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Riester-Rente versteuern: So funktioniert‘s

Schon früh an die Altersvorsorge zu denken wird immer wichtiger, um im Alter nicht unter Altersarmut zu leiden. Dabei gibt es verschiedene Wege, wie am Besten für das Alter gespart werden kann. Neben der gesetzlichen Rente und privater Altersvorsorge über Aktien, Fonds oder Lebensversicherungen gibt es die Riester-Rente. Die Riester-Rente ist eine privat finanzierte Rente, die durch staatliche Zulagen gefördert wird.

Benannt nach ihrem Erfinder, dem ehemaligen Bundesminister für Arbeit und Sozialordnung Walter Riester, können unter anderem rentenversicherungspflichtige Arbeitnehmer und rentenversicherungspflichtige Selbstständige die Zulagen erhalten. Ausgezahlt wird die Riester-Rente mit dem Eintritt in den Ruhestand zwischen dem 65. und 67. Lebensjahr. Auch eine Auszahlung ab dem 60. Lebensjahr ist bei einem Frühruhestand möglich. Dabei ist die Auszahlung im Alter nicht steuerfrei.

Die Riester-Rente müssen Arbeitnehmer voll versteuern, weshalb sie in Anbetracht niedriger Renditen wenig rentabel sein kann. Einzig Vielverdiener, bei denen die jährliche Steuerersparnis die nachgelagerte Besteuerung aufwiegt, können von der Riester-Rente gut profitieren.

Rentner müssen die Riester-Rente nachgelagert versteuern

Diese nachgelagerte Besteuerung gilt als der größte Nachteil der Riester-Rente, die sie unrentabel machen kann. Lockt der Riester-Vertrag anfänglich mit Steuervergünstigungen und den staatlichen Zulagen, müssen Sparer in der Auszahlungsphase die Leistungen voll versteuern. Der Steuersatz ist dabei der persönliche Grenzsteuersatz bemessen an der Rentenhöhe. Für Gutverdiener kann sich die jährliche Steuerersparnis lohnen, sie kann die Versteuerung im Alter aufwiegen.

Wie viel Prozent des Renteneinkommens besteuert werden müssen, hängt vom Alter beim Eintritt in die Rente ab. Renten mit Rentenbeginn im Jahr 2005 wurden mit 50% besteuert und seitdem werden pro Jahr 2% dazu gerechnet. 2016 muss ein Rentner also 72% seiner Rente versteuern.

Für wen die Riester-Rente lohnt

Kommt eine Einzelperson mit ihren gesamten Einkünften allerdings nicht über den Freibetrag von 8.652 € (Stand 2016) oder ein Ehepaar gemeinsam nicht über die Grenze von 17.304 €, dann müssen Sie keine Steuern zahlen. Die Riester-Rente wird in die Jahreseinkünfte mit eingerechnet und kann dementsprechend steuerfrei sein.

Berechnungen haben gezeigt, dass ein 40-Jähriger, der 50.000 € Brutto im Jahr verdient, erst mit 85 Jahren auf eine garantierte Nettorendite von 0,2% käme. Mit 90 Jahren wären es 1,3%. Zum Vergleich: Mit der Senkung des Garantiezinses für Renten- und Lebensversicherungen auf 1,25% im Januar 2016 sind die Aussichten für Neukunden eher bescheiden.

Private Altersvorsorge bietet eine gute Alternative zur Riester-Rente

Ob sich eine Riester-Rente lohnt hängt neben der steuerlichen Ersparnis während der Erwerbstätigkeit auch von der Lebensdauer ab. Diese ist aber natürlich vorher nicht vorherzusehen. Für Sparer mit einem hohen Jahreseinkommen kann die jährliche Steuerersparnis durchaus attraktiv sein und mehr Geld einsparen, als es die nachgelagerte Besteuerung im Alter wieder auffrisst. Gründliches Rechnen empfiehlt sich für alle, die mit dem Abschluss einer Riester-Rente liebäugeln. Die nachgelagerte Besteuerung macht die Riester-Rente darüber hinaus unattraktiv.

Grundsätzlich gilt, dass Personen, die für ihr Alter vorsorgen wollen, eher auf private Altersvorsorge zurückgreifen sollten. Mit gut gewählten Aktien, Fonds oder Ansparplänen kann ein Polster für das Alter aufgebaut werden und schon mit kleinen Beträgen kann mit den richtigen Produkten gut vorgesorgt werden.

14. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.