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Rückwärtskalkulation – Anwendung ohne allgemeingültige Formel möglich

Bei der Rückwärtskalkulation handelt es sich um einen Begriff, der überwiegend im Handel anzutreffen ist. In diesem Bereich geht es naturgemäß darum, durch geschickten Ein- und Verkauf von Waren einen größtmöglichen Gewinn zu erzielen.

Häufig kaufen Händler ein Produkt zu einem bestimmten Preis ein, berücksichtigen bei der Kalkulation dann alle relevanten Posten – beispielsweise die Handelsspanne – und ermitteln auf die Weise den Verkaufspreis. Doch nicht immer ist eine Kalkulation auf diese Weise möglich. Manchmal erfordern es die Gegebenheiten auf dem Markt, dass andersherum gerechnet wird.

Das steckt hinter der Rückwärtskalkulation

Der Internethandel blüht und immer weniger Händler können es sich erlauben, die Preise für ihre Produkte frei von den äußeren Umständen festzusetzen.

Stattdessen bieten sich den Kunden immer mehr Möglichkeiten, Preise von Waren über das Internet zu vergleichen und somit schnell das günstigste Angebot zu finden. Zwar ist nicht immer allein der Preis ausschlaggebend, aber er spielt für die Verbraucher eine große Rolle.

Deshalb müssen Händler auch stets die Preise der Konkurrenz im Blick behalten. Und an dieser Stelle kommt die Rückwärtskalkulation ins Spiel.

Bei der Rückwärtskalkulation ist es nicht das Ziel, den Verkaufspreis zu ermitteln. Dieser wird nämlich häufig vom Markt vorgegeben. Stattdessen gehen Händler in einem solchen Falle vom Verkaufspreis aus und ziehen von diesem Preis alle Posten ab, die anfallen. Dies geht von Steuern über Provisionen und Rabatte bis hin zum eigenen Gewinn.

Das Ergebnis dieser Rechnung ist dann der sogenannte maximale Listeneinkaufspreis. Dies ist der Preis, den der Händler für den Einkauf des Produkts höchstens zahlen darf, um weiterhin ein gutes Geschäft zu machen.

Die Vorgehensweise bei der Rückwärtskalkulation

Die Ausgangsposition bei der Rückwärtskalkulation ist also der feststehende Listenverkaufspreis. Ziel der Kalkulation ist der Listeneinkaufspreis. Eine allgemeingültige Formel gibt es für die Berechnung nicht, da je nach Händler mit verschiedenen Auf- und Abschlägen oder auch je nach Produkt mit verschiedenen Steuersätzen gerechnet werden muss.

Man kann jedoch die potenziell zu berücksichtigenden Werte auflisten. Ausgangsposition ist wie erwähnt der Listenverkaufspreis. Um zum Ziel – dem Listeneinkaufspreis – zu gelangen, muss zunächst die Umsatzsteuer abgezogen werden.

Zu berücksichtigen sind darüber hinaus Rabatte, die man einem Kunden möglicherweise gewährt. Manche Händler gewähren auch Skonto, was ebenfalls abgezogen werden muss. Als nächstes muss der eigene Gewinn subtrahiert werden.

Die sogenannten Handlungskosten sind zum Beispiel Kosten für Miete, Strom oder Verbrauchsmaterial und werden ebenfalls berücksichtigt. Die Bezugskosten beschreiben vor allem Versand- oder Lieferkosten und werden auch abgezogen.

Doch es gibt auch Positionen, die hinzuaddiert werden können. Erhält man zum Beispiel als Händler selbst einen Rabatt oder bekommt Skonto vom Hersteller bzw. Verkäufer gewährt, wird der jeweilige Wert hinzuaddiert. Gleiches gilt für die Umsatzsteuer.

Allgemeines zur Berechnung

Derartige Berechnungen sind heutzutage nicht unüblich, da sich viele Händler an der Konkurrenz ausrichten müssen. Das Ergebnis, also der maximale Einkaufspreis, kann nur an wenigen Stellen beeinflusst werden.

Die einfachste Stellschraube für den Händler ist der eigene Gewinn. Wird ein niedrigerer Gewinn in Kauf genommen, kann auch der Einkaufspreis etwas höher sein. Interessanter sind jedoch Posten wie Mengenrabatt beim Einkauf oder Skonto bei frühzeitiger Zahlung.

20. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.