MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Schutz in einer Deflation: Wo sie ein Anleger findet

Bei einer Deflation kommt es zu einem flächendeckenden Rückgang der Preise von Waren und Dienstleistungen. Eine Deflation hat daher auch direkte Auswirkungen auf die Preise von Aktien, Anleihen und Immobilien.

Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sich jeder Anleger auf eine mögliche Deflation angemessen vorbereitet. Nur wenn man rechtzeitig handelt, kann man sein Vermögen vor einer Deflation schützen.

Immobilienbesitzer müssen sich warm anziehen

Besonders schmerzhaft ist eine deflationäre Entwicklung für Immobilienbesitzer. Der Wert der Immobilien sinkt nämlich deutlich. Problematisch wird es, wenn der Kauf der Immobilie über einen Kredit finanziert worden ist. Eine Deflation sorgt nämlich für einen Wertanstieg des Geldes und damit auch für einen Wertanstieg der Schulden.

Es wird für den Schuldner schwierig, seine fixen Tilgungsraten zu erfüllen. Ein Vermieter muss nämlich sowohl mit einen niedrigeren Mietniveau als auch mit einem erhöhten Objektleerstand rechnen. Wenn man seine Immobilie selber nutzt, können Gehaltskürzungen bzw. der Verlust des Arbeitsplatzes zu einer finanziellen Überforderung des Eigentümers führen.

Bei einer deflationären Entwicklung sind hohe Schulden für einen Anleger Gift. Man sollte daher rechtzeitig alles daran setzen, seinen Verschuldungsgrad auf ein Minimum zu reduzieren. Im Zweifelsfall sollte man auf den Kauf einer Immobilie verzichten. Viele Immobilien bieten dem Anleger in einer Deflation nämlich keinen Schutz.

Deflation: Schutz durch Kauf von Anleihen

Was für den Schuldner Gift ist, ist für den Gläubiger ein Segen. Die Deflation erhöht den Wert der Forderungen des Gläubigers. Man sollte daher über den Kauf von Anleihen nachdenken. Das können sowohl Staats- als auch Unternehmensanleihen sein. Durch die Deflation erhöht sich der Wert der jährlichen Couponzahlungen.

Am Ende der Laufzeit bekommt man dann den Nominalwert zurück. Durch die Deflation hat dieser eine deutlich höhere Kaufkraft als zu Beginn der Laufzeit. Anleihen ermöglichen damit trotz eines wirtschaftlich schwierigen Umfeldes den Kapitalerhalt und eine konstante Verzinsung.

Natürlich muss man dabei immer das Ausfallrisiko des Emittenten im Blick haben. Gerade in einer Rezession gibt es viele Unternehmensinsolvenzen. Man sollte daher nur Anleihen solider Schuldner erwerben.

Aktien gehören zur den Verlierern

Anders als bei Anleihen entwickeln sich die Kurse von Aktien in einer Deflation eher schlecht. Wegen des Konjunkturabschwungs können die Unternehmen weniger verkaufen und damit sinken die Gewinne. Aktien bieten daher keinen Schutz vor einer Deflation. Die Preisrückgänge für Waren und Dienstleistungen beeinträchtigen die Geschäftsentwicklung aller Unternehmen.

Eine deflationäre Abwärtsspirale kann mehrere Jahre dauern. Dementsprechend können sich auch die Aktien über einen langen Zeitraum negativ entwickeln. Anleger sollten daher, wenn überhaupt,  nur auf Aktien von Unternehmen setzten, die menschliche Grundbedürfnisse befriedigen.

Energieversorger, Nahrungsmittelproduzenten und Pharmaunternehmen stecken die Konsumzurückhaltung und schrumpfende Märkte besser weg als die Unternehmen anderer Branchen.

Diversifikation zahlt sich aus

In wirtschaftlich schwierig einschätzbaren Zeiten sollten Anleger mehr denn je auf eine breite Diversifikation ihres Vermögens achten. Nur so kann das Anlagerisiko begrenzt werden. Um sich vor einer Deflation zu schützen, ist daher eine Mischung aus Immobilien, Anleihen und Aktien ratsam. Wobei der Schwerpunkt in dieser Situation eindeutig auf Anliehen liegen sollte.

Die Gläubiger profitieren von einer deflationären Entwicklung, während die Schuldner Einbußen hinnehmen müssen. Man sollte daher als Anleger vor einer deflationären Entwicklung seine Verschuldung reduzieren und selber Schuldverschreibungen erwerben. Anleger die Anleihen solider Schuldner erwerben, finden bei einer Deflation Schutz für ihr Vermögen.

Ebenfalls wichtig: beobachten Sie den Markt. Oft werden die Anlagegelder in andere, vorher nicht so im Focus stehende Alternativen umgeschichtet. Das können auch Rohstoffe wie Gold und Silber sein, oder noch einfacher, auch wenn es sich zu simpel anhört: Wenn alle Anlageformen verlieren, einfach auf dem Tagesgeldkonto parken. Und falls negative Einlage zinsen berechnet werden, ein Schließfach eröffnen und das Geld dort in bar hinterlegen. Zugegebener Maßen eine extreme Variante, aber in Zeiten allgemeiner Deflation absolut sicher.

31. August 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ludwig Buhmann
Von: Ludwig Buhmann. Über den Autor

Ludwig Buhmann analysiert für die GeVestor-Leser politische Entwicklungen rund um den Globus.