von Jan Aalto

RIM - Übernahmegerüchte erhalten neue Nahrung

RIM stellt Blackberry her.

RIM im Fokus von Übernahmegerüchten. Fraglich scheint nur noch der Preis.

Wenn Sie ein Blackberry - Smartphone Ihr Eigen nennen, kennen Sie die "RIM":

Der Hersteller des legendären Profi-Telefons beklagt zusehends Marktverluste.

Bald schon müssten Sie als Fan, Nutzer oder Aktionär mit einer möglichen Übernahme des Unternehmens rechnen. Denn: RIM ist schon seit etlichen Wochen Gegenstand solcher Gerüchte.

Zunächst sah alles nach einem Bluff aus. Jetzt wird die Lage ernster. Schuld ist das Geschäftsmodell des Unternehmens, das zu einseitig auf große Kundne ausgerichtet ist.

RIM: Verkaufsschlager bei Unternehmen

Früher stattete RIM fast alle Unternehmen mit dem einen "Büro"-Smartphone aus. Vorteil des Blackberry war der hohe Sicherheitsstandard.

Inzwischen konzentriert sich die Kundschaft fast ausschließlich noch auf die großen Unternehmen mit dem Bedarf an gut integrierbaren Telefonen für die eigenen IT-Systeme. Dieser Markt aber ist zu klein. Vor allem:

Nach Experteneinschätzung wird das Gerät unbeliebter, sodass die eigentliche Zielgruppe - die Angestellten solcher Unternehmen - gegen Blackberry stimmen werden. Dies wäre das Ende.

Apple, Google und andere Giganten werden versuchen, auch dieses Geschäft zu erorbern.

Chinesen kommen

Vor allem aber kommt die neue Konkurrenz aus Asien. ZTE heißt der chinesische Konzern, der in gut einer Woche Anfang Februar jetzt ein neues Smartphone auf deutschem Boden vorstellen will.

Für diese Art der Konkurrenz schmiedet auch Softwaregigang Microsoft bereits strategische Bündnisse - hier mit den Finnen von Nokia. Diese werden demnächst Windows auf den hauseigenen Smartphones installieren.

Das bedeutet:

  • RIM sähe sich Giganten wie Apple, Google, Microsoft/Nokia und der neuen chinesischen Macht gegenüber.
  • Die Kanadier selbst sind nicht mehr in der Lage, auch nur annähernd soviele Anwendungen / Apps für das eigene System zu kreieren oder anzustoßen wie nötig wäre.
  • Das ganze sonstige Know How von RIM ist auch für einen der Großkonkurrenten lukrativ, deshalb flackern die Übernahmegerüchte neu auf.
  • Jetzt sind die Gründer von Research in Motion, so der vollständige Name, Jim Balsillie sowie Mike Lazaridis, zurückgetreten.
  • Nachfolger ist Thorsten Heins, der früher für die Münchner Siemens AG gearbeitet hat.

Ein strategisches Problem wird bleiben, dass RIM noch nicht einmal mehr auf dem noch jungen Markt der Tablet-PCs (also dem, was Apple als iPad vertreibt) mithalten kann. Daher sind die neuen Übernahmegerüchte glaubwürdig.

GeVestor meint: Vor kurzem war vor allem Samsung Favorit. Wie hoch der Einkaufspreis letztlich sein wird. lässt sich dabei nicht abschätzen. Deutlich wird aber, dass die Gerüchteküche Recht hat.

In den vergangenen Tagen ist die Aktie erneut stark nach oben gesprungen - ganz eindeutig in der Hoffnung auf einen guten Übernahmepreis. RIM wird es bald in der heutigen Form nicht mehr geben, meinen wir jetzt.

 
 
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