von David Gerginov

Samsung will 2012 hoch hinaus

Samsung: Mit neuen Zielen ins Jahr 2012

Samsung: Mit neuen Zielen ins Jahr 2012

Alles begann mit einem „Knochen“. Der war groß, schwer und sehr gefragt. Und kam von Motorola.

Das liegt nun schon eine ganze Weile zurück. 1998 wurde Motorola von der Weltmarktspitze verdrängt, von nun an hieß der neue Standard Nokia.

Nokia – einst Trendsetter, heute bedrohte Art

Erinnern Sie sich noch? Als Handys nicht mehr nur für Superreiche zugänglich waren, sondern zunehmend auch von Normalbürgern gekauft wurden, schließlich den Siegeszug im Klassenzimmer feierten?

Es war der finnische Handyhersteller Nokia, der mit Modellen wie dem 3310 jahrelang die Maßstäbe setzte. Doch auch diese Zeiten sind vorbei.

Nokia hat den Trend zum Smartphone verpennt, hinkt nur noch hinterher, statt selbst Standards zu setzen. Noch ist man Weltmarktführer, unangefochten seit 14 Jahren. Doch das soll sich 2012 ändern.

Samsung drängt an die Spitze

Zumindest, wenn es nach Samsung geht. Die selbstbewussten Südkoreaner sind breit aufgestellt. 2011 haben sie den Smartphone-Markt erobert, in der Bilanz liegen sie vor dem neuen Vorbild Apple.

Allen Patentstreitigkeiten zum Trotz haben sich die Kunden vermehrt für Samsung entschieden – qualitativ hochwertig, aber deutlich preisgünstiger als Apples iPhone.

Die Kooperation mit Google hat deutlichen Anschub gebracht, die Galaxy-Smartphones mit Android-Software gehen weg wie geschnitten Brot.

Alternativen zu Google

Doch ist Samsung nicht nur auf Google angewiesen. Längst sind auch Smartphones mit Windows Mobile auf dem Markt.

Und auch die hausinternen Entwickler haben sich etwas ausgedacht: Die Smartphones der Wave-Reihe mit dem herstellereigenen Betriebssystem „Bada“ sind zwar eher ein Nischenprodukt, erhalten jedoch in Testberichten regelmäßig Bestnoten. Qualität made by Samsung.

Nun soll es also auch Nokia an den Kragen gehen. Um das zu schaffen, muss sich Samsung allerdings auf den Absatzmarkt der Schwellenländer konzentrieren, darf nicht mehr nur High-End-Geräte für den halbwegs betuchten Konsumenten herstellen.

Es geht darum, die Billigsparte wieder auszubauen, nachdem man sich auf dem Smartphone-Markt nun bestens positioniert hat. Preisgünstig und trotzdem innovativ müssen die neuen Produkte gestaltet sein, um Nokia vom Thron zu stoßen.

Interesse an Olympus

Doch Samsung punktet nicht nur mit Smartphones. Die Südkoreaner sind breit aufgestellt, auch bei Speicherchips und LCD-Fernsehen liegen sie derzeit ganz vorne. Von der weniger lukrativen Festplatten-Sparte hat man sich 2011 getrennt, nun ist man offenbar auf der Suche nach neuen Möglichkeiten.

So beschnuppert Samsung den vom Bilanzskandal gebeutelten japanischen Technologiekonzern Olympus. Dieser ist zwar vor allem für seine Kameratechnik bekannt, die für Samsung weniger von Interesse ist.

Doch auch Olympus verfügt über mehrere Zweige und ist vor allem im Gesundheitssektor engagiert. Neue Pfade also für Samsung? Man wird sehen.

2011 kann der Konzern jedenfalls als Erfolgsjahr verbuchen. Ob 2012 hält, was sich Samsung davon verspricht, werden wir in einem Jahr wissen.

 
 
Bildquelle: helix - Fotolia

Autor:

David Gerginov

Seit seiner Jugend beschäftigt sich David Gerginov mit dem Kapitalmarkt und den Zusammenhängen von Politik und Wirtschaft. David Gerginov nennt die Trends hinter den Trends im kostenlosen Newsletter Kapitalmarkt Trends.