MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Schufa: Wie wird meine Kreditwürdigkeit berechnet?

Sie wollen einen Bankkredit aufnehmen? Eine Bestellung bei einem Online-Shop ohne Vorkasse abwickeln? Einen Mobilfunkvertrag abschließen? Oder ein Auto finanzieren?

All das läuft nicht ohne die Schufa ab, auch wenn Sie selbst davon nichts mitbekommen. Bei der Schufa fragen viele Finanzdienstleister und Unternehmen an, bevor sie Ihnen ihre Leistungen anbieten.

Wer die Schufa ist und was sie tut

Die Schufa (Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung) ist eine sogenannte Wirtschaftsauskunftei.

Sie sammelt Daten über die Zahlungsfähigkeit (Bonität) von Privatkunden und Firmen und gibt sie an ihre Mitglieder (z. B. Banken, Versicherungen, Online-Shops, Mobilfunkanbieter) weiter.

Ziel der Schufa ist es, ihre Mitglieder vor kreditunwürdigen Kunden zu warnen. Für besagte Mitglieder ist das eine praktische Sache.

Dank einer Schufa-Auskunft erfahren sie, ob ein potenzieller Kunde in der Vergangenheit schon einmal Zahlungen schuldig geblieben sind oder ob es sonstige finanzielle Unregelmäßigkeiten gab, die womöglich dagegensprechen, diesem Kunden einen Kredit zu gewähren oder für ihn in Vorleistung zu gehen.

Woher die Schufa ihre Daten bekommt

Die Mitglieder (und Kunden) der Schufa sind zugleich ihre Datenlieferanten. Sie melden also der Schufa, wenn etwa die Rechnungen an einen bestimmten Kunden offengeblieben oder seine Kreditraten nicht pünktlich gezahlt worden sind.

Scoring-Wert: Die Note für Ihre Kreditwürdigkeit

Allerdings gibt die Schufa ihren Mitgliedern keine detaillierte Auskunft über Ihre Bonität.

Vielmehr errechnet sie aus den Daten über die Zahlungsfähigkeit einen sogenannten Scoring-Wert, also eine Punktezahl, die zwischen 1 und 1.000 liegt. Dieser Scoring-Wert ist gewissermaßen eine Note, mit der Ihre Kreditwürdigkeit eingestuft wird.

Die folgende Tabelle betrifft ausschließlich den Scoring-Wert für Banken (für verschiedene Branchen werden unterschiedliche Werte ermittelt). Daraus geht hervor, wie wahrscheinlich Ausfälle bei welchen Scoring-Werten sind:

Scoring-WertAnteil BevölkerungAusfallwahrscheinlichkeit
1.000-662ca. 20%1,38%
661-564ca. 20%2,46%
563-517ca. 10%3,56%
516-467ca. 10%4,41%
466-410ca. 10%5,57%
409-341ca. 10%7,16%
340-247ca. 10%10,72%
409-341ca. 10%7,16%
246-177ca. 5%15,02%
176-137ca. 2%20,95%
136-111ca. 1%22,26%
110-77ca. 1%27,01%
76-0ca. 1%42,40%

Quelle: schufascore.com

Was Ihr Scoring-Wert aussagt

Ist der Scoring-Wert hoch, werden Sie in der Regel keine Probleme haben, etwa einen Kredit zu bekommen oder einen Mobilfunkvertrag abzuschließen.

Ist der Scoring-Wert niedrig, wird ein potenzieller Vertragspartner dem betreffenden Interessenten die gewünschte Leistung (beispielsweise einen Mobilfunkvertrag) womöglich gar nicht anbieten oder auf Vorkasse bzw. Prepaid-Verträge ausweichen.

Übrigens verwendet die Schufa verschiedene Scoring-Werte für Banken und für Unternehmen anderer Branchen.


Gratis Studie: Die Zukunft Ihres Depots?....

  • China Mobile (China), größter Mobilfunkanbieter weltweit
  • Vale (Brasilien), größter Eisenerzlieferant der Welt
  • Novo Nordisk (Dänemark), führender Hersteller Insulin der Welt
  • Petrochina (China), zweitteuerstes Unternehmen der Welt
  • Burberry Group (England), führender Luxushersteller der Welt
  • Harley Davidson (USA), legendärster Motorradhersteller der Welt

Hier erfahren wo sich der Einstieg noch lohnt ➜


Wie der Scoring-Wert ermittelt wird

Wie sich der Scoring-Wert genau errechnet, ist das Geheimnis der Schufa. Folgende personenbezogenen Daten spielen dabei aber eine Rolle:

  • Alter, Geschlecht und Zahl der im Geschäftsverkehr verwendeten Adressen
  • Laufende Kreditverträge und Schuldverhältnisse
  • Bisher aufgetretene Zahlungsstörungen, also beispielsweise offene Rechnungen (sofern die Forderung unstrittig ist) oder nicht beglichene Kreditraten. Erfasst werden Anzahl, Art und Dauer der Zahlungsstörungen. Als Zahlungsstörungen gelten dabei alle vertraglichen Zahlungsverpflichtungen, denen Sie nicht wie vereinbart nachgekommen sind.
  • Kreditaktivität im letzten Jahr: Die Schufa speichert abgeschlossene und angefragte Darlehen der letzten 12 Monate.
  • Vergangene Kredite: Der Scoring-Wert wird auch durch Informationen darüber beeinflusst, wie lange Sie Kreditbeziehungen (beispielsweise Girokonten mit Überziehungsmöglichkeit oder Kreditkarten) unterhalten haben.
  • Vorhandene gerichtliche Vollstreckungstitel, Daten über laufende und abgeschlossene Verbraucherinsolvenzen und geleistete Offenbarungseide

Übrigens darf die Schufa nach dem Bundesdatenschutz nicht alle Daten unbegrenzt speichern. Aktuelle Informationen (z. B. die über noch unbeglichene Rechnungen, laufende Kredite oder noch offene Kreditraten) muss sie nicht löschen. Wenn der jeweilige Fall allerdings abgeschlossen ist, die Forderungen also beglichen sind oder der Kreditvertrag beendet ist, darf sie diese Daten noch maximal 3 bis 4 im System behalten.

