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Rürup-Rente: Kosten häufig völlig undurchschaubar

Das Berliner Institut für Transparenz in der Altersvorsorge mokiert, dass das Versicherungsvertragsgesetz in keiner Weise dafür gesorgt hat, dass die komplizierten Kostenstrukturen durchsichtiger werden.

Die Tester haben für ihre Studie die Tarife der 50 größten Lebensversicherer verglichen.

Dabei wurden 108 Tarife für die Rürup-Rente berücksichtigt – mit einem absolut frustrierenden Ergebnis: Kein einziges Infoblatt erfüllte alle Anforderungen, die das Versicherungsvertragsgesetz vorsieht.

Für dieses katastrophale Ergebnis gibt es zwei Ursachen: Zunächst sind die Versicherer natürlich von ihrem eigenen Interesse getrieben – daraus folgt eine ganz bewusste Verschleierung der tatsächlich entstehenden Kosten. Andererseits zeigt sich spätestens jetzt auch, dass das Gesetz viel zu grobmaschig gestrickt ist.

Häufig bewusste Verschleierung der Kosten

In der Studie werden die einzelnen Tarife nach verschiedenen Kriterien bewertet. Dabei wurde das Augenmerk darauf gerichtet, inwiefern die gesetzlich vorgeschriebenen Bedingungen erfüllt werden.

Unterm Strich zeigte sich ein erschütterndes Resultat: Bei einer Police müssen die Kunden gar selbst ausrechnen, wie hoch die Abschlusskosten sind. Statt konkreter Zahlen zu einzelnen Kostenfaktoren wurden bei mehreren Tarifen außerdem lediglich diese Kostenfaktoren benannt.

Allerdings gab es auch ein paar Ausnahmen, die mehr als 90 von 100 Punkten erreichten und somit nahezu die Anforderungen erfüllen. Doch gesamt betrachtet zeigt diese Studie, dass noch viel Nachholbedarf bei den Versicherern besteht.

Aus den Infoblättern quillt aus jeder Seite der Vorsatz, die Kosten nicht so transparent wie möglich aufzuschlüsseln. Stattdessen wird auf Verwirrung und Verschleierung gesetzt. Die Versicherer müssen mit einheitlichen Richtlinien dazu gezwungen werden, die tatsächlich entstehenden Kosten klipp und klar zu nennen.

Obwohl sie natürlich verantwortlich für ihre eigene Verschleierungstaktik sind, kann sich auch der Gesetzgeber nicht aus der Affäre ziehen: Das Versicherungsvertragsgesetz ist viel zu lax. Die vorhandenen Schlupflöcher müssen dringend gestopft werden.

Rürup-Rente: Nachteile und Vorteile im Überblick

Rot-Grün war die Zeit der großen Namen – für jede Reform gab‘s einen: Riester, Hartz, Rürup. Rürup steht seither für die Basisrente der Selbständigen. Die sogenannte Rüruprente wird, wie die Riesterrente für Arbeitnehmer, staatlich gefördert.

Allerdings nicht über Zulagen, wie bei Riester, sondern über Steuerersparnis. Das lohnt sich allerdings nur für wenige, wissen die Vorsorge-Experten von Carola Ferstl’s FrauenFinanzBrief.

Rürup-Rente ist Basisrente für Selbständige

Die Rüruprente, auch Basis-Rente genannt, ist vorwiegend für Selbstständige gedacht. Sie ersetzt die gesetzliche Rentenversicherung und funktioniert ähnlich: Sie zahlen jahrelang Beiträge ein und erhalten im Alter eine monatliche Leibrente.

Aber Vorsicht: Selbst wenn Sie jahrelang per Rürup-Vertrag sparen, ist ungewiss, wie viel Geld Sie nachher herausbekommen.

Rürup-Rente wird staatlich gefördert

Auch eine Rürup-Rente wird staatlich gefördert, allerdings nicht über Zulagen, sondern ausschließlich über die Steuerersparnis. Die folgenden Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit der Fiskus einen Rürup-Vertrag anerkennt:

  • Der Beginn der „Rürup“-Rentenversicherung muss nach dem 31.12.2004 sein.
  • Die Auszahlung darf nur als monatliche Rente erfolgen, frühestens ab dem 60. Geburtstag. Eine Auszahlung als Einmalbetrag ist ausgeschlossen.
  • Die Ansprüche aus einer Rürup-Rentenversicherung dürfen nicht vererblich, übertragbar, beleihbar oder veräußerbar sein. Wer früh stirbt, kann seinen Kindern nichts überlassen.

Rürup-Rente: Was Rürup in finanzieller Hinsicht bringt

Beiträge zu einem Rürup-Vertrag können Sie von der Steuer absetzen, unabhängig davon, wie viele andere Vorsorgeaufwendungen – z. B. Beiträge zur Kranken- oder Lebensversicherung – Sie sonst noch geltend machen.

Dafür sind die späteren Rentenauszahlungen nachher steuerpflichtig. Staatliche Zulagen gibt es aber, anders als bei der Riester-Rente, keine.

Rürup-Rente: Vorteile

Der größte Vorteil einer Rürup-Rente liegt in der Pfändungssicherheit. Alles, was Sie in einem solchen Vertrag ansparen, ist für Gläubiger unantastbar. Gerade für Selbstständige, die hohe Haftungsrisiken tragen, ist dieser Pfändungsschutz viel wert.

Außerdem gilt: Rürup-Ersparnisse werden nicht angerechnet, wenn Sie Arbeitslosengeld II beantragen müssen. Von der Steuerersparnis dagegen profitieren Sie nur in größerem Umfang, wenn Sie entsprechend viel verdienen und Ihr persönlicher Einkommensteuersatz hoch ist.

Die Stiftung Warentest hat errechnet: Am ehesten lohnt sich ein Rürup-Vertrag, wenn Sie kurz vor der Rente stehen (5 Jahre) und ein hohes Einkommen haben. Dann wirkt sich ganz einfach die hohe Steuerersparnis positiv aus.

Rürup-Rente: Nachteile

Den Vorteilen stehen gravierende Nachteile gegenüber: Was Sie über Ihren Rürup-Vertrag ansparen, ist nicht auf andere übertragbar, auch nicht auf Ihre Kinder. Die Ausgestaltung als Rentenversicherung macht Rürup-Produkte zudem unflexibel und teuer. Die Rendite ist gering, und vor dem 60. Lebensjahr kommen Sie an Ihr Erspartes nicht heran.

Angeboten werden als Rürup-Verträge vor allem Rentenversicherungen. Die Nachteile: Hohe Gebühren, niedrige Rendite und Abzüge für Vermittlerprovisionen und Risikovorsorge.

21. Mai 2010

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Tino Hahn
Von: Tino Hahn.