Überraschende Wende an den Aktienbörsen in den vergangenen Tagen.
Zuletzt hatten die Aktien bei weit weniger aufregenden Nachrichten als aktuell stark verloren. Die vergangene Woche hatte es bezogen auf schlechte Aussichten in sich.
Das Auf und Ab zeigt, dass die Stimmung sich dreht. Übertrieben positiv scheinen die Börsen inzwischen alles zu ignorieren, was die Kurse belasten könnte. Vorsicht, wenn Sie langfristig Geld anlegen möchten.
Schulden auch in USA problematisch
In den vergangenen Tagen kamen nur Nachrichten aus Europa in den Analysen der großen Medien vor. Verborgen blieb, dass die USA nach guten Konjunkturnachrichten von Anfang bis Mitte der Woche zuletzt erwartungsgemäß wieder schwächere Daten melden mussten.
Die Konjunktur wird 2012 schwächer ausfallen, die Zinsen steigen leicht, die Schuldenaufnahme wird teurer. Diese Botschaft ist bis dato noch nicht in den Kursen enthalten. Gestern noch stieg der Dow Jones auf mehr als 12.150 Punkte.
Rechnen Sie daher heute noch – sowie im Ausblick für die nächste Woche – mit negativen Entwicklungen beim Dow Jones. Die Folgen an den Börsen in Europa sind üblicherweise eindeutig: die Kurse sinken gleich mit.
Kurse sinken mit hoher Wahrscheinlichkeit
Das bedeutet, die Kurse können heute am frühen Abend, spätestens aber zum Beginn der neuen Woche wieder stark sinken. Die Chance dafür, dass die Börsen die neuen US-Daten ignorieren, sind vergleichsweise gering.
Achtung: am Anfang der Woche demonstrierten die Börsen bereits, wie weit es bergab gehen kann. Der Dax verlor bis auf deutlich unter 5.700 Punkte. Hintergrund war die Herabstufung einzelner Staaten und Banken durch die Rating-Agentur(en) der USA.
Vergessen haben die Börsen beim Kursaufstieg seit Dienstag, dass die Agenturen über weitere Länder und Unternehmen den Daumen gesenkt haben.
Hintergrund der guten Stimmung war der angeblich große Befreiungsschlag innerhalb der Eurozone, wonach die EZB die Geschäftsbanken in der Region mit weiteren knapp 500 Milliarden Euro unterstützen wird. Nur: auch dieses Geld entsteht aus dem „Nichts“. Das heißt: die Geldschwemme geht weiter.
Achtung: Inflation wird kommen
Die eigentliche Botschaft der vergangenen Woche lautet daher: die Inflation wird kommen. Sowohl in der Eurozone als auch in den USA sind die Geldschleusen weit geöffnet. Das hat Konsequenzen:
- In einer Inflation werden die Geldkonten und -bestände schnell verlieren. Lebensversicherungen, Sparkonten, festverzinsliche Wertpapiere werden zu den Verlierern gehören.
- Aktien hingegen gehören dann zunächst – für einen längeren Zeitraum von ein bis zwei Jahren – zu den Gewinnern, da das Geld Anlagemöglichkeiten mit Substanz sucht.
- Immobilien werden sich als solide Geldanlage erweisen.
- Edelmetallpreise wie für Gold steigen – so hat Gold Chancen auf einen Anstieg bis auf merh als 2.000 US-Dollar pro Unze.
Die Entwicklungen werden sich jedoch nur unter großen Schwankungen vollziehen, da sich Panik ausbreiten wird. Ein Beispiel: Eine stärkere Inflation würde schnell zu einem Bank-Run führen, der selbst zunächst die Kurse an Aktienmärkten purzeln ließe, bevor die Kurse steigen. Das heißt:
Wenn Sie langfristig Geld für die Vorsorge anlegen wollen, schichten Sie es weiter in Sachwerte wie Aktien um. Vorsicht jedoch: rechnen Sie mit sinkenden Kursen, wenn die Märkte sich wieder den schlechten Nachrichten zuwenden (werden).
Heute am frühen Abend oder am Anfang der nächsten Wochen sind die Aussichten dafür wieder besonders „gut“.
Verkaufen Sie Ihre Bestände dann nicht. Im Gegenteil: bei Substanzwerten wie der Münchner Rück werden Sie wieder Kaufgelegenheiten finden. Steigende Kurse wie zuletzt jedoch sind Teil des gesamten Krisenszenarios. Die Euphorie – oder die Angstinvestitionen – lassen die Kurse zu schnell anwachsen. Kaufen Sie dann nicht.
Unsere Empfehlung zum Weihnachtsfest: bleiben Sie ruhig, wenn wie zuletzt die Kursen stark schwanken. Wichtig ist die generelle Richtung. Mit Aktien liegen Sie richtig, Anleihen werden 2012 tendenziell stark unter Druck geraten.


