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Reverse Bonus-Zertifikate: Das gespiegelte Capped Bonus-Zertifikat

Das Reverse Bonus-Zertifikat bietet überproportionale Renditechancen bei leicht fallenden oder gleich bleibenden Märkten.

Es handelt sich um eine Spiegelung des bekannteren Capped Bonus-Zertifikats.

Diese beiden Zertifikatarten werden oft verwechselt – unterscheiden sich aber fundamental.

Mehr zum Thema: Capped Bonus-Zertifikat

Währen das Capped Bonus-Zertifikat von einer Seitwärtsbewegung mit der Tendenz zu leichten Kurssteigerungen ausgeht, so geht das Reverse Bonus-Zertifikat von einer Seitwärtsbewegung mit leicht sinkenden Kursen aus.

Hier werden die Besonderheiten des Reverse Bonus-Zertifikats und die Charakteristiken des Produkts erklärt.

Mehr zum Thema: Zertifikate: Definition und Hintergründe

Funktionsweise: Reverse Bonus Zertifikate

Ein Reverse Bonus-Zertifikat bezieht sich immer auf einen Basiswert.

Der Basiswert kann eine Aktie oder einen Aktienindex (z.B.DAX oder Eurostoxx 50) sein.

Dieser Basiswert bestimmt grundlegend die Preis- und Renditeentwicklung eines Reverse Bonus-Zertifikates.

Mehr zum Thema: Basiswert – Hebel für mehr Rendite

Etwaige Dividendenausschüttungen des Basiswerts werden vom Emittenten einbehalten und nicht an die Anleger ausgeschüttet und auch nicht eingepreist.

Zusätzlich zum Basiswert sind – wie beim Capped Bonus-Zertifikat – noch drei weitere Charakteristiken entscheidend:

  • Die Kursschwelle (Barriere)
  • Der Bonus-Level
  • Die Partizipationsgrenze (CAP)

Die Kursschwelle

Hier liegt der fundamentale Unterschied zum Capped Bonus-Zertifikat.

Während dort die Kursschwelle unter dem Emissionspreis liegt – so liegt die Kursschwelle beim Reverse Bonus Zertifikat über dem Emissionspreis.

Steigt der Basiswert stark und berührt diese Kursschwelle – auch nur einmal – während der Laufzeit, so erlischt das Recht auf die Bonuszahlung zur Fälligkeit.

Dieser Sicherheitspuffer stellt sicher, dass vor Berühren der Barriere ein Verlust mit dem Bonuszertifikat nicht möglich ist.

Sollte die Barriere berührt werden – so erhält der Anleger bei Fälligkeit des Reverse Bonus-Zertifikats nicht wie beim Capped Bonus-Zertifikat den Basiswert sondern den Basiswert minus der prozentualen Kurssteigerung.

Angenommen ein Reverse Bonus-Zertifikat hat einen Emissionspreis von 100 € und eine  Kursschwelle von 120 € – der Basiswert steigt aber bis zum Datum der Fälligkeit auf 130 €.

In diesem Fall erhält der Anleger am Laufzeitende 70% des Wertes des Basiswerts.

Die Rechnung ist einfach 100 (Emissionspreis)-30(Wertsteigerung)=70.

Der Investor erhält also am Laufzeitende 70€ pro Anteilsschein.

Sinkt der Preis des Basiswertes jedoch nach berühren der Kursschwelle wieder gilt die gleiche Rechnung, nur mit unterschiedlichen Vorzeichen.

Nehmen wir an der Basiswert aus dem vorherigen Beispiel berührt zwar die Kursschwelle während seiner Laufzeit, sinkt aber am Datum der Fälligkeit wieder auf einen Wert von 10% unterhalb des Emissionspreises so erhält der Anleger am Laufzeitende 110% vom Emissionspreis zurück

Er macht also eine Rendite von 10%.

Achtung: Auch hier gilt die Partizipationsgrenze, auf diese wird später im Artikel eingegangen.

Der Bonus-Level

Natürlich haben auch Reverse Bonus-Zertifikate einen Hacken. Die Chance auf den Bonus bezahlt der Anleger mit einem Verzicht auf potentielle Gewinne, die über der Partizipationsschwelle liegen.

Die Partizipationsschwelle wird im Regelfall in gleicher Höhe wie die Bonusschwelle festgelegt.

Wenn der Basiswert sich also sehr schwach entwickelt, so kann der Investor immer nur bis zum Bonuslevel an der Wertminderung mitpartizipieren.

Auch bei Berührung der Kursschwelle während der Laufzeit und anschließender sehr schwacher Entwicklung des Basiswerts – gilt diese Partizipationsgrenze.

Die Partizipationsschwelle (CAP)

Die Partizipationsgrenze beim Reverse Bonus-Zertifikat ist immer ein Betrag der über dem Ausgabepreis liegt – und meist mit der Bonusschwelle einhergeht.

Wenn der Basiswert stärker sinkt als der Bonuslevel so.

Die Partizipationsschwelle wird im Regelfall in gleicher Höhe wie der Basiswert festgelegt. Kann aber in Ausnahmefällen auch höher liegen.

Wenn der Basiswert sich also sehr schwach entwickelt, so kann der Investor immer nur bis zum Bonus-Level an der Wertminderung des Basiswerts mitpartizipieren.

Auch bei Berührung der Kursschwelle während der Laufzeit und anschließender sehr schwacher Entwicklung des Basiswerts – gilt diese Partizipationsgrenze.

Nehmen wir an der Basiswert eines Reverse Bonus-Zertifikats berührt die Kursschwelle während der Laufzeit, verliert jedoch anschließend – bezogen auf den Anfangspreis – 30% an Wert so erhält er theoretisch 130% seines eingesetzten Kapitals zurück.

Liegt die Partizipationsschwelle jedoch bei 110€ – so erhält der Anleger nur 110% des Kapitaleinsatzes zurück.

Dabei ist zu beachten, eine schwache Entwicklung des Basispreises bedeutet im Falle eines Reverse Bonus-Zertifikats eine Wertsteigerung des Zertifikats bis hin zur Partizipationsgrenze.

Reverse Bonus-Zertifikate und die verbundenen Risiken

Aber auch Reverse Bonus-Zertifikate sind mit Risiken verbunden:

  • Bei stark sinkenden Märkten kann nicht voll mitprofitiert werden.
  • Starke Preissteigerungen des Basiswerts verursachen hohe Verluste
  • Bei Zahlungsunfähigkeit des Emittenten entsteht ein Totalverlust (Emittentenrisiko).

Mehr zum Thema: Emittentenrisiko: ETFs, Zertifikate oder doch Optionsscheine?

Für wen sind Reverse Bonus-Zertifikate geeignet

Die Chancen und Risiken eines Reverse Bonus-Zertifikates variieren je nach Basiswert und Wirtschaftslage unterschiedlich ausgeprägt.

Mehr zum Thema: Zertifikate finden – die Auswahl ist groß

Reverse Bonus-Zertifikate sind aber generell für Anleger – mit mittlerer Risikobereitschaft – geeignet die von einer wahrscheinlichen Seitwärtsbewegung des Marktes mit der Möglichkeit einer potentiell negativen Entwicklung des Marktumfeld ausgehen.

8. August 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Michael Frei
Von: Michael Frei. Über den Autor

Der Autor beschäftigt sich seit 8 Jahren intensiv mit den Kapitalmärkten. Michael Frei ist studierter Ökonom und im Finanzsektor tätig. Mit seinem Wissen hilft er den Lesern von GeVestor wirtschaftliche Zusammenhänge besser zu verstehen.