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Schlaue Indexfonds mit besserer Performance

Die bei Privatanlegern beliebten passiven Indexfonds ETF sind dafür bekannt, dass sie mit wenig Pflegeaufwand einfach der Wertentwicklung eines Index folgen. Die Performance von ETFs entspricht etwa der des Dax oder EuroStoxx. Sie sind extrem günstig, weil kaum Papiere gehandelt werden – den Markt wollen sie erst gar nicht schlagen.

Smart Beta ETF mit Mehrfaktorenansatz bei Indizes

Doch das stimmt seit geraumer Zeit nicht mehr durchgehend. Zunehmend werden ETFs angeboten, deren Beta höher ausfallen soll. Beta steht für die Wertentwicklung eines breiten Aktienmarkts. Die Produkte laufen unter dem Label Smart Beta ETF. Dabei sind sie nach wie vor lediglich passive Fonds. Woher soll also der Mehrwert kommen?

Ganz einfach: Es werden einige bewährte Ansätze aktiver Fondsmanager aufgegriffen, die als Grundlage für die Gestaltung eigener neuer Indizes dienen. Dazu gehören beispielsweise die Volatilität, Value-Aktien, Small Caps, Momentum oder Dividenden. Beim Smart Beta ETF werden also Spezial-Indizes konstruiert, die vom eigentlichen Marktindex abweichen. Die Kriterien, nach denen Unternehmen ausgewählt werden, nennen sich Faktoren.

Nicht nur Marktgewichtung wichtig

Bisher gab es eigentlich nur das Ein-Faktor-Modell klassischer Indizes wie Dax oder S&P500 etc. Bei ihnen zählt der Faktor Marktgewichtung. Entsprechend richtet sich der jeweilige Anteil von Unternehmen im ETF-Aktienkorb nach deren Marktkapitalisierung. Das Ganze nach der alten Effizienzmarkthypothese, dass im Marktpreis alle Informationen stecken.


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Das Problem bei dieser Gewichtung: Gut laufende Titel mit hohem Börsenwert bekommen immer mehr Gewicht im Portfolio, was zu Verzerrungen führt. Logischerweise sind dann kleinere Titel zu gering vertreten. Dumm nur, wenn sie sie auf einmal ihr Potenzial entfalten. Verpasste Chancen oder Blasenbildung gehören zu den bekannten Mängeln bei ETFs auf herkömmlich konstruierte Börsenbarometer.

Alternative Ansätze für Indizes

Deshalb kamen etwa ab 2010 erste Alternativen auf. Gleichgewichtete Indizes wie US-Index Value Line Composite oder der EOE Dutch Stock Index berücksichtigten jede Aktie mit gleichem Gewicht. Beim Rebalancing werden unterbewertete Titel höher gewichtet und umgekehrt. Vorteil: keine Blasen. Nachteil: höheres Risiko, weil kleinere Papiere meist volatiler sind.

Einen anderen Ansatz verfolgen Indizes, die sich nach Fundamentaldaten richten. Nicht der Börsenwert entscheidet, sondern fundamentale Kennzahlen aus der Bilanz: Umsatz, Cash Flow, Dividendenrendite sowie das Kurs-Buchwert-Verhältnis. Sie werden jährlich gleichgewichtet in die Indexanalyse einbezogen.

Das vermeidet Trendeffekte, bei denen top-notierte Aktien immer attraktiver werden und ein viel zu hohes Gewicht bekommen, während kleinere aber fundamental aussichtsreiche Unternehmen mit Kurspotenzial unterbewertet bleiben. Beispiele sind der FTSE-RAFI US 100 oder FTSE-RAFI Europe. Auch Spezialbarometer, die wie bei den Stoxx Optimised Indizes Firmen nach ihrer Performance im Verhältnis zur Konjunktur gruppieren, sind nicht neu.

ETF Anleger nicht ohne eigene Meinung

Danach gab es immer ausgefeiltere Konstruktionen, die etwa das Momentum berücksichtigen, also das Phänomen, wenn bei Aktien ein Trend quasi als Selbstläufer bis zu einem Jahr weitergeht. Die wohl wichtigere Neuerung war die Berücksichtigung der Volatilität. Bei der Auswahl an Titeln mit historisch niedriger Schwankungsintensität profitiert ein Anleger von krisenfesten Unternehmen, die auch in schwierigen Zeiten stabil sind.

All diese Ansätze wurden mit den jüngst aufgekommenen Smart Beta ETFs teilweise und nach Schwerpunkten gebündelt. Es gibt also nicht nur das eine Angebot. Mit dem Mehrfaktorenmodell wurden ETFs sozusagen schlauer. Aber auch ein bislang passiver ETF-Anleger muss smart werden. Er braucht eine Meinung, welcher Faktor künftig mehr Einfluss hat.

Mehr Chancen, geringeres Risiko

Für etliche Smart Beta ETFs gibt es Rückrechnungen mit oft erfreulichen Ergebnissen. Die Freude macht sich an einer sichtbar besseren Performance, vor allem aber an einem gleichzeitig deutlich geringeren Risiko fest.

Günstig ist, wenn einige Faktoren wenig Gleichlauf haben oder sogar negativ korrelieren und die schlechte Entwicklung des einen durch die bessere eines anderen ausgeglichen wird. Stabilität und geringes Risiko sind langfristig ein gutes Argument. Nur eines muss man in Kauf nehmen: Durch die Index-Konstruktionen und entsprechende Anpassungspflege sind diese Produkte leicht teuer als ein einfacher klassischer Dax-ETF.

1. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.