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Schriftliche Maklerverträge – immer seltener

Sehr viele Immobilientransaktionen unter der Beteiligung eines Maklers werden ohne schriftliche Maklerverträge vollzogen. Es gibt zwar keine belastbare Untersuchung darüber wie viele schriftliche Maklerverträge tatsächlich unterzeichnet werden, aber eines ist sicher: Es sind nicht viele.

Gefühlt: 20% schriftliche Maklerverträge

Unter den vielen Transaktionen mit Beteiligung eines Immobilienmaklers sind es gefühlt nur 20%, bei denen ein schriftlicher Maklervertrag abgeschlossen wird. Das ist ernüchternd wenig.

Einige Immobilienmakler werden sicher denken, dass diese Zahl viel zu niedrig ist.  Hierbei darf man aber nicht von sich auf das allgemeine Procedere in jedem Immobilienbüro schließen.

Viel zu oft werden Leistungen eines Immobilienmaklers in Anspruch genommen, ohne dass ein schriftlicher Vertrag abgeschlossen wird. Viel zu oft werden Dienstleistungen erbracht, ohne die eigene finanzielle Forderung gegen den Kunden schriftlich zu fixieren.

Ausgangspunkt: Mangelnde Schriftformerfordernis

Doch warum ist das so? Im deutschen Recht gibt es Verträge, für die eine Schriftform vorgeschrieben ist. Das ist im Gesetz so geregelt. Ohne Schriftform ist ein solcher Vertrag ungültig. Das gilt zum Beispiel für Wohnungsmietverträge.

Für andere Vertragsarten gibt es kein Schriftformerfordernis. Maklerverträge können formlos zwischen Kunde und Immobilienmakler geschlossen werden. Damit nimmt das Unheil seinen Lauf.


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Schriftform schafft Bewusstsein

Wenn etwas schriftlich fixiert ist, dann halten sich Parteien an Absprachen, dann hat ein Vertrag einen Wert und die Abmachung zwischen den Beteiligten wird durch die Unterschrift bekräftigt.

Der Handschlag ist zwischen Kaufleuten eine wirkungsvolle Vereinbarung. Im Verhältnis zwischen Verbraucher und Immobilienmakler ist die mündliche Abmachung nicht tauglich.

Unbewusster Vertragsschluss

Im Maklerrecht ist es noch einen Zacken schwieriger: Hier kommt ein Vertrag durch das unbewusste Verhalten der beiden Vertragsparteien zustande. Zu einem Vertragsschluss gehören drei Dinge:

  1. Parteien: Makler und Kunde
  2. Gegenstand: Nachweis oder Vermittlung der Gelegenheit zum Abschluss eines Vertrages über eine Immobilie
  3. Preis: die Maklerprovision

Liegen diese drei Punkte vor, also sind Kunde und Makler in Kontakt, geht es um eine Immobilie und ist die Provisionsforderung vom Makler ausreichend klar kommuniziert, wird der Vertrag zwischen den beteiligten abgeschlossen. Ganz unbewusst.

Viele Verbraucher wissen gar nicht, dass sie mit dem Telefonat beim Immobilienmakler, mit dem sie einen Besichtigungstermin vereinbaren oder ein Exposé anfordern, auch zeitgleich einen Maklervertrag abschließen.

Immobilienmakler sind gefordert

Als Immobilienmakler sollte man diese Situation nicht ausnutzen. Die Klarstellung der Situation, die Erläuterung über den Abschluss des Maklervertrages sollte vom Makler selbst ausgehen. Das gebietet der Berufsethos und die eigene Position als denjenigen, der für seine Leistung bezahlt werden will.

Ein guter Vorsatz für 2015 könnte im eigenen Büro also lauten: Wir schließen mehr schriftliche Maklerverträge mit unseren Kunden ab. Die Kunden werden Ihnen die Klarstellung danken. Und für Sie sollte es zur Selbstverständlichkeit werden.

19. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sven Johns. Über den Autor

Sven R. Johns ist Rechtsanwalt und war 15 Jahre Bundesgeschäftsführer des Immobilienverband IVD (bis Mitte 2012). Seit fast 20 Jahren ist er zunächst als Rechtsanwalt und dann als Geschäftsführer im Immobiliengeschäft vertraut.