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Rückforderbar: Quellensteuer kann im Ausland zurückgeholt werden

Kauft ein Anleger Aktien im Ausland, so muss er häufig nicht nur im fremden Land Steuern zahlen, sondern auch in Deutschland.

Dabei gibt es verschiedene Varianten, wie die Quellensteuer behandelt werden kann – anrechenbar, rückforderbar oder fiktiv.

Wie Erträge ausländischer Aktien versteuert werden

In vielen Ländern muss ein Anleger, wenn er ausländische Aktien besitzt, Steuern in zwei Ländern zahlen und sich mit viel Papierkram herumschlagen.

Dabei kann allerdings die gezahlte Steuer im Ausland häufig bei der Einkommensteuererklärung geltend gemacht werden als eine Art Vorauszahlung der Steuerschuld.

Darüber hinaus existiert eine fiktive Quellensteuer. Diese kann ebenfalls bei der Steuererklärung angegeben und angerechnet werden, allerdings wird diese an der Quelle, also im jeweiligen Land, gar nicht einbehalten.

Der Aktionär hat hier also einen gewissen Steuervorteil, der allerdings mit dem höheren Risiko zu begründen ist, das beim Erwerb von Anleihen aus Entwicklungs- und Schwellenländern und generell aus wirtschaftlich schwächerer Staaten gegeben ist.

So werden in Griechenland und China auf Dividenden 10% Quellensteuer berechnet, in Portugal und Bangladesh 15%  und auf den Philippinen und in Brasilien 20%.

Die fiktive Quellensteuer soll den betroffenen Ländern den Zugang zum Kapitalmarkt erleichtern und ausländischen Kapitalgebern Investitionsanreize bieten.

Rückforderbare Quellensteuer ist nicht anrechenbar

In Ländern, die keine fiktive Quellensteuer erheben, sondern in denen die Quellensteuer tatsächlich einbehalten wird, entspricht die ausländische Quellensteuer nicht immer der tatsächlich gezahlten. Sie kann auch darunter liegen, so dass der Anleger zu viel bezahlt.

Diese Differenz können Betroffene vom jeweiligen ausländischen Staat zurückfordern, weshalb diese Steuer als rückforderbare Quellensteuer bezeichnet wird.

Quellensteuer im Ausland durch Doppelbesteuerungsabkommen geregelt

Damit Anleger nicht doppelt zur Kasse gebeten werden, unterliegen die Beträge, die tatsächlich vom ausländischen Staat einbehalten werden und nicht zur rückforderbaren Quellensteuer zählen, dem Doppelbesteuerungsabkommen.

Für die USA beträgt der Steuersatz zum Beispiel 30%, für US-amerikanische Wertpapiere werden aber nur 15% tatsächlich abgezogen. Auch für deutsche Anleger mit einem deutschen Depot in den USA gelten die 15%.

Rückforderbare Quellensteuer nicht immer leicht zurückzuholen

Mit der Rückforderung der Quellensteuer beim ausländischen Staat sind eine Menge Papierkram und ein großer Aufwand verbunden. Um diesen Prozess zu umgehen, kann die Aktie beispielsweise kurz vor dem Stichtag verkauft werden und dann um die Dividende bereinigt nach der Ausschüttung günstiger wieder zurückgekauft werden.

Ob dies aber wirklich lohnt, sollte gut abgewogen werden. So muss jeder Anleger für sich herausfinden, welcher Weg der beste ist, ausländische Aktien rentabel zu verwalten.

2. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.