Was Sie tun können, um Ihren Scoring-Wert zu verbessern

Sie haben es bereits erfahren: Wie genau die Schufa den Scoring-Wert ermittelt, ist Außenstehenden nicht bekannt.

Doch gibt die Schufa selbst einige Hinweis dazu, welcheHandlungen oder Vorgehensweisen zur Verbesserung des Scoring-Wertes führen:

  • Zahlen Sie Ihre Rechnungen und Kreditraten stets pünktlich. Halten Sie sich an die Zahlungsverpflichtungen,die sich aus laufenden Verträgen (gemeint sind auch Online-Bestellungen und mündlichen Vereinbarungen) ergeben. Zahlen Sie fristgemäß und nicht etwa verspätet.
  • Behalten Sie im Überblick, welche Zahlungsverpflichtungen Sie haben. Diese sollten in einem angemessenen Verhältnis zu Ihrem Vermögen und Ihren Einkünften stehen. Der spontane Ratenkauf eines teuren Flachbildfernsehers trägt also nicht zur Verbesserung des Scoring-Wertes bei, wenn das Monatsgehalt ohnehinschon kaum zum Leben reicht.
  • Falls Sie eine Zahlungsfrist versäumt haben, holen Siedie Zahlung schnellstmöglich nach.
  • Halten Sie sich an den Überziehungsrahmen Ihrer Bank. Das gilt nicht nur beim Girokonto, sondern beispielsweise auch beim Verrechnungskonto zu Ihrem Depot. Ungenehmigte, nur von der Bank geduldete Überziehungen verschlechtern Ihr Schufa-Scoring.

Was Sie vermeiden sollten, um Ihren Scoring-Wert nicht zu verschlechtern

Das A und O eines guten Scoring-Werts ist die pünktliche Zahlung Ihrer Rechnungen und Kreditraten. Übrigens darf die Schufa Zahlungsausfälle oder -verzögerungen bei strittigen Rechnungen nicht speichern.

Wenn Ihnen also ein Online-Versandhändler versehentlich zu viel berechnet hat und Sie deshalb reklamiert und die Zahlung nicht beglichen haben, wird dies Ihren Scoring-Wert nicht negativ beeinflussen.

Dummerweise beeinflusst aber auch die Zahl Ihrer Kreditanfragen Ihren Scoring-Wert negativ. Und hier wird es problematisch. Die Schufa geht davon aus, dass nur Menschen bei weiteren Banken einen Kredit beantragen, die sich zuvor schon anderswo eine Absage eingehandelt haben (etwa aufgrund schlechter Bonität).

Wie Sie herausfinden, was die Schufa über Sie gespeichert hat

Ihren Schufa-Eintrag sollten Sie nicht einfach als gegeben hinnehmen, sondern von Zeit zu Zeit überprüfen. Denn in der Vergangenheit haben sich viele Einträge als falsch herausgestellt.

Eine „Datenübersicht“ können Sie kostenfrei beantragen

Was die Schufa über Sie gespeichert hat, muss sie Ihnen auch mitteilen. Einmal im Jahr haben Sie Anspruch darauf, diese Daten kostenfrei zu erhalten – so will es das Bundesdatenschutzgesetz. Darüber Bescheid zu wissen lohnt sich übrigens.

Denn Sie wissen dann, was aus Sicht eines Anbieters womöglich dagegen spricht, Ihnen einen Kredit zu gewähren oder in Vorleistung zu gehen.

Selbst wenn sich an Ihrem Scoring-Wert nichts ändern lässt: Sie können dann immer noch gegenüber einer Bank, einem Mobilfunkanbieter oder einem Versandunternehmen anders verhandeln oder agieren. Also beispielsweise

  • bei einem Versandhändler gegen Vorkasse bestellen,
  • bei einem Mobilfunkvertrag auf einen Prepaid-Vertrag setzen,
  • bei der Bank ein Konto ohne Überziehungsmöglichkeit einrichten oder
  • bei der Kreditkarte auf ein Aufladesystem setzen.

Das Formular zur kostenfreien Auskunft finden Sie auf der Schufa-Homepage

Auf der Internetseite der Schufa verbirgt sich dieses Angebot unter dem etwas sperrigen Begriff „Datenübersicht nach § 34 Bundesdatenschutzgesetz“. Andere, etwas ausführlichere Selbstauskünfte und weitere Zusatzleistungen sind dagegen kostenpflichtig (und in der Regel auch nicht unbedingt nötig).

Drucken Sie das Formular aus, füllen Sie es aus und senden Sie es unterschrieben an die Schufa. Ihre Selbstauskunft erhalten Sie dann einige Tage später ebenfalls per Post.

12. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.