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Rheinmetall AG: Waffen für Krisen und Klimaschutz

Aktien, die in gewissen Abständen gebeutelt werden, nur um sich dann kräftig zu erholen, bieten immer wieder Chancen, günstig zuzusteigen und von satten Wertsteigerungen zu profitieren – das Papier der Rheinmetall AG zum Beispiel. Trotz zwischenzeitlicher Abstürze und kräftiger Erholungen handelt es sich um einen soliden Titel.

Rheinmetall AG: Die Politik macht den Aktienkurs

Hauptgrund für das Auf und Ab sind politische Entscheidungen. Obwohl die Rheinmetall AG mit der zivilen Sparte Automotive und dem Waffenbereich Defence auf zwei gleichstarken Beinen steht, wird der Düsseldorfer Konzern vorwiegend als Rüstungshersteller wahrgenommen. Bis zu 75 % der Umsätze entfallen aufs Ausland.

Militärfahrzeuge, Flugabwehrsysteme, Munition oder Panzergeschütze dürfen aber nur mit Genehmigung der Regierung exportiert werden. Als etwa zu Beginn 2015 alle Waffenexporte nach Saudi Arabien vorerst gestoppt wurden, war das Papier bereits im Vorfeld von 52 € auf 31 € gerutscht. Schon ein Jahr zuvor hatte ein befristeter Lieferstopp fallende Kurse beschert.

Mit der Entscheidung, die kränkelnde Bundeswehr zu sanieren, schoss die Aktie dann bis Anfang 2016 auf 68 € und wurde Gewinner im MDax. Die 70er Grenze wurde zuletzt 2007 geknackt. Die Wertentwicklung kann sich also zwischen 44% in einem Jahr und 7,5% über 10 Jahre bewegen.


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Steigende Verteidigungsbudgets

Trotz erhöhter Volatilität ist das Sicherheitsprofil moderat. Im Defence-Bereich trägt dazu bei, dass Deutschland ein vitales Interesse am Erhalt militärischer Schlüsseltechnologie hat. Auch sind staatliche Auslandsaufträge mit meist stattlichen Beträgen in der Regel durch Hermesbürgschaften gesichert. Und auf Lieferungen folgen dann Wartungsverträge.

Die Auftragsvolumina liegen gerne im dreistelligen Millionenbereich. Sie haben sich seit dem Kampf gegen den islamistischen Terror und Russlands Muskelspielen gegenüber dem Westen gehäuft. Bestellungen kamen aus Polen, Litauen oder Schweden. Auch die Bundeswehr rüstet auf, mit gut 130 Mrd. € bis 2030 – ein Großteil entfällt auf Rheinmetall.

So lag 2015 der Konzernumsatz bei rund 5,2 Mrd. €, 11 % mehr als im Vorjahr. Der Gewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg auf 287 Mio. €. Das Ergebnis geht unter anderem auf ein umfangreiches Umbau- und Effizienzprogramm in der Rüstungs- und der Automotive-Sparte zurück.

Zwei Säulen zum Erfolg

Letztere hatte die 1889 gegründete Waffenschmiede vor 30 Jahren aufgebaut. Das spätere Zwei-Säulen-Modell hat sich bewährt. Beide tragen gut die Hälfte zum Umsatz bei und können Einbußen im jeweils anderen Bereich ausgleichen. Als etwa 2014 die Rüstung mit 67 Mio. € Ebit im Minus lag, rettete die Autosparte als Zulieferer für Module rund um den Motor das Konzernergebnis von insgesamt 102 Mio. €. Systeme zur Schadstoffreduzierung und Motoreffizienz sind weltweit gefragt.

Rheinmetall war gut beraten, seine 2011 gehegten Pläne, diesen Bereich abzustoßen, auf Eis zu legen. Damals kamen Überlegungen auf, mit dem Münchener Panzerbauer Krauss Maffei Wegmann (KMW) zu fusionieren. Doch der beschloss 2014, die Ehe mit dem französischen Rüstungskonzern Nexter vorzuziehen. Das wiederum ist auch in der Politik umstritten, nicht zuletzt wegen der Erfahrung mit Frankreichs Dominanzgebaren bei ähnlichen Projekten.

Panzerpartner KMW auf Abwegen

Für Rheinmetall würde ein vertrauter Partner in einem unberechenbaren Großkonzern aufgehen. Bislang kooperieren die Düsseldorfer mit KMW erfolgreich in zahlreichen Projekten und mit gemeinsamen Tochterunternehmen. Paradebeispiel ist der weltweit begehrte Panzer Leopard. Rheinmetall konzentriert sich auf Gefechtstürme, Bewaffnung und Munition. Zusammengearbeitet wird auch bei den Rheinmetallprodukten Schützenpanzer Puma, Panzerhaubitzen oder dem Radpanzer Fuchs und Boxer.

Sollten die Münchner im geplanten Nexter-KMW-Konzern nicht gerade zum Juniorpartner verkommen, bliebe Rheinmetall mit seinem Know-how auch künftig unentbehrlich, wenn auch mit Reibungsverlusten.

Rheinmetall – Mittelfristig steigende Nachfrage

Abgesehen davon bietet er als einziger in Europa die gesamte Palette taktischer Kampffahrzeuge. Im internationalen Ranking der Rüstungsbetriebe findet sich das Unternehmen 2015 auf Platz 31. die Rheinmetall AG ist mit Ablegern, Joint-Ventures und Tochterunternehmen international vertreten und beschäftigt über 20.000 Mitarbeiter.

In der Vergangenheit hat sich der Konzern wendig genug gezeigt und ist mit steten Zukäufen und vor allem dem Zwei-Säulen-Modell gewachsen. Die Nachfrage an umweltfreundlichen Motorsystemen wird international unausweichlich steigen. Auch der Rüstungsbereich ist auf absehbare Zeit eher im Aufwind. Europas Streitkräfte zumindest haben erheblichen Nachholbedarf.

Aktionäre der Rheinmetall AG befinden sich ohnehin in bester Gesellschaft. Allianz, Commerzbank, Deutsche Bank oder der weltgrößte Vermögensverwalter Black Rock sind mit zwei- und dreistelligen Millionenbeträgen beteiligt.

30. März 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.