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Schutz vor fallenden Kursen mit Put-Optionsscheinen: So geht’s

Für Sie als Anleger muss dieses vorhandene Abwärtspotenzial jedoch nicht zum Renditerisiko werden.

Vielmehr bietet die Produktvielfalt an der deutschen Börsenlandschaft Möglichkeiten, das Depot gegen fallende Kurse abzusichern (Hedging).

Mit Put-Optionsscheinen (Verkaufsoptionen) gewinnen Anleger von fallenden Kursen. Wenn Sie Put-Optionsscheine dem Depot beigemischt haben, gleichen deren Gewinne somit die Verluste der Aktien aus.

Natürlich muss für eine solche „Versicherung“ eine Prämie gezahlt werden. Dafür können Sie sich als Anleger dann beruhigt zurücklegen, auch wenn es an den Börsen krachen sollte.

Mit der richtigen Wahl des Basiswertes …

Wichtig bei der Konstruktion einer Put-Optionsschein-Versicherung ist die Wahl des Basiswertes des Optionsscheins, also des Basiswertes, der versichert werden soll. Am leichtesten ist die Versicherung von Unternehmen, die in einem der großen Indizes, wie dem DAX oder MDAX, notiert sind.

Hier gibt es ein ausreichendes Optionsscheinangebot. Auf Nebenwerte gibt es dagegen nur selten Optionsscheine. Daher kommt eine Einzelabsicherung von Nebenwerten mit Put-Optionsscheinen nicht in Betracht. Vielmehr muss man auf eine Absicherung des gesamten Depots zurückgreifen.


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Als Basiswert kommen dabei Indizes wie der MDAX oder bei technologielastigen Depots der TECDAX in Frage, die das deutsche Aktienumfeld im Durchschnitt repräsentieren.

… der richtigen Menge an Puts …

Die nächste Überlegung bei der Absicherung des Depots ist die richtige Anzahl an Verkaufsoptionen. Dabei hilft die folgende Faustformel:

Demnach muss ein Anleger, der für 10.000 Euro Aktien im Depot hat, bei einem Stand des MDAX von 7.497 und einem Bezugsverhältnis des Puts von 0,01 gerundet 133 Put-Optionsscheine (= 10.000 Euro : (7.497 x 0,01)) kaufen. Sinkt nun der MDAX, steigen die dazugehörigen Puts.

Die Gewinne gleichen den Verlust der Aktien im Depot aus. Bei einem Kurs von 7,05 Euro (siehe unten) würde die Absicherung des Depots also 937,65 Euro kosten (133 x 7,05 Euro).

In Prozent machen in diesem Beispiel die Absicherungskosten 9,38 % aus.

… und der korrekten Wahl des Basispreises …

Wichtig ist auch die Wahl des richtigen Basispreises. Der Basispreis der Put-Optionsscheine sollte unter dem Kurs des Basiswertes liegen.

Der Vorteil dabei ist, dass der Anleger sehr schnell an steigenden Aktienkursen teilnimmt.

Allerdings sind die relativen Absicherungskosten (Differenz zwischen Kaufpreis und dem inneren Wert eines Puts) bezogen auf den Depotwert dann auch höher. Je niedriger der Basispreis gewählt wird, desto höher ist demnach die „Selbstbeteiligung der Versicherung“.

Am Ende der Laufzeit erhält der Käufer die Differenz zwischen dem Basispreis und dem aktuellen Kurs des Basisobjekts ausgezahlt.

Fällt der Index, vergrößert sich die Differenz zum Basispreis und damit der Auszahlungsbetrag als Ausgleich für die Kursverluste. Notiert der Index bei Fälligkeit über dem Basispreis, sind die Anschaffungskosten des Puts verloren.

Dafür ist dann der Gesamtmarkt gestiegen und die Aktien haben die Gewinne eingefahren.

… kann das Depot wirkungsvoll abgesichert werden.

FAZIT: Um sich vor Kursverlusten an den internationalen Aktienmärkten zu sichern, stellt ein Hedging mit Put-Optionsscheinen eine wirksame Methode dar.

Zwar gibt es die Absicherung nicht umsonst und bei steigenden Kursen schrumpft die Performance ein wenig, jedoch lassen sich Verluste bei fallenden Kursen auch begrenzen.

5. Juli 2011

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Cosmin Filker. Über den Autor

Der Chefredakteur des Newsletters "Nebenwerte aktuell" kann auf eine jahrelange Börsenerfahrung besonders im Nebenwerte-Bereich zurückblicken und durch seine berufliche Erfahrung beim Researchhaus GBC AG von der täglichen Präsenz am Markt profitieren.