Der Versorgungsausgleich findet jedoch nur automatisch statt, wenn die Ehe 3 Jahre überdauerte. Bei einer Ehedauer von bis zu 3 Jahren (inklusive dem Trennungsjahr) findet der Versorgungsausgleich nur auf Beantragung durch einen Ehepartner statt. Übrigens: Die Reform des Versorgungsausgleiches betrifft nicht nur Ehepaare, sondern auch eingetragene Lebenspartnerschaften, die seit 2005 geschlossen wurden.

Vereinfachungen des Rentensystems bei Trennungen

Die neuen Regelungen des Versorgungsausgleiches sollen die Rentenzahlungen bei Scheidungen vereinfachen. Entscheidungen des Familiengerichts wurden vor der Reform erst bei Rentenbeginn wirksam, nun werden die Versorgungsansprüche direkt mit der Scheidung geklärt. Auch werden alle Rentenansprüche gleichwertig aufgeteilt.

Die vorherigen gesetzlichen Regelungen besagten unter anderem, dass eine private Vorsorge nicht geteilt werden müsse, dafür musste jedoch mehr von der gesetzlichen Rente abgegeben werden. Diese Verrechnungen verkomplizierten das System des Versorgungsausgleiches ungemein.

Für Rentner, die sich scheiden lassen, entfällt zudem das „Rentnerprivileg“. Bekamen Rentner vor der Reform noch die komplette Rente ausbezahlt, bis der einstige Ehepartner in den Ruhestand trat, mindert sich die Rente nun sofort ab dem Zeitpunkt der Scheidung.

Mehr zum Thema: Rentnerprivileg: Was hat es damit auf sich?

Versorgungsansprüche klären

Schon vor Beginn einer Ehe sollten die Versorgungsansprüche im Falle einer Scheidung beiden Ehepartnern klar sein.

Denn alle während der Ehezeit erworbenen Anwartschaften und Versorgungsaussichten werden im Rentenalter berücksichtigt und gleichwertig aufgeteilt. Eventuelle finanzielle Ungleichgewichte sollen so verhindert werden.

Allerdings können natürlich auch Vereinbarungen zwischen Ehepartnern bestehen, die diese Regelungen außer Kraft setzen. Interne Regelungen können besagen, dass die Rentenansprüche von einem Ehepartner voll behalten werden dürfen, sofern er zum Beispiel das Wohnhaus dem anderen Partner überlässt.

Allerdings müssen auch diese internen Regelungen vor dem Familiengericht Bestand haben. So können Ungerechtigkeiten direkt im Keim erstickt werden.

15. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sonja Hüsken. Über den Autor

Schon vor ihrem Studium der Volkswirtschaftslehre beschäftigte sich Sonja Hüsken intensiv mit dem Zusammenspiel von Politik und Wirtschaft und der Frage nach der richtigen Vorsorge. Immer im Fokus: Der Mehrwert der Information für den Leser.