von Sebastian Grünewald

RWE Aktie

Kursentwicklung der RWE Aktie

Kursentwicklung der RWE Aktie

Die deutsche RWE AG gehört zu den größten Energieversorgern in Europa.

Weltweit versorgt der Konzern etwa 16 Millionen Strom- und 8 Millionen Gaskunden.

Deutschland ist mit gut 50 Prozent der größte Absatzmarkt von RWE. Dahinter folgt Großbritannien mit rund 15 Prozent.

Der Hauptsitz des Konzerns, der seit 2007 von Jürgen Großmann geleitet wird, befindet sich in Essen. In 2010 waren mehr als 70.000 Mitarbeiter bei RWE tätig.

Schwache Quartalszahlen: RWE bestätigt die im August veränderte Prognose

Besonders der Atomausstieg hat RWE in 2011 schwer zu schaffen gemacht. Nach einem deutlichen Ergebnisminus im zweiten Quartal waren auch die schwachen Neunmonatszahlen für viele keine Überraschung mehr. Im Vergleich zur Vorjahresperiode sank das EBITDA um 21 Prozent. Der Umsatz blieb jedoch nahezu stabil.

Aufgrund der veränderten Umstände hatte RWE im Sommer die Prognose für das laufende Geschäftsjahr gekürzt. Man rechnet nun mit einem EBITDA-Rückgang von etwa 20 Prozent und einem Minus von rund 35 Prozent beim Nettoergebnis. Nach der Veröffentlichung der Zahlen zum dritten Quartal bestätigte der Konzern den Ausblick.

RWE punktet mit niedrigem KGV und hoher Dividende

Die Atomkatastrophe von Fukushima, die Energiewende in Deutschland und die europäische Staatsschuldenkrise: Diese Faktoren führten dazu, dass sich die Kurse der großen deutschen Energiekonzerne in 2011 auf eine steile Talfahrt begeben haben. Bei RWE hatte sich der Kurs der Aktie zeitweise halbiert, momentan steht man bei rund 30 Euro – bei einem Jahreshoch von etwa 55 Euro im Januar.

Einige Analysten halten den Einbruch der RWE Aktie für übertrieben. Teilweise spiegelt sich das auch in den fundamentalen Kennzahlen des Titels wider. Für das kommende Geschäftsjahr werden ein KGV von 6,7, ein Kurs-Umsatz-Verhältnis von 0,3 und ein Kurs-Buchwert-Verhältnis von 1,3 geschätzt.

Daneben ist die Dividendenrendite sehr hoch und liegt derzeit bei rund 7,9 Prozent. Das PEG und die geringe Eigenkapitalquote trüben allerdings das Ergebnis, so dass die Aktie aus fundamentaler Sicht eine faire Bewertung erhält.

Atomausstieg bereitet Sorgen – Grund zur Hoffnung besteht dennoch

Die Energiewende in Deutschland kam für viele überraschend. So auch für die RWE AG, die nun dringend nach einer konzeptionellen Neuausrichtung sucht. Der Kernenergieausstieg ist für das Unternehmen eine Mammutaufgabe, die mit hohen Kosten und deutlichen Gewinneinbrüchen verbunden ist. Daneben stemmt sich der Energiekonzern gegen eine weitere Herabstufung seiner Kreditwürdigkeit.

Trotz aller schwerwiegenden Probleme ist die RWE Aktie weiterhin interessant. Zum einen ist die Dividende des Energiekonzerns noch immer verlockend, selbst wenn – wovon auszugehen ist – sie für das kommende Geschäftsjahr nochmals gekürzt werden muss.

Zum anderen ist der Titel derzeit sehr günstig. Vor diesem Hintergrund erscheint der Kurseinbruch seit Jahresbeginn überrieben. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit Gazprom, der stetige Ausbau erneuerbarer Energien und eine Reduzierung des eigenen Schuldenberges könnten RWE langfristig wieder auf einen vielversprechenden Weg bringen.

Fundamentalanalyse der RWE Aktie

RWE Aktie

* Bewertung nach Schulnotensystem

Die Kennzahlen und Auswertungen richten sich im Kern nach Benjamin Grahams Fundamentalanalyse: https://www.gevestor.de/shop/details/intelligent-investieren.html