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Rürup-Rente aktuell: Garantiezins runter, Förderung rauf

Wer sich aktuell überlegt, eine Rürup-Rente abzuschließen, sollte drei Veränderungen berücksichtigen, die seit Anfang des Jahres gelten. Einerseits wurde der garantierte Zins auf 1,25% gesenkt.

Andererseits ist der steuerlich absetzbare Höchstbetrag gestiegen. Gleichzeitig muss aber auch ein höherer Anteil der Rentenzahlungen versteuert werden.

Wie sinnvoll eine Rürup-Rente im Einzelfall ist, hängt also stark von der Abwägung zwischen der zu erwartenden Rendite und dem Steuerspar-Effekt ab.

Rürup-Rente und die aktuellen Änderungen

Von den drei jüngsten Veränderungen ist nur eine nach Fahrplan verlaufen – die Anhebung des zu versteuernden Anteils bei der Rentenauszahlung um 2 Prozentpunkte auf jetzt 70%. Ab 2040 muss dann die komplette Rente versteuert werden. Dies ist das Prinzip der im Jahr 2005 eingeführten nachgelagerten Besteuerung.

Im Gegenzug fördert der Fiskus das persönliche Engagement in Sachen Altersvorsorge, gerade was die private Zusatzabsicherung angeht. In der Ansparphase können die gezahlten Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Und zwar bis zu einem bestimmten Anteil, der ebenfalls schrittweise angehoben wird. 2016 sind es 82%.

Mehr von der Steuer absetzen

Doch der jährlich absetzbare Betrag für die Aufwendungen ist nach oben hin begrenzt. Für Rürup-Sparer wurde diese Grenze nun von 20.000 € auf 22.172 € erhöht – bei Verheirateten das Doppelte. Diese Anhebung ist ein Kompromiss, der erst nach längerem politischem Streit zustande kam.

Ursprünglich geplant war ein Höchstbetrag von 24.000 €. Das aber hatte Opposition abgelehnt. Begründung: Die Rürup-Rente sei vorwiegend ein Steuersparmodell für Selbständige und Besserverdiener.

Doch Selbständige gehen mitunter ein hohes Risiko ein, und nicht alle erfreuen sich berechenbar hoher Einnahmen. Vor allem für diejenigen, die nicht die Voraussetzung zur Riester-Rente mit staatlichen Zulagen erfüllen, ist die Rürup-Rente als Basisabsicherung gedacht.

Auch Angestellte und Beamte können Vorteile mitnehmen

Hier besteht die Förderung zumindest in der steuerlichen Absetzbarkeit der Aufwendungen. Von ihr können auch Angestellte und Beamte profitieren, die diese Form der kapitalgedeckten Zusatzabsicherung wählen.

Da sie aber bereits in die gesetzliche Rente einzahlen, verläuft die Berechnung der absetzbaren Höchstbeträge etwas anders als bei Selbständigen: Das Finanzamt zieht vom anrechenbaren Höchstbetrag zunächst die regulären gesetzlichen Beitragszahlungen ab. Die restliche Summe kann für die Rürup-Rente verwendet und von der Steuer abgesetzt werden.

Berechnung der absetzbaren Sonderausgaben

Ein Beispiel – bei einem alleinstehenden Arbeitnehmer mit jährlich 50.000 € Bruttogehalt wirkt sich das aktuell so aus: Der automatisch einbehaltene Rentenanteil beträgt 18,7% also 9.350 €. Die zieht ihm das Finanzamt von den 22.172 € Höchstbetrag ab. Damit bleiben 12.822 €. Zahlt er diesen Betrag in die Rürup-Rente ein, so werden 82% davon als Sonderausgaben anerkannt. Das sind dann 10.514 €.

Ist das Gehalt niedriger, bleibt entsprechend mehr für die die Rürup-Rente übrig. So lassen sich etwa bei 30.000 € Bruttogehalt 13.250 € von der Steuer absetzen.

Inwieweit sich dies lohnt, hängt ganz von der individuellen Situation ab. Deshalb sind auch die verschiedenen Testergebnisse, die sich im Internet finden, mit Vorbehalt zu genießen. Die Daten der Musterkunden können unter Umständen erheblich von der eigenen Lebenssituation abweichen. Sie eignen sich somit allenfalls zur Orientierung.

Vor- und Nachteile sorgfältig abwägen

Abgesehen davon werden ohnehin nur wenige Policen als empfehlenswert erachtet. Generell sind die Nachteile der Rürup-Rente im Auge zu behalten. Sie ist zwar in Bezug auf die Einzahlungsform flexibel und während der Ansparphase pfändungssicher. Jedoch bietet sie keinen Hinterbliebenenschutz und ist nicht kündbar. Gerät ein Selbständiger in Finanzierungsnot, wird die Vorsorge schnell zum Problem.

Obendrein wurde auch bei Rürup-Produkten der Garantiezins von 1,75% auf nun 1,25% gesenkt. Ob dies durch den Steuervorteil aufgewogen wird, sollte mit einem Fachmann durchgerechnet werden.

10. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.