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Schuldenuhr der USA tickt schneller

Die USA gilt als wirtschaftliche Supermacht und mit der Wall Street in New York auch als Zentrum des Kapitalismus. Allerdings sind die USA auch die größten Schuldner in der Welt. Mit einem Schuldenberg von mehr als 19 Milliarden US-$ führt die USA die Liste der Länder mit den höchsten Schulden an.

Allein vom Tag der Unabhängigkeitserklärung im Jahr 1776 bis zum Jahr 2008 hat die USA Schulden von mehr als 10 Billionen US-$ angehäuft. Dies sorgte dafür, dass im Jahr 2008 die Ziffern der Schuldenuhr in New York (The National Debt Clock) nicht mehr ausreichten, um die Zahlen darzustellen – kurzerhand musste das Dollar-Zeichen durch eine weitere Ziffer ersetzt werden.

Und auch die erhoffte Erholung nach dem Ende der Ära Bush ist bislang ausgeblieben – auch bedingt durch die Nachwirkungen der weltweiten Finanzkrise, die vor allem die Vereinigten Staaten in eine weitere tiefe Krise gestürzt haben. Hinzu kommen kostspielige neue Gesetze wie die umstrittene Gesundheitsreform, die jährliche Kosten in Milliardenhöhe erzeugt.

Binnen sieben Jahren haben sich die Schulden der öffentlichen Hand in den USA so um weitere 80% erhöht – dies zeigt die erschreckende Dynamik der Schuldenproblematik der USA. Bis 2019 dürften die Schulden der öffentlichen Hand die Grenze von 20 Billionen US-$ überschreiten, glauben Ökonomen. Ein Blick auf die US-Schuldenuhr:

Zehntausende US-$ neue Schulden pro Sekunde

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Staatsschulden der USA

Die Schuldenuhr der USA weist derzeit einen Stand von rund 19,4 Billionen US-$ auf, mit denen allein die öffentliche Hand verschuldet ist. Pro Sekunde kommen etwa 43.357 US-$ neue Schulden durch Zinsen hinzu. Hochgerechnet sind dies circa 2,6 Mio. $ neue Schulden pro Minute. Bei der aktuellen Einwohnerzahl von rund 323,2 Millionen steht damit jeder Bürger in den USA mit rund 60.000 US-$ in der Kreide.

Noch höher liegt die Gesamtverschuldung der USA (öffentliche Hand, Unternehmen und privater Haushalte). Die Gesamtverschuldung aller Sektoren überstieg im Juli 2015 sogar die Marke von 60 Billionen US-$, so Wirtschaftsdaten der St. Louis Federal Reserve, und steigt auch weiterhin rasant an. Auf die USA entfallen damit etwas mehr als ein Viertel aller weltweiten Schulden.

China und Japan die größten Gläubiger

Doch wem schulden die USA das meiste Geld? Laut Angaben des US-Finanzministeriums entfielen im Februar 2016 6,24 Billionen US-$ der Staatsschulden auf das Ausland.

Als größter Gläubiger fungierte China, die der USA 1,25 Billionen US-$ geliehen haben. Auf Platz 2 folgt Japan mit 1,13 Billionen US-$. China und Japan leihen der USA Geld, indem sie im großen Stil US-Staatsanleihen kaufen.

Woher kommt der massive Schuldenanstieg?

Neben der ausufernden Staatsverschuldung durch Rüstungsausgaben und medizinische Versorgungsprogramme (Obamacare) sorgten zuletzt auch wachsende Studentenkredite, Hypotheken und Kreditkartenschulden privater Konsumenten für eine steigende Schuldenlast.

So erreichten allein die ausstehenden Endverbraucherkredite im März 2016 ein neues Rekordhoch von 3,55 Billionen US-$, so die Daten der Federal Reserve.

US-Verbraucher konsumieren auf Kredit

Besonders gerne kaufen Amerikaner Autos auf Kredit. 2015 gab der US-Durchschnittsverbraucher im Schnitt 482 US-$ im Monat nur für die Tilgung von Autokrediten aus, so die Marktforscher bei Experian Automotive. Mehr als 50% der Amerikaner haben ein Subprime Credit Rating, also ein zweitklassiges Rating.

Mit anderen Worten: Mehr als die Hälfte der Amerikaner bleibt nach Abzug der Monatsmiete bzw. Tilgungsrate für die Wohnung oder das Haus weniger als 55% des Einkommens zum Leben.

Studenten: Jahrgang 2015 so hoch verschuldet wie noch nie

Große Probleme gibt es auch bei der Verschuldung der jüngeren Generation, bei den sogenannten Studentenkrediten. Diese Studentenkredite summierten sich nach Angaben der Fed zuletzt auf mehr als 1,35 Billionen US-$.

Besonders hoch verschuldet gilt der Jahrgang 2015. Jeder Uni-Absolvent ist im Schnitt mit 35.051 US-$ verschuldet – 15.000 US-$ mehr als noch vor 10 Jahren, so die Studentenberatung Edvisors.com. Insgesamt steht allein der Jahrgang 2015 mit 56 Mrd. US-$ bei öffentlichen und privaten Kreditgebern in der Kreide.

Fazit: Lange genossen die USA als Schuldner in der Welt ein hohes Vertrauen und profitierten vom niedrigen Zinsniveau. Nach der Zinswende Ende 2015 bleibt offen, wie sich die Staatsverschuldung und Ruf der USA (weiterhin) verändern werden.

5. Mai 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands