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Rürup-Rente sichern: Private Altersvorsorge für Selbständige

Das Pendant zur Riester-Rente ist für Selbständige und Gutverdienende die Rürup-Rente (oder: Basis-Rente). Sie ist nach dem Ökonomen Bert Rürup benannt, der dieses Modell einer staatlich geförderten Zusatzrente entwarf.

Eingeführt wurde sie 2005, drei Jahre nach der Riester-Rente. Rürup gehörte damals dem Sachverständigenrat (die so genannten „Wirtschaftsweisen“) an.

Selbständige als Zielgruppe

Ebenso wie die Riester-Rente gehört die Rürup-Rente zur dritten Säule der Altersvorsorge – neben der gesetzlichen Rente als erster und der betrieblichen Altersvorsorge als zweiter Säule.

Und ebenso wie die Riester-Rente wird sie staatlich gefördert. Gedacht ist sie für Freiberufler und andere Selbständige, die nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen.

Zudem können besserverdienende Angestellte, die aufgrund ihres hohen Einkommens nicht der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht unterliegen, sie beantragen.

Beiträge mindern die Steuerlast

Die Idee hinter der Rürup-Rente war, insbesondere Selbständigen mit der staatlichen Förderung einen Anreiz zu bieten, stärker privat für das Alter vorzusorgen.

Anders als bei der Riester-Rente gibt es allerdings keine direkten staatlichen Zulagen, sondern die Förderung besteht in Form von Steuervorteilen.

Rürup-Sparer können jährlich bis zu 20.000 Euro (Verheiratete zusammen bis zu 40.000 Euro) in ihren Vertrag einzahlen und einen großen Teil der Beiträge steuermindernd als Sonderausgaben geltend machen.

Nachgelagerte Besteuerung

Der steuerlich absetzbare Anteil erhöhte sich seit Einführung schrittweise und liegt 2016 bei 82 Prozent; wer also 10.000 Euro sparte, konnte 8.200 Euro absetzen.

Der prozentuale Anteil erhöht sich jährlich um je zwei Prozentpunkte und wird somit ab dem Jahr 2025 bei 100 Prozent liegen. Andererseits müssen später im Ruhestand, wenn es zur Auszahlung der Rürup-Rente kommt, auf die Einnahmen entsprechend Steuern gezahlt werden (nachgelagerte Besteuerung gemäß Alterseinkünftegesetz).

Der zu versteuernde Anteil ist umso größer, je später der Ruhestand bzw. Rentenbezug beginnt.

Restriktive Vorgaben

Im Ruhestand darf der angesparte Betrag nicht in einer Summe ausgezahlt werden, d. h.  der Versicherungsvertrag darf nur eine monatliche, lebenslange Leibrente beinhalten.

Die Auszahlung darf nicht vor dem 60. Lebensjahr beginnen. Weiterer Nachteil ist, dass die Rürup-Rente weder vererbt noch beliehen oder verkauft werden kann. Die Vorgaben sind also recht restriktiv.

Flexible Einzahlungen möglich

Die wesentlichen Vorzüge, neben den Steuervorteilen, sind: Die Beiträge können flexibel eingezahlt werden, Einmalbeiträge – wenn einmal etwas mehr Geld übrig ist – sind jederzeit möglich.

Die Rürup-Rente bleibt im Insolvenzfall unangetastet, sie geht also nicht in der Konkursmasse „verloren“. Und in die Rürup-Versicherungen können – ebenfalls steuerbegünstigt – Berufsunfähigkeits- und Hinterbliebenenabsicherung einbezogen werden.

10. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Bernd Frank
Von: Bernd Frank. Über den Autor

Bernd Frank hat sein finanzwirtschaftlichen Hintergrund beim Handelsblatt und der Nachrichtenagentur Reuters über lange Jahre ausgebaut und vertieft und vermittelt heute komplexe Sachverhalte aus der Finanzwelt für die Leser von GeVestor.