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Schenkungssteuer: Strategisch schenken ist angesagt

Man sollte angesichts der Schenkungssteuer nicht nur gerecht schenken, sondern vor allem strategisch. So haben alle mehr davon.

Strategisch entscheiden – Freibeträge doppelt nutzen

Um Freibeträge mehrfach nutzen zu können, sollten Sie jeweils Teile Ihres Vermögens im Rhythmus von 10 Jahren übertragen. Denn nach 10 Jahren profitieren Sie erneut von den Freibeträgen. Wenn Sie bei jeder Übertragung die Freibeträge nicht überschreiten, zahlen Sie keine Schenkungsteuer.

Unser Beispiel: Sie sind verheiratet und wollen Ihr Vermögen allein als Vater teilweise an Ihre beiden Kinder übertragen, mit dem Ziel, die bei der Erbschaft-/Schenkungsteuer geltenden Freibeträge mehrfach zu nutzen. Sie schenken Ihrem Sohn

  • Edelmetalle
  • Edelsteine
  • Münzen
  • Perlen
  • Wertpapiere
  • Wirtschaftsgüter, die zu land- und forstwirtschaftlichem Vermögen gehören
  • Wirtschaftsgüter, die zum Betriebsvermögen gehören
  • Wirtschaftsgüter, die zum Grundvermögen gehören
  • Zahlungsmittel wie z. B. Geld oder Bankguthaben

Strategische Alternative „Schenkung verdoppeln“

Dies ginge auch steuergünstiger: Fassen Sie zusammen mit Ihrem Ehegatten den Entschluss, Ihr Vermögen auf die nachfolgende Generation zu übertragen. Denn zu zweit können Sie die Freibeträge doppelt ausnutzen.

Sie sollten Ihrem Sohn und Ihrer Tochter daher jeweils lediglich einen Betrag von 205.000 € schenken. Zusätzlich sollte Ihr Ehegatte Ihrem Sohn und Ihrer Tochter ebenfalls jeweils einen Betrag von 205.000 € schenken.

In der Summe würden Ihre Kinder denselben Betrag erhalten. Allerdings von verschiedenen Personen. Die Steuerberechnung muss das berücksichtigen.

Die Folge: Es fällt überhaupt keine Steuer an. Denn die insgesamt vier Schenkungen überschreiten nicht den persönlichen Freibetrag. Mit dieser Alternative könnten Sie also einen Betrag von insgesamt 820.000 € völlig steuerfrei auf Ihre Kinder übertragen.

Strategische Alternative „Vermögen umschichten“

Schenken Sie zusammen mit Ihrem Ehegatten wie in diesem Fall kein Bargeld, sondern Immobilien. Dadurch profitieren Sie zusätzlich auch noch von den derzeit günstigen Grundbesitzwerten. Im Durchschnitt erreichen sie nur rund 50 bis 60% des Verkehrswerts.

Die Folge: Sie können in einem Zeitpunkt insgesamt ein Vermögen von 1.640.000 € völlig steuerfrei auf Ihre beiden Kinder übertragen. Nutzen Sie nach 10 Jahren – vorausgesetzt das heute geltende Erbschaftsteuerrecht ändert sich in den nächsten 10 Jahren nicht wesentlich – die Freibeträge erneut und übertragen Sie ein weiteres Mal ein Vermögen im Wert von 1.640.000 € steuerfrei. Je früher Sie also mit dieser Strategie beginnen, desto mehr Vermögen bleibt unbesteuert.

Steuerfrei: Schenken Sie Ihrem Ehegatten ein Familienwohnheim

Vollkommen steuerfrei ist es, wenn Sie Ihrem Ehegatten ein Familienwohnheim schenken. Dabei ist es egal, ob es sich um eine Luxusvilla oder um eine schlichte Eigentumswohnung handelt.

Die Steuerfreiheit geht auch nicht verloren, wenn der beschenkte Ehegatte die Immobilie anschließend verkauft und den Kaufpreis anderweitig verwendet. Letztlich gibt es auch keine Beschränkung, wie oft Sie Ihrem Ehegatten ein Familienwohnheim schenken. Die Schenkung ist immer steuerfrei.

Ein Beispiel: Sie wohnen zusammen mit Ihrem Ehegatten in einem repräsentativen Einfamilienhaus. Der Verkehrswert der Immobilie wird auf 800.000 € geschätzt. Die Immobilie gehört Ihnen allein. Sie übertragen die Immobilie unentgeltlich auf Ihren Ehegatten, der das Haus anschließend für 800.000 € verkauft und das Geld anders anlegt.

Die Schenkung ist unter Eheleuten steuerfrei. Es ist nicht entscheidend, ob es sich dabei um eine sehr wertvolle Immobilie handelt. Der anschließende Verkauf beeinträchtigt ebenfalls nicht die Steuerfreiheit.

Prüfen Sie aber vor einer solchen Übertragung, ob folgende Voraussetzungen erfüllt sind, damit die Schenkung auch wirklich steuerfrei bleibt: In diesen Fällen wäre die Steuerbefreiung aber ausgeschlossen:

  • Die Immobilie muss ein „Familienwohnheim“ sein. Darunter versteht die Finanzverwaltung ein Objekt, in dem indet. Im amiliären Lebens bef sich der Mittelpunkt des f Regelfall werden Sie dort Ihren Hauptwohnsitz haben.
  • Es darf sich bei der Immobilie nicht um ein Ferien- oder Wochenendhaus handeln.

Auch diese Nutzung hindert die Steuerfreiheit nicht:

  • In der Immobilie befindet sich Ihr Arbeitszimmer.
  • Sie bewohnen die Immobilie zusammen mit Ihren Kindern.
  • Sie bewohnen die Immobilie zusammen mit Ihren Enkeln.
  • Sie nutzen das Familienwohnheim nicht nur als Wohnung zu eigenen Wohnzwecken, sondern auch als Arztpraxis. Allerdings überwiegt die Wohnnutzung insgesamt und die freiberufliche Mitbenutzung beeinträchtigt die Eigenart des Wohngrundstücks als Ein- oder Zweifamilienhaus nicht wesentlich.

Unser Tipp: Nutzen Sie diese Befreiungsvorschrift aus, denn sie bietet die Möglichkeit zum steuerfreien Transfer von großen Vermögen.

Die Übertragung eines Familienwohnheims ist insbesondere dann sinnvoll, wenn ein Ehepartner erheblich älter ist als der andere Ehepartner und Vermögen in großem Umfang auf den jüngeren Ehegatten übertragen werden soll.

Aber Achtung: Nur die Schenkung ist steuerfrei. Der Eigentumsübergang auf Sie durch den Tod des Eigentümers ist steuerpflichtig.

10. Oktober 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Irmelind Koch
Von: Irmelind Koch. Über den Autor

Irmelind Koch ist ausgewiesene Steuerexpertin mit den Interessenschwerpunkten Grundstücksbewertung und Nachfolgeplanung sowie erfolgreiche Autorin mehrerer Steuerratgeber.