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Numismatische Sammlermünzen: Schützen sie vor einem erneuten Goldverbot?

Immer wieder werben vor allem in den USA Münzhändler damit, dass numismatische Münzen nicht vom Goldverbot betroffen waren und deshalb sicherer seien.

Warum das so war und wie es heute um die behauptete Sicherheit steht, dieser Frage werde ich nachgehen.

Numismatische Sammlermünzen als Alternative?

Es ist das Horrorszenario vieler Goldkäufer schlechthin:

Da haben sie über Jahre hinweg eisern gespart und Konsumverzicht geübt, ihr Bargeld fleißig in Gold getauscht und am Ende wird der private Goldbesitz wie schon so oft in der Geschichte durch ein staatliches Dekret verboten.

Mit Schrecken gedenken die derart verunsicherten Goldbugs des 5. April 1933.

Es war jener denkwürdige Tag, an dem US Präsident Franklin D. Roosevelt die  „Executive Order 6102“ unterzeichnete, das berühmte Goldverbot des Demokraten.

Dieses hatte über Jahrzehnte Bestand, bis der Republikaner Richard Nixon das Goldfenster – also die Bindung des US Dollars an den Goldstandard – Ende der 60er Jahre schloss.

Sein Nachfolger Gerald Ford legalisierte den privaten Goldbesitz ab 1974 wieder.

Die bange Sorge der Goldbugs vor einem erneuten staatlichen Goldverbot ist zumeist gekoppelt mit einem kleinen Hoffnungsschimmer, der sich ebenfalls aus der berühmten Executive Order 6102 herleitet:


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Numismatische Sammlermünzen waren vom Goldverbot ausgenommen.

Wer Goldmünzen besaß, die selten waren oder einen speziellen Sammlerwert aufwiesen („gold coins having recognized special value to collectors of rare and unusual coins“), konnte sich glücklich schätzen, denn seine Münzen blieben von der Pflicht zur zwangsweisen Abgabe an die US Notenbank ausgeschlossen.

Aufkauf, keine Enteignung

Alle anderen Münzen und Barren mussten zum Preis von 20,67 US Dollar, dem damaligen Preis für eine Feinunze Gold, an die US Notenbank abgeben werden.

Dass der Goldpreis schon wenige Wochen später, nachdem das private Gold in den Tresoren der US Notenbank verschwunden war, auf 35 US Dollar pro Feinunze neu festgelegt wurde, ist eine interessante Notiz am Rande.

Diese soll uns heute aber nicht weiter interessieren, denn für die Fragestellung, wie man sich vor einem erneuten Goldverbot schützen kann, ist sie nicht weiter von Bedeutung.

Zu fragen ist vielmehr nach dem ausschlaggebenden Motiv für das Goldverbot. Warum wurde gerade das Gold konfisziert, während andere Vermögensgegenstände nicht angetastet wurden?

Allgemeine staatliche Geldnot scheidet als Motiv an dieser Stelle aus, denn dann hätte man auch andere Besitztümer des Volkes wie Silber, Diamanten oder Kunstwerke zum Wohl des Staates zu Geld machen können.

Dass man diesen Weg nicht beschritten hat, hängt mit dem Goldstandard zusammen. Er sah vor, dass die Geldmenge eines Staates immer an seinen Goldbesitz rückgebunden ist und damit nicht künstlich erhöht werden kann.

In den USA mussten 40% des ausgegebenen Geldes durch Gold in den Tresoren der Notenbank gedeckt sein.

Wer also 1932 einen 10 Dollarschein in seinen Händen hielt, der konnte sicher sein, dass in Ford Knox mindestens 4 Dollar Goldgegenwert von der Fed vorgehalten wurden.

Ausweg aus dem Dilemma der Notenbank

Die Federal Reserve Bank stand als Notenbank jedoch vor einem Dilemma.

Seit dem Ausbruch der Weltwirtschaftskrise kollabierte der Kreditmarkt, weil Zinsforderungen nicht mehr bedient werden konnten und Kredite ausfielen. Zwischen 1929 und 1933 ging die Geldversorgung in den Vereinigten Staaten um 31% zurück.

92% des ausgegebenen Geldes zirkulierten jedoch im Bankensystem und dieses war ab 1930 infolge einiger spektakulärer Zusammenbrüche einem gehörigen Stress ausgesetzt.

Die Sparer fürchteten um ihre Einlagen und stürmten die Banken. Über 10.000 Banken schlossen für immer ihre Tore, mit Verlusten von 2 Mrd. US Dollar in ihren Büchern.

Der US Notenbank gelang es in diesen kritischen Krisenjahren nicht, eine ausreichende Geld- und Kreditversorgung sicherzustellen.

Das verschärfte den Sturm auf die Banken und trieb die USA nach vorherrschender Wissenschaftsmeinung (Milton Friedman und der aktuelle Fed Vorsitzende Ben Bernanke sind hier besonders zu nennen) noch tiefer in die Depression.

Um eine ähnliche Entwicklung heute zu verhindern, werden die Banken von der US Notenbank mit billigen Krediten versorgt.

Außerdem wird der Zinssatz trotz höherer Inflation künstlich niedrig gehalten und Staatsschulden werden von der Notenbank direkt aufgekauft und damit monetarisiert.

Der Normalbürger würde sagen, es wird Geld gedruckt, ohne dass jemand dem munteren Treiben Einhalt gebietet.

30. März 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.