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Scheitern als Tabu, Skandale als Geschäftsmodell

Ingo Köhler und Roman Rossfeld stellen in Ihrer Vortragssammlung „Pleitiers und Bankrotteure“ die Geschichte des ökonomischen Scheiterns vom 18. Bis 20. Jahrhundert vor.

Die für das Buch aufbereiteten Geschichten stammen von Referaten  einer Zürcher Tagung aus dem Jahre 2009.

Der Tenor des Buches: In unserer Erfolgsgesellschaft ist das „Scheitern“ tabuisiert worden. Alle Aufmerksamkeit wird dem Sieger und dem Erfolg gewidmet.

Die Unterlegenen werden höchstens noch dazu benutzt, um den Sieger noch strahlender dastehen zu lassen.

Kann Scheitern spannend sein?

Um diesem Missstand zu begegnen und dem Leser gleichzeitig zu zeigen wie außerordentlich spannend scheitern sein kann, wurde dieses Buch herausgegeben.

Im Scheitern liegt die wahre Erkenntnis. Das Scheitern wird uns dabei anhand zahlreicher historischer Beispiele erllebbar gemacht.

Am Anfang wird dem Leser erst einmal verdeutlicht, was „scheitern“ überhaut ist. Es wird klar, dass man nur scheitern kann, wenn man vorher bestimmte Erwartungen hatte.

Skandale als Geschäftsmodell

Im ersten Teil geht es dann um theoretische Ansätze des Scheiterns. Die Theorie des Scheiterns ist dabei keinesfalls statisch, sondern hängt stark von den Vorstellungen ihrer Zeit ab.


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Im zweiten Teil beschäftigt sich das Buch mit dem Scheitern in der bürgerlichen Wachstumsgesellschaft. Besonders spektakulär ist hier der Fall des Künstlerstars Gustave Courbet.

Er perfektionierte schon früh das Stilmittel Skandal, um zur großen Ruhm und Wohlstand zu kommen. Seine Rebellion passte zum Zeitgeist und brachte ihm daher große Bewunderung ein.

Die bürgerliche Revolution von 1871 änderte dies jedoch schlagartig und führte mit einem Mal zur Verachtung seiner Lebensauffassung.

Das Buch macht deutlich, dass die fehlende Anpassung an Veränderungen einer der Hauptursachen für Misserfolg ist.

Kampf der Industrietitanen

Im dritten Teil des Buches, welches sich mit Wirtschaftskrisen beschäftigt, kommt es in dem in allen seinen Facetten dargelegten Duell zwischen Silverberg und Flick zu einem echten Highlight der Aufsatzsammlung.

In ihm ging es um die Vorherrschaft in der deutschen Kohle- und Stahlindustrie. Die Analyse des Duells ist gelungen und für den Leser sehr lehrreich, da er praktisch erfährt, dass es nur selten so ist wie es scheint.

Von Pralinen zur analogen Fotografie

Im vierten Teil geht es dann um Wirtschaftspleiten des 20. Jahrhunderts. Besonders interessant ist hierbei die gescheiterte Expansion des Fotoherstellers Agfa, der es nie gelang in den USA Fuß zu fassen.

Viel zu lange wurde auf die analoge Fotografie gesetzt anstatt sich auf das digitale Fotozeitalter einzustellen.

Amüsant ist auch die Geschichte des Süßwarenherstellers der Gebrüder Stollwerk, die ihr Sortiment in den sogenannten „Fressjahren“ nach dem 2. Weltkrieg immer mehr aufblähten, ohne zu merken, dass die Kundschaft mit der Zeit Qualität höher als Quantität einschätzte.

Aus Niederlagen lernen

Insgesamt ist das Buch sehr lesenswert, da es dreihundert Jahre Wirtschaftsgeschichte wieder aufleben lässt.

Oft waren es kleine Details, die große Persönlichkeiten trotz herausragender Fähigkeiten scheitern ließen.

Die geschilderten Berichte sind daher nicht nur sehr spannend, sondern sie haben auf den Leser auch einen großen Lerneffekt, welche Fehler es zu vermeiden gilt. Diese Erkenntnisse haben so einen echten praktischen Nutzen.

Über die Autoren:

Ingo Köhler studierte von 1991 bis 1998 Geschichtswissenschaften, Neuesten Geschichte und Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld.  Von 1998 bis 2003 war er im Rahmen des Forschungsprojektes „Die Arisierung jüdischer Privatbanken im Nationalsozialismus“ Doktorand  an der Ruhr-Universität-Bochum.

2003 folgte dann die Promotion.  Seit dem ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Göttingen. In den letzten Jahren gewann er durch seine Tätigkeit als Schriftsteller zahlreiche renommierte Preise.

Roman Rossfeld studierte von 1988 bis 2000 Allgemeine Geschichte, Neuere Deutsche Literatur und Germanische Linguistik an der Universität Zürich.  Danach war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig.

2004 promovierte an der wissenschaftlichen Universität Zürich. Eines seiner Schwerpunkte in seiner wissenschaftlichen Arbeit ist das Feld der Unternehmensgeschichte.

Das Buch ist im Campus Verlag erschienen und kostet 39,90 €.

29. Oktober 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.