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Russland, OPEC und Co: Woher kommt Deutschlands Öl?

Der Ölpreis ist eines der beliebtesten Themen an deutschen Stammtischen. Doch viele Diskussionen drehen sich vorrangig um die finanzielle Seite und nicht um die Herkunft des schwarzen Golds, das hierzulande jährlich in Millionen von Litern verbraucht wird. Dabei ist die Frage, woher Deutschlands Öl kommt, nicht gerade uninteressant.

Das Bundesministerium für Wirtschaft veröffentlicht jährlich eine Übersicht über die deutschen Ölimporte. Diese liegen inzwischen nur noch knapp unter 100 Millionen Tonnen im Jahr. Im Vergleich zum Anfang des neuen Jahrtausends stellt diese Zahl jedoch einen Rückgang um knapp 10 Millionen Tonnen dar.

Ölimporte: Russland wichtigster Handelspartner

Wichtigster Lieferant ist bereits seit mehreren Jahrzehnten Russland, welches zwischen 35 % und 40 % des innerländischen Rohölbedarfs deckt. So kamen zwischen Januar und November 2013 fast 29 Millionen Tonnen über Pipelines von Russland in verschiedene deutsche Bundesländer. Der größte Teil fließt durch die Pipeline Druschba (russisch für „Freundschaft“), welche Raffinerien in Brandenburg und Sachsen-Anhalt beliefert.


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Hinter Russland komplettieren Norwegen und Großbritannien die Top 3, sind jedoch weit abgeschlagen. So kommt Norwegen in den ersten elf Monaten 2013 auf einen Import von knapp über 10 Millionen Tonnen Rohöl, Großbritannien lieferte im gleichen Zeitraum rund 8,5 Millionen Tonnen.

Vor allem die Unruhen in Libyen und anderen arabischen Staaten haben den deutschen Rohölimport kräftig durcheinander gemischt. War Libyen noch 2010 für 7,8 % der deutschen Importe verantwortlich, wurde es 2013 von Nigeria und Kasachstan überholt.

Dominanz der OPEC sinkt

Die OPEC-Staaten, zu denen Nigeria und Libyen zählen, sind zumindest bei den Importen jedoch längst nicht mehr so dominant wie zu Beginn der 1970er Jahre, als sie die Weltwirtschaft durch Preiserhöhungen in mehrere Krisen führten. Das weltweit größte Förderland Saudi-Arabien lag 2013 mit 2,35 Millionen Tonnen sogar abgeschlagen auf einem der mittleren Plätze.

Weltweit haben die OPEC-Staaten den Rohöl-Markt jedoch weiterhin fest in der Hand. So sind die 12 Mitgliedsstaaten für mehr als 40 % der weltweiten Förderung verantwortlich und verfügen darüber hinaus über 70 % der heute bekannten und förderbaren Reserven. Dies bedeutet, dass nur die OPEC-Staaten die Möglichkeit haben, die Förderung innerhalb weniger Tage hinauf- oder herab zu setzen und so den Ölpreis zu bestimmen.

Wo in Deutschland Öl gefördert wird

Doch Deutschlands Öl kommt nicht nur aus dem Ausland. An mehreren Stellen der Republik, vor allem in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen, wird Erdöl gefördert. Vom Ölfördermaximum von 8,2 Tonnen, welches 1968 erreicht wurde, sind die Fördermengen heute jedoch weit entfernt. Von Januar bis November 2013 wurden jedoch immerhin fast 2,5 Millionen Tonnen auf deutschem Gebiet gefördert.

Wird das Erdöl durch politische oder wirtschaftliche Krisen einmal knapp, besitzt Deutschland bereits seit Jahrzehnten eine strategische Ölreserve, die die Versorgung für rund 90 Tage aufrechterhalten soll. Nach Hurrikan Katrina und der Revolution in Libyen kam diese Ölreserve bereits mehrfach zum Einsatz. Generell ist Deutschland jedoch weiterhin dauerhaft von Ölimporten abhängig.

10. Juli 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.