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Schweiz – Bankgeheimnis bröckelt in 2015

In Deutschland vertraut kaum noch jemand auf die Verschwiegenheit der Banken. Auch Schwarzgeld-Anleger, die Teile ihres Vermögens in so genannten Steueroasen investiert haben, können sich nicht mehr auf die mehr oder weniger legitimen Vorzüge des Bankgeheimnisses verlassen.

Vor allem die Schweiz galt über lange Jahre hinweg als Gralshüter dieser von fremden Steuerbehörden verhassten Einrichtung. Doch nachdem deutsche Finanzämter eine Grauzone – den Ankauf von Daten auf Steuer-CDs – für sich entdeckt hatten, bröckelte auch in der Schweiz das Bollwerk der Verschwiegenheit.

In Deutschland häuften sich daraufhin Selbstanzeigen eingeschüchterter Steuersünder. Auch der Manager von Bayern München, Uli Hoeneß, versuchte sich in dieser Disziplin – bekanntlich ohne den ganz großen Erfolg. Spätestens ab 2015 endet nun aber wohl auch in der Schweiz endgültig die Zeit der Schwarzgeld-Anlagen.

Deutsche Steuersünder sollten im neuen Jahr die neue Situation beachten

Die Schweiz macht in 2015 unter internationalem Druck einen weiteren Schritt hin zu einem sauberen Finanzplatz. Ab dem 5. Februar 2015 sollen nämlich die so genannten OECD-Standards mit einer ganzen Reihe von Ländern Anwendung finden.

Die OECD-Standards sind Vereinbarungen zwischen den Unterzeichnerstaaten für den automatischen Informationsaustausch über Finanzkonten.

Viele Schweizer Banken, von der rigorosen Haltung der USA beeindruckt, üben längst selbst Druck auf ausländische Steuersünder aus. Beispielsweise möchte sich die Großbank UBS von allen Kunden trennen, die bis Ende des Jahres 2014 ihre Steuerehrlichkeit nicht durch einen schriftlichen Nachweis des Finanzamts oder des Steuerberaters nachgewiesen haben.

Anleger sollten eher früher als später reinen Tisch machen

Durch den Wegfall des Bankgeheimnisses erhöht sich das Entdeckungsrisiko ganz erheblich. Der einzige Ausweg ist die Selbstanzeige. Und diese sollte gegebenenfalls eher früher als später in Angriff genommen werden. Denn schon vor einiger Zeit sind Verschärfungen in diesem Bereich angekündigt worden.

Die Rahmenbedingungen der Selbstanzeige werden 2015 verschärft. Ab einer Steuerschuld von  25.000 € wird in Zukunft ein Zuschlag in Höhe von 10 % erhoben, bei über 100.000 € sind es bereits 15 % und bei einem Hinterziehungsbetrag von über 1 Million € schließlich 20 %. Auch bei den Verjährungsfristen sind Änderungen zu beachten.

Bei den Änderungen der Verjährungsfristen wird demnach eine strafbefreiende Wirkung erst nach einem Nachweis der Steuerdelikte über einen längeren Zeitraum erteilt. So soll diese nur bei vollständiger Nachmeldung aller Steuerstraftaten der zurückliegenden 10 statt bisher 5 Jahre gewährt werden können.

Anleger, die für saubere Verhältnisse im Hinblick auf die Schweizer Erträge der Vergangenheit sorgen möchten, werden um eine Selbstanzeige nicht herum kommen. In jedem Fall sollten sie sich über eine entsprechende Vorgehensweise mit seinem Rechtsanwalt und/oder Steuerberater auseinandersetzen. Und dies besser so schnell wie möglich.

1. Januar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.