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Riester-Rente: Privat vorsorgen für das Alter?

Um die immer größer werdenden Versorgungslücken bei der staatlichen Rente wenigstens teilweise zu schließen, hat der Gesetzgeber im Jahr 2002 – damals also unter der rot-grünen Bundesregierung – die Riester-Rente eingeführt.

Benannt ist sie nach Walter Riester, damals Arbeitsminister während der Kanzlerschaft Gerhard Schröders.

Kürzung der gesetzlichen Rente

Nachdem in den 90er Jahren noch der damalige Arbeitsminister Norbert Blüm erklärt hatte „Die Rente ist sicher“, reagierte die Regierung Schröder auf die demografische Entwicklung – dass nämlich angesichts des anhaltenden Geburtenrückgangs immer weniger Junge die Rente für immer mehr Alte erwirtschaften, und dieser Trend sich in Zukunft noch verstärken wird.

Einher ging das Modell der Riester-Rente damals mit einer Kürzung der umlagefinanzierten staatlichen Rente.

Rentenlücke schließen

Die Idee dahinter: Die Lücke, die durch die Rentenkürzung bei einem gesetzlich versicherten Arbeitnehmer entsteht, soll durch eine private Altersvorsorge geschlossen werden.

Damit dies auch möglichst viele Arbeitnehmer machen und um einen gewissen Ausgleich zur Rentenkürzung zu schaffen, unterstützt der Staat die Riester-Rente in Form einer Zulage.

Um diese muss sich der Riester-Sparer selbst kümmern und einen entsprechenden Antrag stellen. Selbständige, die nicht gesetzlich pflichtversichert sind, sind von der Riester-Rente ausgeschlossen.

Vorteil mit Kindern

Die staatliche Grund-Zulage beträgt bis zu 154 Euro pro Jahr. Für jedes Kind, das im Haushalt lebt,  kommen noch einmal 185 Euro hinzu – bei ab dem Jahr 2008 geborenen Kindern sogar bis zu 300 Euro.

Hinzu kommen noch mögliche Steuervorteile, denn die Riester-Beiträge können als Sonderausgaben beim Finanzamt geltend gemacht werden (die spätere Auszahlung im Rentenalter unterliegt dann allerdings der Besteuerung).

Um die volle Zulage zu erhalten, muss der Arbeitnehmer vier Prozent der Bemessungsgrundlage (= Vorjahreseinkommen) in seinen Riester-Vertrag einzahlen.

Verschiedene Sparformen

Die Riester-Sparer können unter verschiedenen Sparformen wählen: Sie können einen normalen (Renten-)Versicherungsvertrag abschließen oder sich für einen einfachen Banksparplan entscheiden oder aber für einen Fondssparplan bzw. eine fondsgebundene Riester-Rentenversicherung.

Zudem  gibt es auch die Möglichkeit des Wohn-Riesters (zum Kauf einer Eigentumswohnung oder eines Hauses), welche künftig noch flexibler gestaltet werden soll, sowie das Riester-Bausparen.

Verlustrisiko ausgeschlossen

Ausbezahlt wird die Riester-Rente in Form von monatlichen Raten ab Rentenbeginn. Somit kann der Riester-Sparer seine gesetzliche Rente aufbessern.

Das Besondere bei allen Riester-Verträgen: Die Anbieter (Versicherungen, Banken, etc.) müssen garantieren, dass zum Laufzeitende des Vertrags mindestens die eingezahlten Beiträge inklusive Zulagen zur Verfügung stehen. Ein Verlustrisiko wird so ausgeschlossen, was allerdings die Rendite schmälert.

Deutliche Kritikpunkte

Trotz der Vorteile steht die Riester-Rente seit Jahren in der Kritik. Betroffen sind insbesondere folgende Punkte: Sie sei zu kompliziert; die Kosten bzw. Gebühren der Anbieter seien zu hoch und intransparent; Geringverdiener könnten sich die Beiträge nicht leisten und so ginge die Förderung an ihnen vorbei.

Durch eine Reform versucht die Bundesregierung, einige Kritikpunkte zu entschärfen: u. a. sollen die Kosten bei einem Anbieterwechsel begrenzt, die Produktinformationen verbessert und so der Vergleich erleichtert werden.

10. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Bernd Frank
Von: Bernd Frank. Über den Autor

Bernd Frank hat sein finanzwirtschaftlichen Hintergrund beim Handelsblatt und der Nachrichtenagentur Reuters über lange Jahre ausgebaut und vertieft und vermittelt heute komplexe Sachverhalte aus der Finanzwelt für die Leser von GeVestor.