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Schwarzer Kapitalmarkt – Ohne Erlaubnis im Abseits

Der Schwarze Kapitalmarkt bezieht sich begrifflich auf die Tatsache, dass Finanzdienstleistungen ohne die erforderliche Erlaubnis nach dem Kreditwesengesetz (KWG) betrieben werden.

Entsprechend dieser Definition lässt der Schwarze Kapitalmarkt zunächst keinen zwingenden Rückschluss auf die kriminelle Energie der Anbieter und Akteure von Geldgeschäften zu. Strafbar ist zunächst das Handeln ohne behördliche Genehmigung.

Mehr zum Thema: Weißer und schwarzer Kapitalmarkt – von seriös bis illegal

Schwarzer, Grauer, Weißer Kapitalmarkt

Auf dem Schwarzen Kapitalmarkt werden illegal erlaubnispflichtige Geschäfte betrieben. Es fehlt die erforderliche Genehmigung durch die Regulierungsbehörden. Liegt eine Genehmigung durch die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) vor, so handelt es sich um den Weißen Kapitalmarkt. Der Graue Kapitalmarkt hingegen ist der Bereich, der gesetzlich nicht reguliert ist.

Mehr zum Thema: Grauer Kapitalmarkt – Vorsicht vor unseriösen Anbietern

Und viele der windigen Anlagegeschäfte, die in Sachen Anlegerschädigung Schlagzeilen machen, gehören zum Bereich des Grauen Kapitalmarkts. Aber auch im Schwarzen Kapitalmarkt sind kriminelle Machenschaften keine Seltenheit.

Doch Anlagebetrug, Geldwäsche oder die Finanzierung krimineller Vereinigungen haben zunächst weniger mit der zentralen Frage zu tun, ob eine Genehmigung erforderlich ist und vorliegt.

Mehr zum Thema: Finanzmarktregulierung in Deutschland – was bisher geschah

Schwarzer Kapitalmarkt – was zählt, ist die Genehmigung

Liegt eine Genehmigung zur gewerbsmäßigen Finanzdienstleistung vor, so handelt es sich laut BaFin selbst dann nicht um einen Fall des Schwarzen Kapitalmarkts, wenn ein Anbieter in betrügerischer Absicht handelt.

Eine andere Sache sind ausländische Anbieter, die sich oft per E-Mail an potenzielle Kunden wenden. Hier ist Vorsicht geboten. Grund: Sie unterliegen generell nicht der BaFin-Aufsicht. Wenden sie sich aber an deutsche Marktteilnehmer, dann ist eine Genehmigung sehr wohl erforderlich. Ohne die handelt es sich dann um einen Schwarzen Kapitalmarkt.

Die aktuell erlaubnispflichtigen Betätigungen sind in einem Merkblatt der Deutschen Bundesbank aufgezählt.

Mehr zum Thema: Merkblatt der Deutschen Bundesbank

Die Liste ist umfangreich und enthält eine Reihe von Einzelfällen und Ausnahmen. Grundlegender Gedanke ist, dass gewerblich Finanzdienstleistungen gehandelt werden.

Schwarzer Kapitalmarkt – Abgrenzung nicht immer eindeutig

Nicht ganz einfach ist die Abgrenzung von Verkauf bzw. Vermittlung und Beratung. Zudem unterliegen immer mehr Formen der Beratung einer Genehmigung durch die BaFin.

Beispiel: Wenn ein Berater Empfehlungen zum Verkauf bestimmter Finanzinstrumente aus dem Kundendepot gibt, damit dieser Investmentfonds kaufen kann.

Oder: Die gewerbsmäßige Beratung über den Kauf von Finanzinstrumenten wie Aktien, Zertifikate, Geldmarktinstrumente, Devisen oder sonstige Wertpapiere.

Auch Honorarberater, die nicht vermittelnd tätig sind, müssen mittlerweile eine Erlaubnis beantragen.

Nicht eindeutig geklärt sind hingegen sogenannte Tippgeber- oder Verlinkungsmodelle im Internet. Hierbei geht es um die Frage, inwieweit die elektronische Weiterleitung von Interessenten bereits eine erlaubnispflichtige Vermittlung darstellt. Wird auf die Kunden kein Einfluss ausgeübt, so wäre dies eigentlich keine Vermittlung. Doch Vorsicht: Dies wird zunehmend enger ausgelegt.

Schwarzer Kapitalmarkt – Falle für naive Gemüter

Was nun Schwarzer Kapitalmarkt ist oder nicht, lässt sich also nicht immer auf Anhieb erkennen. Nicht alles was schwarz aussieht ist weiß und umgekehrt.

Gerade unerfahrenen Privatpersonen kann dies zum Verhängnis werden. Ein Beispiel sind Job-Angebote im Internet, bei denen es darum geht, einfach Geld ins Ausland zu transferieren. Erforderlich ist nur ein Giroknto. Wer sich darauf einlässt, darf sich dann Finanzagent nennen und kräftig Provision kassieren.

Doch der Spaß am leichtverdienten Geld hat spätestens dann ein Ende, wenn eine Strafanzeige ins Haus flattert. Denn meist stammt das weitergeleitete Geld aus dubiosen Quellen oder wurde zuvor per Daten-Phishing von fremden Konten geklaut.

Die anfänglich naïve Freude über´s schnelle Geld weicht dann der schmerzlichen Erkenntnis, dass der „coole Job“ nicht anderes war als Diebstahl, Hehlerei oder Geldwäsche. Und damit nicht genug: Das Ganze ist als gewerbsmäßiges Transfergeschäft erlaubnispflichtig. Hier kommen der Schwarze Kapitalmarkt und eine Reihe von Straftaten zusammen.

Schwarzer Kapitalmarkt – es reizt der geringe Aufwand

In der Regel jedoch ist der Schwarze Kapitalmarkt nicht durchgehend von krimineller Energie geprägt. Auch unerlaubte Anlagegeschäfte sind nicht nur vorsätzlich geplant. Nach Erkenntnis der BaFin suchen viele zunächst lediglich einen Kostenvorteil gegenüber etablierten Anbietern.

Denn, wer sich im legalen Bereich und damit auf dem Weißen Kapitalmarkt bewegen will, muss eine Reihe von Voraussetzungen erfüllen. Der Aufwand in Sachen Qualifikation, Organisation und Kapitalausstattung ist nicht unerheblich.

Die Gefahr für den Anleger ist allerdings hoch, dass er auf dem Schwarzen Kapitalmarkt mit hohen Wertverlusten oder dem Totalverlust seiner Gelder rechnen muss.

25. Juli 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.