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Roll-over-Kredit: Definition und Funktion

Gleich ob im privaten Bereich, für Unternehmen oder die öffentliche Hand: Es gibt kaum eine Projektfinanzierung ohne Kredit. Für jedes Vorhaben gilt es die passende Kreditart zu finden. So unterschiedlich die Formen und Konditionen sind, im Zentrum steht eine möglichst geringe Zinsbelastung.

Landläufig bekannt sind Kredite mit festen oder variablen Zinsen. Besonders günstige Zinsen lassen sich etwa mit Forward-Darlehen sichern, und Cap-Darlehen setzen der Zinsentwicklung Grenzen. In dem Zusammenhang finden sich auch Roll-over-Kredite. Sie sind zwar nicht für Privatleute geeignet, zeigen aber die Möglichkeiten in der Gestaltung von Darlehen.

Roll-over-Kredit: eine Definition

Ein Roll-over-Kredit ist per Definition sinngemäß ein mittel- bis langfristiger überrollender Kredit, bei dem ein festgelegter Zins in bestimmten Abständen in einen neuen Zinssatz gerollt wird. Der Zins wird also periodisch den veränderten Marktbedingungen angepasst. Obwohl damit für die Kreditlaufzeit kein einheitlicher Zins gilt, handelt es sich aber nicht um einen Vertrag mit variablen Zinsen.


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Beim Roll-over-Kredit besagt die Definition, dass nicht der Zins an sich verändert, sondern die Zinsbindungsfrist immer wieder neu festgelegt wird. Das Rollen bezieht sich auf die regelmäßig veränderten Zinszahlungsvereinbarungen, der neue Zinssatz gilt für die Dauer der neuen Bindungsfrist.

In welchen Abständen sich diese Fristen ändern bzw. auslaufen, wird zu Anfang vertraglich festgelegt. Üblich sind Zeiträume von 1, 3, 6 oder 12 Monaten. Je nach Vertrag und Partner richten sich die Zinsen nach Referenzsätzen wie Libor oder Euribor. Libor ist der Referenzzins für unbesicherte Geldmarktkredite zwischen Banken, Euribor für Termingelder in Euro.

Feste Zinsen während jeder Roll-over-Periode

Läuft eine vertraglich vereinbarte Zinsperiode aus, wird der Zins dem aktuellen Referenzzinssatz angepasst. Die Bank hat als Kreditgeber den Vorteil, dass die regelmäßigen Anpassungen ihre Refinanzierung erleichtern und planbar gestalten. Abhängig von der Zinsperiode muss sie sich nur kurzfristig selbst Geld zum aktuellen Refinanzierungssatz beschaffen.

Planbar und für die jeweilige Bindungsfrist begrenzt, bleibt die Zinsbelastung auch für den Kreditnehmer, denn innerhalb einer Roll-over-Periode ist sie konstant, egal wie sich der Referenzzins derweil entwickelt. Mit Blick auf den nächsten Zeitraum allerdings trägt er das Risiko steigender Zinsen.

Dafür kann er zum Ende jeder Periode – je nach Vertrag – den Kredit teilweise oder ganz tilgen. Sinken die Marktzinsen indes, kann wieder neu verhandelt werden. Ob sie sich für den Kreditnehmer oder Kreditgeber positiv entwickeln, ist letztlich nicht vorhersehbar.

Variable Gestaltung – aber nur für Großkunden

Das Ganze ist ein Spiel mit der Länge von Fristen, die einerseits Zinsen sichern, was aber auch bedeutet, dass sie zu zahlen sind, wenn der Marktzins fällt. Eine weitere Variable ist die Gewinnmarge für die Bank. Inwieweit zum Referenzzins ein individueller Abschlag hinzukommt, hängt von der Bonität des Kunden ab.

Die sind in der Regel größere Unternehmen, Kommunen, Bundesländer, Staaten oder auch halbstaatliche Organisationen. Verbreitet werden Roll-over-Kredite auch in der Stand-by-Variante vereinbart, bei der vorsorglich ein Vertrag über die Bereitstellung des erforderlichen Kapitals geschlossen wird. Dies lässt sich beispielsweise in der Haushaltsplanung berücksichtigen.

Dass sich Roll-over-Kredite nur an institutionelle Teilnehmer richten, zeigt sich schon daran, dass der Marktplatz für Roll-over-Kredite der Euro-Geldmarkt ist.

28. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.