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Schönheitsreparaturen: LG spricht Klartext

Bei zu vielen Haustieren muss Ihr Mieter den Teppich ersetzen und neu tapezieren

Die Tierhaltung in der Mietwohnung ist in der Vermietungspraxis gleich zweimal ein Thema. Einmal geht es darum, ob und in welchem Umfang Ihr Mieter in seiner Wohnung Tiere halten darf.

Zum anderen führt die Tierhaltung oftmals zum Streit, wenn es bei Beendigung des Mietverhältnisses darum geht, ob und in welchem Umfang die Wohnung renoviert werden muss. Das ist vor allem dann der Fall, wenn der Mieter in seiner Wohnung Hunde oder Katzen gehalten hat.

Dazu das Gericht: Die Mieterin hat hartnäckig den Mietvertrag verletzt. Sie hat nicht nur gegen die Anzahl der zugebilligten Tiere verstoßen, sondern auch gegen die vom Vermieter erlaubte Tierart.

Die Katzenzahl wurde versiebenfacht, aus dem kleinen Hund wurde ein Schäferhund und zusätzlich wurden zwei Chinchillas in Käfigen gehalten.

Typische „Steine des Anstoßes“ sind dann Kratz- und Fäkalspuren an Wänden und Tapeten sowie verdreckte und oft auch übelriechende Teppichböden. Ein solcher Fall wurde jetzt vor dem Landgericht Mainz verhandelt und endete mit einer für Vermieter erfreulichen Entscheidung.


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Der Fall betrifft eine 2-Zimmer-Wohnung. Gemäß Mietvertrag war zwar Tierhaltung erlaubt, diese jedoch dahin beschränkt, dass eine Katze beziehungsweise ein kleiner Hund gehalten werden durfte. Tatsächlich bewohnte die Mieterin die Mieträume jedoch mit einem Schäferhund, zwei Chinchillas und sieben Katzen, die zum Teil auch noch Junge geworfen haben.

Und dann spricht das Gericht Klartext: „Dass von dieser exzessiven Tierhaltung in der verhältnismäßig kleinen 2-Zimmer-Wohnung Störungen und Belästigungen ausgehen, liegt auf der Hand.“

Außerdem: „Dass von diesen Tieren auch Gerüche ausgehen, kann nicht ernsthaft in Zweifel gezogen werden. Es entspricht auch der Lebenserfahrung, dass derartige Gerüche noch geraume Zeit in den Räumlichkeiten nachhängen, selbst wenn die Tiere aus diesen Räumen entfernt sind.“

Konsequenterweise kamen die Richter auch zu dem Ergebnis, dass es mit einer Reinigung des Teppichbodens und dem Überstreichen der Tapete nicht getan ist. Vielmehr könne der Vermieter verlangen, dass der Teppichboden komplett ausgetauscht wird und zugleich auch neue Tapeten angebracht werden.

Dabei berücksichtigten die Richter zusätzlich das Interesse des Vermieters, dass eine derart vertragswidrig genutzte Wohnung „in einen ordnungsgemäßen, vor allem auch die Gesundheit nachfolgender Mieter nicht gefährdeten Zustand“ versetzt wird.

Argumente. Beachten Sie zusätzlich aber, dass es in einem Streitfall vor Gericht nicht damit getan ist, nur diese Argumente vorzutragen. Ebenso wichtig ist es, dass Sie die tatsächlichen Zustände in der Wohnung klipp und klar schildern. Darauf aufbauend können Sie dann die Argumente bringen.

Und weiter: „Gerade im Hinblick darauf, dass Allergien zunehmen und nicht wenige Menschen unter einer Tierhaarallergie leiden, wäre es bei einer Neuvermietung die Pflicht des Vermieters, die Mieter darauf hinzuweisen, dass die Wohnung zuvor in der bekannten Weise genutzt worden ist.

Unter diesen Umständen würde jeder zivilisierte Mensch auf einer gesamten Renovierung der Wohnung bestehen.“ (LG Mainz, 6 S 28/01)

„Immobilien-Berater“-Tipp

Die Entscheidung des LG Mainz liefert Ihnen als Vermieter für vergleichbare Fälle gleich mehrere Hinweise. Sorgen Sie für schlagkräftige und einwandfreie Beweise. Dazu gehören vor allem aussagekräftige Lichtbilder.

Und: Bewahren Sie Teile der Tapeten und vor allem des Teppichbodens auf. Und scheuen Sie sich auch nicht, ein Stück Teppichboden mit in die Gerichtsverhandlung zu nehmen. Besonders gut macht es sich dann natürlich, wenn Sie sagen können: „Das hier ist das Stück Teppichboden, das Sie auf Foto Nr. … sehen“.

25. Mai 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.