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Saudi Arabiens Kampf-Ölpreis bietet Chancen für Anleger

Der seit Ende letzten Jahres spürbare Ölpreisverfall ist vor allem auf Saudi Arabien zurückzuführen. Von dieser Entwicklung können Anleger profitieren.

Wohl dem, der sein Rohstoffinvestment in Öl mit Short-ETFs oder Zertifikaten abgesichert hat. Denn der niedrige Ölpreis hält an. Gemessen der 100-Dollar-Marke Mitte letzten Jahres ging es zeitweise bis über 50% bergab, aktuell sind es ca. 40%.

Ölpreisverfall drückt Konkurrenz aus dem Geschäft

Hauptauslöser ist die Weigerung Saudi Arabiens, die Förderung zu drosseln. Über die wahren Gründe darf nach wie vor spekuliert werden. Zwar schadet der niedrige Ölpreis der US-Fracking-Industrie, die nur ab 60 US$ rentabel arbeitet. Doch es könnten auch übergeordnete geopolitische Interessen eine Rolle spielen mit dem Ziel, Iran, Venezuela und Russland zu schwächen.

Wie die USA dies erreichen könnten, hatte der einflussreiche Großinvestor George Soros bereits im Mai letzten Jahres öffentlich angedeutet. Seiner Berechnung nach reicht es, die strategischen Ölreserven für ein Jahr auf den Markt zu werfen.


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Ob Saudi Arabien nun auf Druck der USA hin agiert oder nicht, ändert allerdings nichts am Ergebnis. Die Tatsache, dass der neue Saudi-König Salman über seinen Ölminister bekundet, die Folgeschäden für die US-Ölindustrie in Kauf zu nehmen, könnte auch schlicht eine innenpolitische Beruhigungspille sein.

Saudi Arabien will Marktanteile sichern

Eines liegt auf der Hand: Durch die Politik des kalkulierten Ölpreisverfalls will Saudi Arabien Marktanteile sichern und zurückerobern. Mit einem Exportanteil von 16% im Jahr 2010 und zuletzt 13% ist das Königreich weltweit die Nummer eins vor Russland, Nigeria und dem Erzrivalen Iran. Zwar schadet sich das Land kurzfristig selbst, doch das Kalkül ist, aus dem Verdrängungswettbewerb als Sieger hervorzugehen.

Was Saudi Arabien dabei zugute kommt: Mit geschätzten 10 US-$ pro Barrel hat es die niedrigsten Förderkosten. Mit 34.000 Mio. Tonnen besitzt es mit die größten Erdölreserven.

Und mit Finanzreserven von ca. 733 Mrd. US-$ lässt sich ein niedriger Kampf-Ölpreis auch einige Jahre durchstehen. Von daher sollten Anleger und Verbraucher anders als beim Ölpreisverfall 2009 zumindest mittelfristig mit anhaltend niedrigen Preisen rechnen.

Langsames Loslösen vom Öl

Dass dem Land, dessen Budget zu 90% vom Öl abhängt, nun selbst Einnahmen wegbrechen, zeigt sich u.a. in der jüngsten Abstufung durch Standard & Poor´s. Das Rating fiel von „stabil“ auf „negativ“. Andererseits, Saudi-Arabien verfolgt seit geraumer Zeit das Ziel, sich langfristig von der Ölabhängigkeit zu lösen.

Mit enormen Geldbeträgen wird in Infrastruktur, Logistik und die Privatindustrie investiert. Dabei spielt der Banken- und Finanzsektor eine herausragende Rolle. Derweil hat sich das Land mit riesigen Solarkraftwerken zum führenden Stromproduzenten der Region entwickelt. Hier paaren sich niedrigste Produktionskosten mit viel Investmentkapital.

Optionen für Anleger

Anleger, die von dieser Entwicklung profitieren wollen, können in speziell zugeschnittene ETFs investieren. Nach iShares kam dieser Tage nun auch der Deutsche Bank-Ableger dbx-trackers mit einem eigenen Saudi-ETF auf den Markt.

Wer angesichts des niedrigen Ölpreises auf die Erholung ausländischer Märkte und Indizes setzt, könnte auch einen Blick auf die Börse in Istanbul werfen. Unternehmenspapiere der ölimportabhängigen Türkei sind mit sinkender Inflation und niedrigeren Zinsen wieder gefragt.

Abgesehen davon kommt der Ölpreisverfall auch der europäischen und deutschen Konsumgüterindustrie zugute. Die geringeren Ausgaben für Heizöl und Sprit stärken die Kaufkraft der Konsumenten an anderer Stelle.

5. März 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.