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Riester: Vorsicht bei Gehaltserhöhungen

Wer eine Gehaltserhöhung bekommt und gleichzeitig mit Riester vorsorgt, muss aktiv werden, damit seine Zulagen nicht gekürzt werden. Denn diese Gefahr droht, wenn die Sparraten nicht an das erhöhte Einkommen angepasst werden.

Riester und Gehaltserhöhungen: Was steckt dahinter

Was steckt dahinter? Bis zu 154 Euro Grundzulage pro Jahr bekommen Sie bei einem Riestervertrag. Dazu 185 Euro Extrazulage pro Kind. Bei Kindern, die ab dem 1. Januar geboren wurden, liegt die Kinderzulage sogar bei 300 Euro.

Bei dieser Regelung wird eines oft übersehen: die Einschränkung „bis zu“. Die oben genannten Höchstsätze an Zulagen gelten nämlich nur für Riester-Sparer, die den gesetzlich festgelegten Mindestbetrag in den Riestervertrag einzahlen.

Inklusive der Zulagen müssen 4 Prozent des rentenversicherungspflichtigen Bruttoeinkommens erzielt sein.

Beispiel für das Verhältnis von Riester und Gehalterhöhungen

Eine Frau mit einem vor 2008 geborenen Kind hat im Jahr 2010 insgesamt 20.000 Euro verdient. 4 Prozent davon sind 800 Euro. So viel muss sie 2009 inklusive der Zulagen in ihren Riestervertrag eingezahlt haben. Sie bekommt die Grundzulage (154 Euro) und einmal die Kinderzulage (185 Euro).

Selbst aufbringen muss sie also mindestens (800 – 154 – 185 =) 461 Euro, um in den Genuss der vollen Zulagen zu kommen. Angenommen, für 2011 hat sie eine Gehaltserhöhung von 2 Prozent erhalten und verdient somit 20.400 Euro. 4 Prozent davon sind 816 Euro. Sie muss also 16 Euro mehr in ihren Riestervertrag einzahlen, um die vollen Zulagen zu erhalten.

Riester-Sparen ändern ihre Sparraten fast nie

Tatsache ist aber: Rund 78 Prozent aller Riester-Sparer haben in den vergangenen 12 Monaten ihre Sparraten nicht verändert. Es ist sehr wahrscheinlich, dass viele davon deshalb eine anteilige Kürzung Ihrer Riester-Zulagen in Kauf nehmen müssen.

So ändern Sie ihre Riester-Sparraten

Dem können Sie vorbeugen: Passen Sie Ihre Riester-Sparraten Ihrem aktuellen Einkommen ein. Falls Sie genug verdienen: Ab einem Höchstsatz von 4.100 Euro an Sparraten brauchen Sie keine Anpassung mehr vorzunehmen.

Dann erhalten Sie – unabhängig von Ihrem rentenversicherungspflichtigen Einkommen – die Höchstzulagen auf jeden Fall. Voraussetzung dafür ist lediglich, dass sie den entsprechenden Antrag bei Ihrem Riester-Anbieter auch gestellt haben. Dann kann nichts mehr schiefgehen.

12. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Dr. Erhard Liemen. Über den Autor

Dr. Erhard Liemen ist Chefredakteur verschiedener, international renommierter Informationsdienste. Seit 1996 betreut er den angesehenen und erfolgreichen Dienst "Der Deutsche Wirtschaftsbrief".