Das chaotische Chaos in der EU geht immer weiter. Stand heute: Griechenland erhält eine Übergangsregierung und führt am 19. Februar vorgezogene Wahlen durch.
Ein ähnliches Szenario ist auch in Italien möglich. Mehrfach haben Medien heute berichtet, dass Ministerpräsident Silvio Berlusconi kurz vor dem Rücktritt steht. Die Entscheidung soll angeblich schon heute fallen.
Die Vergangenheit zeigt aber: Bei Berlusconi ist alles möglich. Die Unsicherheit bleibt.
Die Aktienmärkte reagieren mit Kursabschlägen auf die Fortsetzung der Chaos-Tage. Das Geld wird wieder in Edelmetalle umgeschichtet. Gold und Silber legen kräftig zu. Der Preisanstieg beim Gold weckt schon wieder Begehrlichkeiten.
EZB-Vorschlag sorgt für Streit
Die Bundesregierung musste heute Schwerstarbeit leisten und einen Brand löschen. Am Wochenende war durchgesickert, dass es Pläne gibt, die nationalen Goldreserven anzuzapfen.
Der Kommentar dazu von Regierungssprecher Steffen Seibert: „Die von der Bundesbank verwalteten Goldreserven der Bundesrepublik Deutschland standen bei dem G-20-Gipfel in Cannes zu keinem Zeitpunkt zur Diskussion.“
Mehrere Quellen sagen dagegen, dass dies nur die halbe Wahrheit sei. Richtig sei, dass über den Goldplan nie offiziell gesprochen worden sei. Im Vorfeld des Gipfels war jedoch ein Grundsatzprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgetaucht. Ein Szenario: Um den Rettungsfonds aufzufüllen, könnten die nationalen Währungsreserven (inklusive Gold) angezapft werden.
Mehrere Insider berichten, dass die USA, Frankreich und Großbritannien für den Plan gestimmt haben. Bundeskanzlerin Angela Merkel habe die Gedankenspiele aber beendet, da Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sein Veto eingelegt hat.
Weidmann argumentierte damit, dass die Bundesbank den gesetzlichen Auftrag habe, die Währungsreserven streng zu hüten. Die deutsche Ablehnung soll hinter den Kulissen für heftigen Streit gesorgt haben.
Sonderziehungsrechte als Geheimwaffe
Politik und Notenbanken versuchen jetzt, die Aufregung zu stoppen. Aus Österreich kommt die Mitteilung, dass es sich wohl um ein Missverständnis gehandelt habe. Es sei nicht um die klassischen Devisen- und Goldreserven gegangen, sondern um Sonderziehungsrechte.
Die Sonderziehungsrechte der 17 Euro-Staaten sollen in einem Fonds gepoolt werden. Das würde rund 60 Mrd. Euro bringen. Zusammen mit den bereits zugesicherten 440 Mrd. Euro würde das eine runde Summe von 500 Mrd. Euro ergeben.
Bundesbank bleibt hart
Die Deutsche Bundesbank soll aber auch diesen Plan abgelehnt haben. Die Begründung: Auch die Sonderziehungsrechte stehen in der Bilanz der Bundesbank. Daher müsste die Bank auch um diese Position kämpfen.
Hinzu kommt, dass der Zugriff auf die Sonderziehungsrechte nur ein Türöffner sein könnte. Wenn die Bundesbank diese Position opfert, könnten beim nächsten Mal Devisenreserven und Gold auf die Tagesordnung kommen. Damit das verhindert wird, müsse jedes Zugeständnis verhindert werden.
Gold lockt die Politiker an
Der Goldschatz der Notenbanken lockt immer wieder Politiker an. Werden die Goldreserven aufgewertet oder verkauft, wäre das der einfachste Weg, ohne schmerzliche Reformen viel Kapital zu besorgen.
Dabei sollte aber bedacht werden: Die Goldreserven können nur einmal verkauft werden. Daher sollte dieser Plan nicht in jeder Krise auf die Tagesordnung kommen.
Hinzu kommt, dass die angeschlagenen Länder am Kapitalmarkt noch mehr Vertrauen verspielen, wenn auch noch die letzten Notreserven verballert werden.
Andere Notenbanken kaufen Gold
Während die Europäische Zentralbank davon träumt, den Goldschatz zu verkaufen, sammeln die Notenbanken, die keine Geldnöte haben, eifrig Gold ein. Seit 2010 stehen Notenbanken unter dem Strich wieder auf der Käuferseite. So decken sich zum Beispiel China und Russland mit Gold ein.
Die Begründung ist klar: Das Vertrauen in die westlichen Papierwährungen Dollar und Euro sinkt. Da bietet sich Gold als sicherer Hafen an.



