Schadensersatzforderungen nach Schiffshavarie. Knapp zwei Wochen nach der Havarie des Kreuzfahrtschiffs „Costa Concordia“ vor der italienischen Küste stehen bereits immense Schadensersatzforderungen im Raum. Zwei New Yorker Anwaltskanzleien bereiten eine Sammelklage vor, die 160.000 Dollar pro Passagier rausholen soll. Für Angehörige von Todesopfern könnte noch mehr drin sein. Indes einigte sich die Reederei mit italienischen Verbraucherschützern auf eine Entschädigungssumme von 11.000 Euro pro Person, die die Katastrophe unbeschadet überstanden hat. Über Todesfälle oder Passagiere mit Verletzungen soll einzeln verhandelt werden. (SZ)
Standpunkt: Es sind noch nicht alle Vermissten geborgen und schon stehen die Anwälte bereit und feilschen um Millionenbeträge. Was erst einmal makaber anmutet, könnte Carnival Corporation, den Mutterkonzern der Reederei Costa Crociere, noch teuer zu stehen kommen. Die Schadensersatzforderungen haben durchaus Aussicht auf Erfolg, zumal vor einem US-Gericht. Die Kosten würden wohl nur zum Teil durch Versicherungen gedeckt. Mit 11.000 Euro, auf die man sich offenkundig einigen konnte, liegt die Entschädigungssumme oberhalb gesetzlicher Vorgaben. Unterdessen wird auch in Rom eine Sammelklage vorbereitet.
Schleckers Plan-Insolvenz vor Reform. Die Insolvenz der Drogeriemarktkette Schlecker kommt nur wenige Wochen vor einer grundlegenden Reform des Insolvenzrechts. Ab März werden in solchen Fällen die Gläubiger gestärkt. Gerade bei inhabergeführten Unternehmen wie Schlecker verliert der Eigentümer an Einfluss. Nach altem Recht hat Anton Schlecker bessere Chancen, die Zügel in der Hand zu behalten. (FTD)
Standpunkt: Zufall oder nicht? Dass Schlecker gerade jetzt die Flucht nach vorn antritt und Insolvenz beantragt, kann theoretisch beides bedeuten. Gerade bei einem, der gern selbst das Sagen hat, fällt es jedoch zumindest schwer, an einen kompletten Zufall zu glauben.
BP haftet selbst für Ölpest. Der britische Energieriese BP ist vor einem US-Gericht mit dem Bestreben gescheitert, einen Kostenanteil von 15 Milliarden Dollar nach der Ölpest im Golf von Mexiko auf den früheren Partner Transocean abzuwälzen. Transocean war Betreiber der Plattform „Deepwater Horizon“, die im Frühjahr 2010 im Meer versank und eine Umweltkatastrophe auslöste. Die Gesamtsumme der entstandenen Kosten wird auf etwa 40 Milliarden Dollar geschätzt. Wer wie viel davon trägt, wird derzeit vor Gerichten verhandelt. (SPON)
Standpunkt: Eine schwere Schlappe für BP. Neben dem wirtschaftlichen Schaden hat auch das Image vor allem von BP unter der Katastrophe gelitten – und gerät durch die Prozesse immer wieder in die Schlagzeilen. Bessere Aussicht auf Erfolg könnte der Prozess gegen Halliburton haben. Die Firma sollte einst das Bohrloch am Meeresgrund zementieren. BP wirft Halliburton vor, damals einen fehlerhaften Zementmix verwendet zu haben.



